Serpentia

Das Grab des Heiligen Zebedäus
Sommer 1179

Theobald, Julius, Aladin, Mikula, Sergej, Quintus, Hugo, Sir Garth, Andrew

Während Aladin mit solchen mundanen Verwicklungen beschäftigt ist, sind andere auch nicht untätig. Andrew versucht, über eine Locke, die er noch von ihr hat, seine Frau zu finden. Er kann zwar feststellen, daß sie in Jerusalem ist, aber kaum hat er den Spruch gesprochen, geht die Locke in Flammen auf. Da auch Terminus, Sir Garth und die anderen in die Heilige Stadt reisen, schließt er sich ihnen an.
In Jerusalem kommen sie bei einigen Verwandten des Jerbiton, den Glansdales, unter. Sir William Glansdale ist Jasmins Bruder, seine Frau Isabelle Andrews Stieftochter aus erster Ehe.
An dem Tag ihrer Ankunft gehen Sir Garth, Terminus und Quintus als erstes in die Grabeskirche. Es ist sehr voll, da an demselben Tag eine Pilgergruppe aus St. Cebedeo in Italien angekommen ist und jetzt hier am Schrein ihres Heiligen betet. Nach anfangs vergeblicher Suche drängen sich die drei dann doch durch die frommen Pilger und siehe da: Der Knochenschlüssel befindet sich tatsächlich bei den Gebeinen des Heiligen Zebedäus. Auf die Frage hin, was das denn wohl sei, bekommen sie zur Antwort, man wisse es nicht genau, aber möglicherweise wäre es eine Art gefangener Dämon. Eine andere These sagt, es sei der Schlüssel zum Himmelreich, was aber nicht so anerkannt ist. Jedenfalls ist das Reliquiar verschlossen und kann nicht so einfach geöffnet werden. Außerhalb der Kirche überlegt Quintus, ob man den Schlüssel stehlen könne. Sir Garth ermahnt ihn und schlägt seinerseits vor, doch zunächst mit dem Patriarchen zu sprechen. Terminus ist einverstanden, fragt sich aber, wie man an so eine Audienz kommt.
Wieder bei den Glansdales angekommen, begeben sich alle zu Bett. Mitten in der Nacht jedoch wachen Hugo und Quintus auf. Als sie den Raum verlassen, um nachzuschauen, was sie geweckt hat, sehen sie ein bläuliches Leuchten aus einem der Zimmer kommen. Als sie eintreten, sehen sie auf dem Bett die Leiche von Jasmin liegen. Andrew ist schon da und kniet fassungslos neben der Toten, einen Brief in der Hand. In ihm steht, Andrew solle nie wieder wagen, Abbas Ibn Usamas Kreise zu stören, sonst würde es ihm ebenso ergehen. Quintus bleibt bei ihm, während Hugo sofort den Hausherrn holt. Als dieser seine tote Schwester sieht, verliert er völlig die Fassung: Er beschuldigt seinen Schwager, die junge Frau umgebracht zu haben. Nur mühsam läßt er sich von Quintus und Hugo wieder beruhigen.
Unglücklicherweise haben einige schwatzhafte Diener einen Teil der Anschuldigungen gehört und verbreiten nun das Gerücht, der Herzog von Gloucester habe seine eigene Frau ermordet. Die Klatschbasen der Stadt sind nur zu glücklich über so viel Skandal, sodaß die ganze Affäre bis zum übernächsten Nachmittag auch bis zum König gedrungen ist. Dieser möchte den Dingen natürlich auf den Grund gehen und läßt die Glansdales und die anderen zu sich rufen.
