Serpentia

Zu Gast bei den Tierhändlern

Herbst 1198

Padraig, Gwyn, Aella

Um genauere Informationen über das Verhältnis der Tierhändler vom Großen Salzsee und Aladin zu bekommen, brechen Gwyn, Padraig und Aella zunächst nach Aleppo auf. Dort treten sie scheinbar in die Dienste des Pferdehändlers Suleiman, um in seinem Auftrag nach Anatolien zu reisen und Verhandlungen über Zuchtprogramme aufzunehmen. Padraig und Gwyn haben sich zu diesem Zweck als Araber getarnt, und Aella wird als Gwyns griechische Ehefrau ausgegeben.
Nach längerer Reise treffen die drei jungen Leute im Lager der Tierhändler ein. Außer ihnen sind noch drei andere Parteien anwesend: Damaszenische Adlige aus der Familie der at-Tafiri, ein fränkischer Spielmann namens Hugo und seine Leibwache, und ein kleinerer Händlertroß, der aus Anatolien stammt. Die Magd dieser Händler, Nita, ist durchaus nicht schüchtern und beginnt sofort, ihr Interesse an Padraig deutlich zu zeigen, was dazu führt, daß er die erste Nacht in ihrer Umarmung verbringt.
Die drei verbringen einige Zeit mit verschiedenen der Tierhändler, vor allem Aella freundet sich schnell mit der jungen Katalin an. Nach einiger Zeit erfährt sie von ihr, daß die Tierhändlerin, die sich nicht nur sehr gut mit Vögeln versteht, sondern sich auch in einem verwandeln kann, vor einiger Zeit eine sehr enge Freundschaft mit Aladin pflegte. Als er jedoch mehr von ihr wollte, als sie zu geben bereit war, nahm er sich ihre Unschuld mit Gewalt.
Es wird ziemlich schnell klar, daß die drei bestimmenden Figuren in dem Lager die mütterliche Kha-en-Hathor, der gerissene Ranjit Sakuntala und die Werpantherin Persis sind. Nach einiger Zeit fällt Kha-en-Hathor sogar auf, daß an allen drei ihrer Gäste Magie anhaftet, was zunächst zu einigem Mißtrauen führt. Aber Padraig und Gwyn können sich herausreden, und da viele der Tierhändler ebenfalls magisch begabt sind, werden sie danach eher freundlicher behandelt. Kha-en-Hathor erzählt ihnen sogar von einem großen Orden von Magiern, die alle hassen und vernichten wollen, die nicht zu ihnen gehören. Aladin war früher Mitglied dieses Ordens, hat sich jetzt aber losgesagt. Statt dessen hat er sich Magiern zugewandt, die Fähigkeiten ähnlich seinen eigenen haben und ihnen auch einige Kleinigkeiten beigebracht – darunter auch, wie man einen magischen Schutzschirm erstellt…
In der zweiten Nacht, die sie im Lager verbringen, haben sowohl Gwyn als auch Padraig einen Alptraum, der ihnen die Partnerin der letzten Nacht als Sukkubus zeigt: Bei Padraig also Nita, und bei Gwyn Aella. Da Nita auch ansonsten wohl mit allem schläft, was Beine hat, vermutet Padraig, sie könne wohl tatsächlich eine Dämonin sein. Von Persis hat Gwyn in der Zwischenzeit herausgefunden, daß die Händler – Vater, Sohn, Tochter, Wache und Magd – sich offenbar alle geradewegs durch das Tierhändlerlager durchschlafen. Möglicherweise liegt hier eine Verbindung mit Charnas vor.
Padraig beschäftigt sich ein wenig mit dem Barden Hugo, der augenscheinlich in die Tochter der Händler verliebt ist, aber sich nicht traut, sie anzusprechen. Offenbar hat er mit Frauen ebensowenig Glück wie sein Namensvetter aus Serpentia.
