Serpentia

Zwölf Kinder und ein Gnom

Frühling 1194

Llwellyn, Andrew, Padraig, Gwyn, Athanasius, Dáirine, Henry, Alen, Hugo, Alenka, Olf

Anfang Frühling taucht Sir Bealach plötzlich vor dem Bund auf. Aber er hat sich verändert: Sein vormals goldblondes Haar ist schneeweiß geworden. Er bleibt auf seinem Pferd vor dem Bund und verlangt Dáirine zu sprechen. Als sie zum Tor kommt, eröffnet er ihr, er habe sie nun auch verraten, wie sie ihn verraten habe: Ihre Freunde wären nun Eisstatuen in der Halle des Königs der Eisigen Speere, rettungslos verloren – weil sie ihn geschmäht hat!
Nach dieser triumphierenden Erklärung wendet er sein Pferd und reitet davon. Auf den Zinnen der Mauer schießt zunächst Hans Achmed, dann auch Mateen einen Pfeil hinter ihm her. Während Hans Achmeds Geschoss wirkungslos an der Rüstung des Elfenritters abgleitet, kann Mateen den Verräter mit einem Streifschuß immerhin verwunden. Später findet der Grogs seinen Pfeil wieder und trägt ihn zu Bernward.
Nach dem Besuch von Sir Bealach treffen sich die Magier im Rat. Andrew, Llwellyn und Dáirine beschließen, sofort aufzubrechen, um ihre Gefährten zu retten. Dazu nehmen sie ihre fähigsten Leibgrogs mit: Alenka, Henry, Athanasius, Alen und Olf. Auch die Lehrlinge Padraig und Gwyn werden mitkommen, da der starke Verdacht besteht, daß sich Richard, Gwyns Zwillingsbruder, in der Gefangenschaft des üblen Feenkönigs befindet – schließlich hatte Gwyn vor einiger Zeit einen seltsamen Alptraum, in dem ihm furchtbar kalt war. Schließlich wird auch noch Hugo mitgenommen, um nicht verfeindete Feen mit seinem Gesang zu erfreuen.
Diese schlagkräftige Gruppe bricht nur wenige Stunden nach Sir Bealachs Besuch auf. Zunächst gehen sie bei Fionnuala vorbei, die entsetzt ist, daß einer ihrer Ritter zu einem solchen Verrat fähig sein kann. Sie verspricht den Serpentianern Hilfe und weist ihnen den nächsten Weg in Richtung des Reichs, in dem der König der Eisigen Speere herrscht.
Während der Rest mit der Königin verhandelt, trifft Dáirine Nadrach, ihren weißhaarigen Verehrer, wieder. Als sie ihm von Sir Bealachs Verrat erzählt, ist er entsetzt: So etwas hätte er selbst nie getan. Die beiden beraten noch ein wenig, wobei sich herausstellt, daß sich Nadrach unerkannt von den Herrschern durch die Reiche bewegen kann. Dieser Schutz gilt auch für seine Reisegefährten. Er bietet an, Dáirine und die anderen zu begleiten, damit der König der Eisigen Speere für die Anwesenheit der Rettungstruppe blind bleibt. Nach kurzem Zögern stimmen Dáirine, Llwellyn und Andrew zu.
Die Gefährten verweilen nicht lange, sondern machen sich gleich auf den Weg. Schon bald kommen sie in ein hübsches Reich voller Hügel und Bäche, wo sie sich zur Ruhe begeben. Als Henry am nächsten Morgen als erster wieder aufwacht, muß er erstaunt feststellen, daß er geschrumpft zu sein scheint. Erst als die anderen aufwachen, erkennt er die Wahrheit: Er ist zu einen etwa zehnjährigen Kind geworden! Auch der Rest ist nicht verschont geblieben: Alen, Llwellyn, Alenka und Olf sind etwa acht Jahre alt geworden, während Andrew, Dáirine, Hugo, Athanasius und Nadrach nur noch sechs zu sein scheinen.
Der Zustand beschränkt sich nicht auf ihre Körper: Auch der Geist der Verjüngten wird ein wenig kindlicher, und die Magier verlieren den Zugang zu ihrer Zauberkraft völlig. Auf einmal erfordert es einiges an Selbstkontrolle, sich zu benehmen und zu handeln wie ein Erwachsener.