An dem Morgen nach der Auffindung der Toten hat sich William wieder gefaßt und bittet für seine haltlosen Anschuldigungen um Nachsicht. Zu der Beerdigung an diesem Nachmittag geht die Familie wieder vereint. Auch die anderen Serpentianer sind dabei. Während der Trauerrede am Grab fällt Quintus eine Gestalt auf, die sich am Rande des Friedhofs herumdrückt. Als nach dem Begräbnis alle den Gottesacker verlassen, bleibt der Knappe zurück, um herauszufinden, um wen es sich da handelt. Als der Mann sich schließlich dem Grab nähert, erkennt Quintus dessen riesenhafte Gestalt sofort: Der Kerl ist der oberste Sklavenaufseher von Abbas Ibn Usama! Dennoch kniet er an der letzten Ruhestätte von Jasmin nieder, legt ein paar Blumen darauf und weint wie ein Kind. Als er endlich wieder geht, folgt ihm Quintus. Bald gelangen sie in einem unangenehmeren Teil der Stadt, und schließlich verschwindet der Aufseher im Keller eines baufälligen Hauses. Der ehemalige Dieb merkt sich dieses Haus und geht dann zurück, um den anderen von seiner Entdeckung zu berichten.
Mittlerweile aber ist die Einladung zum König bei Glansdales angekommen, also wird Abbas warten müssen. Außer William und Isabelle Glansdale und Andrew sind auch Sir Garth und Quintus dabei.
König Baudouin IV. von Jerusalem ist zwar ein junger Mann, aber dennoch ein sehr erwachsener. Damit mag seine schon in seiner Kindheit erfolgte Ansteckung mit Lepra verantwortlich sein, und jetzt, nach vielen Jahren der Krankheit, ist sein Körper zerfressen und entstellt. Dennoch wirkt er nicht abstoßend, als er die Adligen empfängt, und auch nicht mitleiderregend, sondern vielmehr respekteinflößend. Überlegt hört er sich den merkwürdigen Fall an und entscheidet, daß manche Leute – er wirft dabei einigen Templern und anderen Adligen einen Blick zu – besser aufpassen sollten, auf welche Gerüchte sie hören, und läßt die Trauernden nach Hause gehen. Von soviel Weisheit beeindruckt, bittet Sir Garth den König, für ihn eine Audienz beim Patriarchen zu erwirken. Nach einem kurzen Gespräch ist Baudouin überzeugt, daß es um nichts Triviales geht, und erklärt, er werde tun, was er könne.
Bereits am nächsten Tag erhält Sir Garth die Einladung für eine Audienz beim Patriarchen. Dort angekommen, ist er viel zu nervös, um die Verhandlungen zu führen, also muß Quintus als sein Knappe für ihn sprechen. Der Patriarch Amalrich ist ein großzügiger und aufgeschlossener Mann und hört sich Quintus´ Argumente ruhig an. Tatsächlich weiß er, daß niemand den kleinen Drachen bei den Gebeinen anfassen kann, und außer ihm vielleicht noch eine Handvoll anderer, aber von denen kann Quintus es kaum erfahren haben. Also entschließt sich der alte Patriarch, die Probe zu machen: Wenn Sir Garth den Schlüssel berühren kann und die Geschichte stimmt, kann der Schlüssel wohl auch nichts Heiliges sein. In diesem Fall können sie ihn gerne mitnehmen.
Natürlich gelingt es dem alten Ritter, den Schlüssel aufzunehmen, also darf er ihn auch behalten. Wieder ist einer der sieben Schlüssel in den Besitz der neuen Bewohner gekommen.
Endlich ist nun auch Zeit, sich um Abbas Ibn Usama, den Mörder von Jasmin, zu kümmern. Eine größere Gruppe bricht in Richtung des Hauses auf und kann den Schwarzkünstler auch aufstöbern. Es gibt einen verbissenen Kampf zwischen den Magi und Grogs von Serpentia auf der einen und Abbas´ Dienern auf der anderen Seite. Als der Ibn Usama aber merkt, daß es schlecht für ihn steht, flieht er. Dabei muß er allerdings seinen Enkel Kasar zurücklassen, der prompt fast verbrannt wäre, da er nicht mal richtig laufen kann. Quintus rettet ihn und beschließt, das verwöhnte Balg zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Er hat Glück: Kasar ist Abbas´ jüngster und freundlichster Enkel, auch wenn der Knappe das am Anfang wohl kaum glauben mag.