In der zweiten Nacht nach ihrer Ankunft im Lager taucht eine weitere Gruppe auf: Etliche erzürnte türkische Bauern, deren Vieh immer wieder von wilden Tieren oder Tierdämonen angefallen wird. In ihrer Begleitung befinden sich zwei bekannte Gestalten: Freder und Georg. Sie sind kurz vor dem letzten Besuch der Serpentianer in dem Lager hier gewesen und haben sich von Jeno, Katalins Bruder, zu Aladins Stadt führen lassen. Dort jedoch, so behauptet Freder, hat Jeno sie verraten, unter Drogen gesetzt und an Aladin ausgeliefert. Nur durch einen glücklichen Zufall gelang ihnen die Flucht. Jetzt sind sie hier, um Jeno für seinen Verrat zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tierhändler jedoch weigern sich, einen von ihnen auszuliefern und erklären, sie würden die Angelegenheit selbst untersuchen. Jenos Version der Geschichte ist, daß die beiden Männer, die er führen sollte, eines Abends, kurz vor der Stadt, plötzlich verschwunden waren. Er behauptet, er sei ebenfalls betäubt, aber aus ihm unbekannten Gründen nicht mitgenommen worden.
Wie sich bei weiteren Nachforschungen herausstellt, ist nicht Aziz Saygun der Herr der Tierhändler, sondern nur ihr Verwalter und Frontmann. Der eigentliche Anführer ist ein gewisser Petru, der sich aber gerade nicht im Lager aufhält. Als Aella versucht, eine Vision über diesen Mann zu bekommen, sieht sie, wie er mit den anderen darüber berät, die Serpentianer an Aladin auszuliefern. Sie beschließen, jemanden von Aladin unbemerkt mitzuschicken, der sich bei ihm einmal umsehen soll – ihr Vertrauen in ihren „Freund“ ist durch die verschiedenen Anschuldigungen und sein Verhalten Katalin gegenüber ziemlich erschüttert. Zum Abschluß der Vision sieht Aella noch einen der Fluggürtel, der sich bei einem der bewußtlosen Serpentianer befindet – irgend etwas besonderes geht davon aus… Möglicherweise, so überlegen die drei, nachdem Aella ihre Vision erzählt hat, hat sich Petru in eben diesen Gürtel verwandelt, aber die Aegis über Aladins Stadt verhindert seine Rückverwandlung. Immerhin haben sie tatsächlich einen der Fluggürtel hier im Lager gesehen.
Noch einen Tag später gibt es wieder Neuankömmlinge: Diesmal eine Abordnung von sieben Templern, die angeblich hier sind, um Streitrösser zu kaufen. Aber da die drei Serpentianer mißtrauisch sind, verfolgen sie nachts den Anführer der Templer, Marcel deLarmaine, in den Vogelhain, wo er sich ausgerechnet mit dem Barden Hugo trifft. Der Barde – von dessen normaler etwas trotteliger Art nichts mehr zu merken ist – informiert den Templer, daß Aladin zu Beginn der Wintersonnenwende Wachen braucht, da er den magischen Schutzschild seiner Stadt erneuern muß. Etwas mürrisch sichert der Templer diese Wachen zu – offenbar gehört er tatsächlich zu den Dienern Baphomets. Bevor die beiden Männer den Hain verlassen, hat Padraig den Eindruck, als würde Hugo zu ihm herübersehen. Hat der Barde bemerkt, daß er belauscht wurde? Hat er es vielleicht sogar darauf angelegt? Die beiden Lehrlinge vermuten, daß der Zwischenfall auf Abbas zurückgehen könnte, der Aladin jetzt endgültig absägen möchte.
Jedenfalls sind diese Informationen wichtig genug, um sofort aufzubrechen und sie dem Rat zu überbringen. Padraig wird sich von den anderen beiden trennen und nach Al-Arama reiten, um dort den schnellen Weg durch das Hermesportal zu nehmen. Zusätzlich macht er sich auch Sorgen darüber, ob Nita nicht vielleicht doch ein Sukkubus war. Die anderen beiden kehren auf dem langen Weg über Aleppo zurück, da sie ja dem Händler Suleiman noch Bericht erstatten müssen. Sie haben Gesellschaft: Der Esel Wölfchen, der gesund und munter im Lager auf weitere Serpentianer gewartet hat, begleitet sie.

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Marganma

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