Die einzigen, die von dem Zauber nicht betroffen worden sind, sind der fünfzehnjährige Padraig und der zwei Jahre jüngere Gwyn. Die beiden beschließen, auf die anderen ein wenig aufzupassen, da sie ja jetzt die „ältesten“ sind.
Da der Zauber wahrscheinlich von dem Bach herrührt, an dem die Gruppe gelagert hat, beschließt Dáirine, ihm bis zu seiner Quelle zu folgen, begleitet von Athanasius, Alenka, Hugo, Nadrach und Padraig. Dabei stoßen sie zunächst auf einen schwarzen Ritter, mit dem sich Dáirine eine Weile herumstreitet, bis Padraig sie weiterzieht. Auch Gwyn hat seine Schwierigkeiten: Wie soll er seinen Vater und Llwellyn davon abhalten, sich während des Schachspiels mit Figuren zu bewerfen und danach zu prügeln?
Schließlich erreichen Dáirine, Padraig und die vier anderen die Quelle. Dort steht eine Hütte, in der der Quellgnom wohnt. Der heißt die „Kinder“ auch ganz begeistert willkommen: Er mag Kinder ja so gerne, sie sind so viel netter als Erwachsene! Offenbar ist er für die Verjüngung der Gefährten zuständig. Aber Padraig und Athanasius gelingt es, ihn zu überreden, die Verwandlung rückgängig zu machen. Dies kann jedoch erst am nächsten Tag geschehen, sodaß er die Kinder einlädt, doch bis dahin bei ihm zu bleiben und mit ihm zu spielen.
So werden auch die anderen herbeigeholt. Bis spät in die Nacht spielen sie mit dem Spielzeug des Gnoms, wobei Andrew und Athanasius bei der Nachstellung der Schlacht von Hattin etwas auffällt: Wäre Crux Liberandi nicht von Serpentia aufgehalten worden, so hätte die so unglücklich scheinende Schlachtaufstellung der Christen dazu geführt, daß die Flambeaus einen fast direkten Weg zu Saladins Zelt gehabt hätten….
Während des Abends erfähren die Gefährten, daß der Gnom einen der Zugänge zum Wagenhaus hütet. Erwachsene wollen ihn immer benutzen und wären dabei so fürchterlich unhöflich – deswegen mag der Gnom auch keine Erwachsenen. Daraufhin bitten die Serpentianer ganz höflich darum, doch den Durchgang benutzen zu dürfen, da dies ihren Weg wohl erheblich abkürzen würde. Etwas grummelig erlaubt es der Gnom.
Am nächsten Tag werden alle Gefährten wieder zurückverwandelt, außer Athanasius, der lieber ein Kind bleiben will. Während des Abschieds ist Dáirine versehentlich ein wenig unhöflich zu dem kleinen Gnom, der daraufhin nicht mehr mit ihr redet. Aber die Benutzung des Durchgangs erlaubt er trotzdem, vor allem da die anderen umso höflicher zu ihm sind.
So kommen Llwellyn, Andrew und der Rest im Wagenhaus an. Dort wird ihnen gesagt, daß sie – um an ihr Ziel zu kommen – am besten beim Schneemarkt aussteigen sollten. Diesen Rat befolgen die Reisenden auch. Aber als sie das Wagenhaus gerade verlassen, erleben sie eine Überraschung: Unter den Passagieren, die vom Schneemarkt abreisen wollen, sind genau die Leute, die sie retten wollten – Nakatia, Frederik und die anderen!
Unter freudigen Begrüßungen steigen alle (wieder) ins Wagenhaus ein, das demnächst Zwischenstation im Goldenen Frühlingswald machen wird. Unterwegs erzählen sie sich von den Abenteuern, die sie alle zu bestehen hatten…
Nachdem sie das Wagenhaus im Reich Fionnualas verlassen haben, kehren alle Reisenden wohlbehalten wieder nach Hause zurück. Die Suche nach dem Sechsten Schlüssel ist geglückt.

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Marganma

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