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Der Böse Onkel
Sommer 1179

Petrus, Theobald, Terminus, Julius, Aladin, Mikula, Sergej, Quintus, Hugo, Sir Garth, Andrew

Yazed Ibn Usama drängt darauf, etwas gegen seinen Onkel zu unternehmen. Von Quintus hat er mittlerweile erfahren, daß Abbas einer der einflußreicheren Wesire Saladins ist. Eigentlich sollte es kein Problem sein, zu beweisen, daß Yazed der richtige Erbe ist. In dessen Besitz befindet sich nämlich der Ring der Ibn Usama, den eine wunderschöne Lilienknospe schmückt. Nur wenn der wahre Erbe diesen Ring ansteckt, öffnet sich die Knospe zur vollen Blüte. Aber auch da muß Quintus Yazed enttäuschen: Abbas trägt so einen Lilienring mit einer voll erblühten Blume. Auch wenn das eine Fälschung ist, so muß dies doch erst einmal bewiesen werden. Aladin ist da pragmatischer eingestellt: Er wird einfach ins Haus des Abbas schleichen und den Ring stehlen.
Einige andere Magi wollen die Geschwister und Aladin nach Damaskus begleiten. In der letzten Zeit hatte Sir Garth nämlich Träume von einem Reliquiar voll Knochen in der Grabeskirche von Jerusalem. In dem Reliquiar befand sich neben den Gebeinen des Heiligen auch ein Schlüssel in Drachenform: Der Knochenschlüssel! Um diesen Schatz geht es Terminus und den anderen. Da sie aber ohnehin über Damaskus reisen müssen, bieten sie Aladin ihre Hilfe an, der sie auch gerne akzeptiert.
Als alle in der Stadt ankommen, brechen Sir Garth und sein Knappe Quintus zunächst auf, um die von Selim Bey erbeuteten Pferde zu verkaufen. Dabei allerdings erkennt ein damaszenischer Bürger sein eigenes, vor einiger Zeit gestohlenes Pferd wieder und bezichtigt den stadtbekannten Säufer und den gebrandmarkten Ex-Langfinger des Diebstahls. Ihren Beteuerungen wird kein Glaube geschenkt, und ein aufgebrachter Mob will sie zum Kadi schleppen, damit der sie ihrer gerechten Strafe zuführt. Als sie die beiden allerdings durch eine schmale Gasse führen, tritt ihnen eine beeindruckende Gestalt mit leuchtend goldenem Haar entgegen und fordert zu wissen, was hier denn vorgehe. Die Erklärungen des Pferdebesitzers vermögen ihn nicht zu überzeugen, er verlangt die sofortige Freigabe der beiden Männer. Als ihn einer aus der Menge fragt, wer er denn sei, antwortet er, er sei ein Sklave des Abbas Ibn Usama. Dieser Name bringt die Damaszener zur Räson und sie gehen.
Als Quintus und Sir Garth mit dem Mann reden, erfahren sie, daß er sie nur wegen Garths irischem Akzent gerettet hätte. Er stellt sich ihnen als Ned vor, ebenfalls ein Einwohner der britischen Inseln, wenn auch aus England, nicht Irland. Er ist tatsächlich ein Sklave des Ibn Usama, und als Quintus näher hinschaut, erkennt er die fadenscheinige Kleidung des eben noch so beeindruckenden Mannes. Da Ned ohne das Wissen seines Herrn gehandelt hat – er sollte eigentlich nur einen Einkauf tätigen – hofft er, daß dieser nichts davon erfährt. Bevor Quintus oder Sir Garth ihm genauere Fragen stellen können, geht er.
Am nächsten Tag geht Quintus los, um sich unter den Dieben und Bettlern der Stadt über Abbas und dessen Anwesen umzuhören. Er erfährt, daß dort noch niemand erfolgreich eingebrochen ist, tatsächlich wurde keiner von denen, die es versucht haben, je wieder gesehen. Es gibt Gerüchte über Höllenhunde oder Djinns, die das Anwesen bewachen. Abbas ist in der Stadt nicht sehr beliebt, da er zwar sehr luxuriös lebt, aber den Bettlern fast nie Almosen gibt. Außerdem soll er grausam zu seinen Sklaven sein. Das erfährt Quintus auch von einer jungen Sklavin, die das Anwesen einmal verläßt: Der Engländer, der ihnen gestern half, ist für diese Vermessenheit grausam ausgepeitscht worden.
Wegen der Erzählungen über Höllenhunde wagt Aladin sich zunächst nicht in den Palast hinein, aber die Berichte über Abbas´ viele Sklaven haben Mikula auf eine Idee gebracht: Man könnte doch einige Leute an den Ibn Usama verkaufen, die sich dann auf dem Anwesen einmal umsehen. Nach einigem hin und her entscheiden sich Petrus und Hugo, die Sklaven zu sein, Mikula mimt den Sklavenhändler, während Theobald und Sergej seine Wachen sind.
Der Plan geht besser auf als erwartet: Der riesenhafte Aufseher Hais Ibn Raffa kauft nicht nur Petrus und Hugo, sondern er wirbt auch Theobald als Wache an, da ihm dessen düstere Ausstrahlung gefällt.
Innerhalb des Palastes wird Hugo der Ehefrau des Abbas, einer schönen Europäerin, die Jasmin genannt wird, als Unterhalter zugeteilt, während Petrus die sieben Enkel des Hausherrn unterrichten soll. Theobald darf als Aufseher Sklaven quälen. Dabei trifft er recht schnell wieder auf Ned, der sich noch nicht ganz von den Schlägen erholt hat. Er unterhält sich zunächst mit ihm, gibt dabei aber vor, dem faulen Sklaven Beine zu machen. Während des Gesprächs erfährt er, daß Ned hier ist, um seine verschleppte Frau Melisende zu retten. Sein Hauptproblem ist, daß sie ihr Gedächtnis verloren hat und sich nicht mehr an ihn erinnert. Sie glaubt jetzt, Jasmin zu sein, die Ehefrau von Abbas Ibn Usama. Theobald berichtet seinerseits von seiner Mission. Die beiden beschließen, zu kooperieren, sodaß Theobald weiter vorgeben wird, diesen Sklaven ganz besonders zu piesacken.
Als Hugo diese traurige Geschichte hört, beschließt er, auf seine Weise zu helfen, indem er Jasmin englische und irische Volkslieder und Balladen vorsingt. Dies scheint ihr Gedächtnis tatsächlich zu bessern.
Petrus hat in der Zwischenzeit eigene Probleme: Die sieben Enkel des Abbas entpuppen sich als verwöhnte Bälger, die es nicht einmal für nötig halten, zu laufen, und außerdem keinerlei Gefühl für Richtig und Falsch haben. Auch Petrus´ Versuche, ihnen etwas Menschenliebe beizubringen, zeigen keinen Erfolg – außer, daß er die Mistbälger damit amüsiert.
Schließlich kann Theobald Aladin melden, daß das Gelände zwar scharf patrouilliert wird, es hier aber keine Höllenhunde gibt. In dieser Nacht schleicht sich eine kleine Katze in Abbas´ Schlafgemach, dessen genauen Standort Aladin durch Hugo weiß. Dort findet er auch das Geheimfach, von dem Jasmin dem Spielmann erzählt hat, und in dem der falsche Ring liegt. Mit seiner Beute macht sich der Bjornaer davon, wobei er sich wundert, in welcher Verwirrung sich der Haushalt befindet.
Dafür kann er teilweise Hugo verantwortlich machen. Dieser war nämlich Neds Bitte, seiner Frau doch seinen Ehering zu bringen, damit sie ihn vielleicht erkennt, nachgekommen. Allerdings war er dabei so ungeschickt, daß auch Abbas den Ring zu Gesicht bekam. Nach einigen Drohungen des Wesirs erzählte Hugo ihm die ganze Geschichte. Natürlich stürmte Abbas sofort los, um den unverschämten Sklaven zur Rechenschaft zu ziehen. Als der von dem Spielmann alarmierte Theobald in die große Halle kam, wo er den Hausherrn vermutete, war es schon zu spät: Ein Toter lag am Boden. Allerdings nicht Ned, wie Theobald im ersten Schreck vermutet hatte.
Als Abbas den Engländer nämlich zu sich rief und mit dem Tod bedrohte, offenbarte der seine magischen Fähigkeiten: Er verletzte seinen ehemaligen Herrn, tötete die Wache, die sich ihm in den Weg stellte, und floh durch die Wand.
Der Ibn Usama war sehr zornig und befahl eine Verfolgung, die Theobald, Hugo und Petrus ausnutzten, um zu entkommen.
Außerhalb des Hauses treffen sich die verschiedenen Parteien wieder. Dabei stellt sich Ned Aladin nun als Sir Edward Andrew Owen Fitzpatrick, Herzog von Gloucester, Filius von Alocar aus dem Hause Jerbiton vor. Gemeinsam stoßen Aladin und Andrew dann zum Rest der Gruppe.
Da sie nun den falschen Ring haben, kann Yazed zum Sultan Saladin gehen, um seinen Anspruch anzumelden. Dies tut er auch gleich am nächsten Morgen, begleitet von Aladin und Terminus.
Der Sultan empfängt ihn freundlich, aber als sich die Blüte auf dem Ring öffnet, ist er recht erstaunt. Schließlich ist Abbas Ibn Usama auch da und hat einen offenen Blütenring: Der betrügerische Wesir besitzt offenbar mehr als nur eine Fälschung! Saladin macht den Vorschlag, in die Moschee zu gehen und Allah um eine Lösung des Rätsels anzuflehen. Je näher sie aber der Moschee kommen, desto nervöser wird Abbas. Schließlich bleibt er einige Schritte vor dem heiligen Ort stehen und reißt sich den Ring vom Finger. Als aber dieser den Boden berührt, verwandelt er sich in eine kleine Schlange, die schnell von der Moschee wegkriecht, dabei allerdings von Aladin totgetreten wird.
Abbas selbst beginnt, sich immer schneller um die eigene Achse zu drehen und verschwindet schließlich, obwohl Terminus noch magisch versucht, ihn aufzuhalten.
Als die anderen außerhalb von Abbas´ Flucht erfahren, rennen sie mit Terminus und Aladin zu dessen Palast. Dort sind schon schwere schwarze Wolken zu sehen, und bald beginnt es, nur über diesem einen Haus zu gewittern. Die Magi und ihre Gefährten hetzen zu Abbas´ Gemach im höchsten Turm des Gebäudes, aber auch sie sehen nur noch, wie der Ibn Usama und Jasmin durch einen dunkelblauen Spiegel, wie aus Saphir gemacht, hindurchgehen und verschwinden, wobei auch der Spiegel selbst hinterher weg ist. In diesem Moment beginnt das Gebäude auseinanderzufallen, aber alle haben Glück und können das seltsamerweise menschenleere Anwesen unverletzt verlassen.
Nach ein paar Stunden finden sie die Bewohner des Palastes bis auf einige Vertraute des Hausherrn in einem weiten Gewölbe unter dem Gebäude. Den meisten von ihnen geht es nicht sehr gut, da in dem riesigen Raum eine kleine schwarze Sonne hing, die ihre Lebenskraft abgesaugt hat. Immerhin finden sie einige Leute, die bereit sind, sie nach Serpentia zu begleiten, darunter auch Ali Ben Ali, einen ehemaligen Lehrling von Quintus. Außerdem entdecken die Magi in den Ruinen noch etwas Vis, darunter eine kleine Flasche mit extrem starkem Inhalt: Zu erkennen ist aber nur schwach wirbelnder Nebel. Auch ein paar Bücher tauchen auf, darunter eines, das in einer allen völlig unbekannten Schriftsprache geschrieben ist. Dieses Buch soll später Shakram zur Übersetzung erhalten. Sechseinhalb Jahre später wird er diese Aufgabe bewältigt haben.
Aladin heiratet Samala und wird von Yazed in die Familie der Ibn Usama aufgenommen. Schlagartig ist er reich und mächtig. Yazed selbst wird zu Abbas´ alter Position erhoben, außerdem erhält er das Land, in dem Serpentia liegt, als Lehen. Er überläßt es Aladin zur Verwaltung.
Der Bund erhält das Recht, Zoll auf der Karawanenstraße zu erheben, und die Karawanserei zu betreiben, wenn er im Gegenzug die Straße sicher hält.

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Frühling 1179 - Bundleben
Frühling 1179

Als Gerwald wieder einmal Benedikt zu sehr nervt, schickt dieser ihn los, die Quelle der Weisheit zu finden. Also stapft der Stallknecht los und kommt einige Tage darauf wieder, wobei er verkündet, er habe die Quelle tatsächlich gefunden. Benedikt allerdings nimmt das Ganze nicht sonderlich ernst und schickt ihn zurück in den Stall.
Auch Ephangelia, die Gerwald eigentlich mag, glaubt ihm kein Wort. Aber sie beschließt, mit ihm zu dieser ominösen Quelle zu gehen, sei es auch nur, um ihn bei einer direkten Lüge zu erwischen.
Der Aufbruch dieses seltsamen Paares bleibt Sean nicht verborgen. Der Ire beschließt, sie zu verfolgen, allerdings nicht als Mensch. Sean ist nämlich ein Gestaltwandler, ein Werwolf, und kann sich beliebig in einen Wolf verwandeln. Als solcher folgt er Gerwald und Ephangelia auch.
Nach etwas über einer Tagesreise erreicht das Paar tatsächlich eine Quelle. Als Ephangelia davon kostet, fällt alle Müdigkeit von ihr ab: Die Quelle ist wirklich magisch! Nach einer kurzen Rast kehren die beiden, immer noch verfolgt von Sean, zum Bund zurück. Unterwegs aber bemerken die Verfolgten den Wolf, den Gerwald sofort eindeutig als Fenris identifiziert. Der Versuch, mit dem ruhig dastehenden Tier zu kämpfen, endet in einer Katastrophe: Zwar kann Gerwald Sean einen schmerzhaften Schlag auf die Nase verpassen, wird dann aber aus Versehen von der herannahenden Ephangelia halb tot geschlagen…
Als sie so zum Bund zurückkommen, ist Benedikt doch an der Quelle interessiert. Mit Henry, Rougen und einem Faß bricht er auf, um etwas Wasser von dort zu holen. Er möchte es gerne im Labor auf seine magischen Qualitäten untersuchen. Auf der Rückreise zum Bund mit dem schweren Faß gehen die Grogs direkt durch den auf dem Weg liegenden Wald, den die anderen bisher umgangen hatten. Benedikt selbst war schon vorausgeeilt. In dem Wald werden Henry und Rougen von einem Dämon überfallen. Rougen wird schwer verletzt, Henry erschlägt den Dämon, ohne einen Kratzer davonzutragen. Das Faß bringen sie – zwar halb leer, aber immerhin – heil im Bund an.
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Sir Daowyn beschließt, den Feenwald zu besuchen, um mehr über seinen leiblichen Vater und seine Keule zu erfahren. Sean folgt dem Ritter, denn er weiß schon seit längerem die Wahrheit über Sir Daowyn: Der ist nämlich kein Mann, sondern eine Frau! Das war auch in Irland herausgekommen, als sie einmal verwundet wurde, und deswegen hatte sie ihre Heimat verlassen. Da Sir Garth jahrelang der Meinung war, Daowyn sei sein Sohn, ist sie als Mann aufgewachsen. Jetzt allerdings möchte sie die Feenkönigin bitten, ihr zu helfen, ihre weibliche Seite zu entdecken. Vor allem möchte sie Kinder haben.
Im Feenwald treffen sich Daowyn und Sean und reden sehr lange miteinander. Danach bittet Sean die Feenkönigin um Feenwein, während Daowyn sie fragt, wie man eine Schwangerschaft garantieren könne. Fionnuala gibt ihr ein kleines Amulett, mit der Anweisung, es ständig zu tragen. Sean und Daowyn genießen die nächsten drei Tage sehr.
Als sie den Feenwald verlassen, trägt Daowyn Frauenkleidung und nennt sich Aifeda. Sie behauptet, Sir Daowyns Zwillingsschwester zu sein, aber schon bald gibt es Gerüchte, daß der Ritter die Feenkönigin irgendwie erzürnt habe und deswegen in eine Frau verwandelt worden sei.
Da Daowyn schwanger ist, möchte Sir Garth, daß Sean sie heiratet. Andernfalls müsse Garth Sean zu einem Duell fordern, da er die Ehre seiner Tochter beschmutzt hätte. Schließlich stimmt Sean zu. Heimlich heiraten die beiden in Damaskus.
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Eines Tages wirft Llwellyn einen Feuerball nach der Rödelbahn. Rougen ist schwer beeindruckt und möchte das auch lernen. Nach anfänglichen Fehlschlägen bekommt er ungeahnte Hilfe: Ein kleines Wesen, das sich George die Fee nennt, bietet an, ihm verschiedene Dinge beizubringen. Rougen nimmt begeistert an, nicht ahnend, daß die vermeintliche Fee in Wirklichkeit Pip der Dämon ist.
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Quintus möchte dem Diebesgewerbe den Rücken kehren. Da er sehr beeindruckt von Sir Garth ist, bittet er diesen, ihn als Knappen anzunehmen, was der Ritter auch tut.
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Cavallo nimmt ein Mädchen aus dem Bund, Fiorella, Ariellas und Roscos Tochter, als Lehrling an.

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Aladin und die vierzig Räuber
Frühling 1179

Aladin, Llwellyn, Julius, Quintus, Hugo & Grogs

Nachdem die Magi von der alten Karawanserei gehört haben, würden sie diese gern neu aufmachen. Dazu müssen sie aber die Genehmigung des Sultans haben, außerdem sollten sie die Straße irgendwie von den Räubern befreien. Da auf Selim Beys Kopf eine hohe Belohnung ausgesetzt ist, beschließen sie, sich zunächst um ihn zu kümmern.
Zuerst wird Ladyhawke ausgeschickt, die das Räuberlager auch recht schnell findet, danach bietet Aladin an, sich als Katze einzuschleichen, um zu spionieren.
Die Räuber Selim Beys haben vor kurzem wieder einmal eine Karawane überfallen. Dabei machten sie auf das Geheiß ihres Hauptmannes auch Gefangene: Hugo, einen englischen Barden, der jetzt verzweifelt versucht, die Räuber zu unterhalten; Samala und Yazed Ibn Usama, ein junges Geschwisterpaar, das nach dem Tod ihres Vaters nach Damaskus zurückkehren wollte; und Ephangelia, eine griechische Bogenschützin, die sofort rekrutiert wurde – nicht unbedingt mit ihrem Einverständnis. Selim Bey hat den jungen Yazed zu seinem Berater gemacht, um dessen schöner Schwester besser nachstellen zu können. Noch sträubt sie sich, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der wahnsinnige Räuberhauptmann die Geduld verliert und sie einfach gegen ihren Willen nimmt.
In dieser Situation schleicht sich Aladin in das schludrig bewachte Lager, in dem sich vielleicht vierzig Räuber aufhalten. Er bekommt die Notlage der Geschwister mit und beschließt sofort, ihnen aus dieser Bedrängnis zu helfen. Also gibt er sich ihnen zu erkennen. Obwohl die beiden zunächst sehr erschrocken sind, fassen sie Zutrauen zu dem Magier und lassen sich von ihm in zwei kleine Katzen verwandeln. So können sie das Lager leicht verlassen. Als Aladin allerdings versucht, sich in Panthergestalt wegzuschleichen, wird er entdeckt und es gibt eine wilde Jagd.
Jetzt, da die Räuber abgelenkt sind, beginnen die Magier von draußen, das Lager anzugreifen. Quintus, von Julius mit Selim Beys Gesicht ausgestattet, brüllt den Räubern sinnlose Befehle zu, Llwellyn beschießt sie mit Feuerbällen und Aladin wütet als Panther in ihrer Mitte, sodaß die Grogs leichtes Spiel haben. Nachdem Selim Bey von Quintus getötet wird, ergeben sich die verbliebenen Räuber. Einige von ihnen entschließen sich sogar, als Grogs in den Dienst von Serpentia zu treten.
Auch Hugo und Ephangelia wollen bei dem Bund bleiben. Mit Yazed und Samala hat es allerdings eine besondere Bewandtnis: Wie Selim Bey dem jungen Mann anvertraute, wurde er von dessen Onkel Abbas Ibn Usama gedungen, die Geschwister zu ermorden. So wollte er verhindern, daß Yazed sein rechtmäßiges Erbe antritt. Aladin, beeindruckt von der schönen Samala, schwört, ihnen gegen ihren gierigen Onkel zu helfen.

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Winter 1178 - Bundleben

Im Winter kommt ein neuer Magier in den Bund: Mikula, ein russischer Ex Miscellania, der sich selbst als Priester Gaias bezeichnet. Bei ihm ist sein gutaussehender Bruder Sergej, der auch gleichzeitig sein Leibgrog ist. Kurz nach der Ankunft der beiden kommen einige Dörfler aus St. Corona unter der Führung von Vater Taddeo zum Bund und verlangen, daß Sergej, der eine junge Dörflerin geschwängert hat, diese heiratet. Nachdem Mikula seinen Bruder überzeugt hat, daß es so das Beste ist, heiratet dieser das Mädchen.
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Auch Llwellyn heiratet: Tina, die Bundschneiderin, ist von ihm schwanger.
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Terminus, Nakatia und Benedikt sind schwer im Labor beschäftigt: Sie forschen ein Ritual, mit dem sie Terminus´ Körper sein originales Alter zurückgeben können. Das wird allerdings bis Ende Frühling brauchen.
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Bei der genaueren Erforschung der Umgebung treffen die Magi auf dem Friedhof den Geist eines Inders, der unter den gleichen Gedächtnisproblemen leidet wie die Geister der Altmagier. Allerdings weiß er noch, daß ihm seine Seele gestohlen wurde.
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Julius, der recht kleinwüchsig ist, erlaubt sich als Terminus verkleidet einen kleinen Scherz mit den Kindern des Bundes: Er bringt ihnen die Formen und Techniken der Magie bei, sodaß sie nun eine Art mundanes Certamen ausfechten können: Statt mit Perdo Animal die Vernichtung eines Tieres zu simulieren, veranstalten sie ein Wurstwettessen; Perdo Corpus ist für Prügeleien zuständig und so weiter. Es bleibt abzuwarten, was Haus Tremere zu dieser Entwicklung sagt….
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Terminus ist begeistert von den beiden Visquellen, die im Herbst entdeckt wurden, also schickt er Llwellyn und Aladin auf Visjagd. Die beiden nehmen das nicht so ganz ernst und machen sich mit ein paar Netzen, Körben und einer großzügigen Portion Whisky einen schönen Abend. Ziemlich betrunken und völlig unabsichtlich finden sie dabei trotzdem etwas: Einen halbverdursteten Iren namens Sean, der über einen kleinen Weg durch die Berge zu ihnen gekommen ist. Sie haben natürlich zunächst nichts besseres zu tun, als den Erschöpften mit Llwellyns magisch gestrecktem Whisky abzufüllen.
Als Sean sich von dem gepanschten Getränk erholt hat, berichtet er, er sei über eine alte Karawanenstraße gekommen, die von den Räubern des Selim Bey unsicher gemacht werde. Den Weg in das Tal fand er hinter einer verlassenen, halb zerfallenen Karawanenstation entlang des Weges. Da er ein Sicherheitsleck im Bund entdeckt hat, ernennt Terminus ihn kurzerhand zum Sicherheitschef und erlaubt ihm und seinem Mündel, einem kleinen Mädchen namens Colleen, zu bleiben.
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Sir Daowyn errichtet eine Rödelbahn, um die Grogs zu trainieren, die aber von den Bewaffneten und den anderen Bewohnern des Bundes mehr zu allerlei Blödsinn benutzt wird.

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Herbst 1178 - Kinderkram
Herbst 1178

Zurück im Bund freut sich zunächst Maika, die vierjährige Tochter der Groga Elsa, daß sie nun einen – wie sie meint – gleichaltrigen Spielgefährten hat. Terminus´ Versuche, dem Kind aus dem Weg zu gehen, sind selten von Erfolg gekrönt: Die Kleine scheint einen sechsten Sinn für ihn zu haben. Als sie einer magischen Untersuchung unterzogen wird, stellt sich heraus, daß sie die Gabe besitzt.
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Auch eine andere Untersuchung findet statt: Benedikt dringt in Joannas Geist ein, wird dabei aber fast von der Schlange in ihrem Kopf verschlungen.
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Schließlich kommt, wie versprochen, Cavallo noch einmal vorbei, was zu einiger Verwirrung führt. Terminus will nämlich nicht, daß irgend jemand etwas von seinem doch sehr jugendlichen Zustand erfährt. So erfährt Cavallo, daß der Knabe „Törmi“ das Kind von Terminus und Nakatia sei. Wirklich peinlich wird das Ganze erst, als Cavallo fünf verschiedene Personen fragt, wie denn Törmis voller Name lautet, und fünf verschiedene Antworten bekommt: Von Terminus über Teurminar zu Törminatus….
*
Auch ein weiterer Besucher trifft im Bund ein: Interrogeo, der Quaesitor. Er war gerade in dem kleinen Bergdorf voller Dämonisten gewesen, und will jetzt auch hier nach dem Rechten sehen. Damit ist es nicht weit her: Pip, Terminus´ kleiner „Freund“, hat die Labore der Magi mit ein paar Illusionen belegt, sodaß Aladins Labor von düsteren Pentagrammen und blutroten Kerzen geziert wird, Nakatias Labor hingegen völlig in Rosa eingerichtet ist. Zwar verschwinden die Illusionen meist, wenn Interrogeo die Labore inspiziert, aber für Verwirrung sorgt es allemal.
Auch andere Reibereien gibt es: Einmal wird Interrogeo von dem nervtötenden Stallburschen Gerwald gestört, woraufhin ihm der Quaesitor den Arm bricht, und dann gibt es eine größere Schlägerei in der Küche. Die arroganten Elitegrogs Interrogeos hatten nämlich Anne, die Köchin, beleidigt, was die Serpentianer nicht so einfach hinnehmen wollten. An dieser Schlägerei sind nicht nur Grogs beteiligt, auch Llwellyn prügelt sich kräftig mit. Dabei bekommt er von einem der bundfremden Krieger ein blaues Auge geschlagen. Als Interrogeo davon erfährt, geht er mit diesem Grog in sein Zimmer und kommt alleine wieder heraus: Er hat den Bewaffneten für seine Unverschämtheit getötet. Als er wieder geht, ist der ganze Bund sehr erleichtert.
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Tarbonne wird für seine Ohrfeige an Terminus mit ständigem Strafdienst beglückt. Da er den Sinn nicht so ganz einsieht, versucht er den Bund zu verlassen und Richtung St. Corona zu fliehen. Unglücklicherweise verläuft er sich in der Wüste und verdurstet.

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Spiele im Wald der Feen
Herbst 1178

Terminus, Ulf Ulrich, Tarbonne, Rougen, Henry

Da nun zumindest eine Visquelle erfolgreich erschlossen wurde, beschließt Terminus, die Suche nach einer zweiten selbst zu leiten. Neben dem Schlangental hatte Maeve nämlich noch einen zweiten Ort erwähnt, den Feenwald, der sich innerhalb des normalen Walds von Serpentia verbirgt. Dorthin will Terminus nun ziehen, sein Bruder aber möchte lieber nicht mitkommen, da er fürchtet, daß seine äußerst düstere Ausstrahlung die Feen abschrecken könnte.
Kurz bevor die kleine Gruppe aufbricht, kommt Anne, die Köchin des Bundes, zu Terminus. Da sie einiges über Feen weiß, kann sie ihm eine Menge gute Ratschläge mitgeben, unter anderem den Hinweis, daß man sich bei dem Schönen Volk besser nicht bedankt. Terminus, beeindruckt von soviel Umsicht, nennt sie „einen Ausbund an Wissen und Weisheit“.
Mit Terminus kommt neben ein paar Grogs auch Ulf Ulrich, ein junger dänischer Frauenheld und Alleskönner, der erst vor kurzem zum Bund gestoßen ist.
Als die Gruppe in den Wald eindringt, der übrigens überraschend europäische Züge trägt, bemerken sie recht schnell ein sehr neugieriges Eichhörnchen, das ihnen auch noch freundlich zuzwinkert. Dann läuft es davon, aber nicht so, daß man ihm nicht folgen kann. Das tun dann auch alle, und recht bald geraten sie auf einen Pfad, der immer breiter wird, je weiter sie gehen. Auch die Bäume fangen an, seltsame Merkmale wie Gesichter oder verschiedene Früchte an demselben Baum zu entwickeln. Schließlich springt das Eichhörnchen von seinem Ast auf den Boden und verwandelt sich dort in eine hübsche junge Frau, die sich den verblüfften Menschen als Windling von den Feen des Goldenen Frühlingswaldes vorstellt. Dann meint sie, die Besucher wären gerade zur rechten Zeit gekommen, und lädt sie ein, ihre Königin kennenzulernen.
Da das genau das ist, was Terminus möchte, folgt er Windling gerne tiefer in den Wald hinein. Nach ein paar Minuten – oder Stunden? – erreichen sie eine große Lichtung, wo sich alles mögliche Feenvolk tummelt: Trolle und Gnome, Blumenfeen mit durchscheinenden Flügeln und Satyre mit Bocksbeinen, winzige Pilzlinge und riesige Wolkenwichte. Über ihnen allen thront eine wunderschöne, elegante Frau mit bodenlangem goldenen Haar, reich gekleidet und nur an ihrer überirdischen Schönheit als Fee erkennbar. Neben ihr steht ein gewaltiger Luftdjinn, über und über mit Silber geschmückt. Windling führt Terminus zu ihrer Königin, während sich der Rest unter das feiernde Feenvolk mischt.
Terminus wird freundlich von der Herrscherin Fionnuala begrüßt. Wie schon Rotgold und ihre Schlangen, so hielten auch die Feen guten Kontakt zu dem alten Serpentia und sind auch gerne bereit, sich mit dem neuen Bund anzufreunden. So führen also Terminus und sie eine längere Unterredung, bei der der Magier erfährt, daß Maeve wohl Feenblut in ihren Adern hatte.
Ulf Ulrich und die anderen feiern in der Zwischenzeit mit den einfachen Feen. Sie alle haben so viel Spaß, daß sich ihre Freude dadurch äußert, daß sie immer jünger werden. Besonders ausgeprägt ist es bei Tarbonne und Ulf Ulrich: Der sonst so mürrische Provencale wird zu einem Burschen von vielleicht 18 Jahren, während sich der lebenslustige Däne sogar zu einem etwa sechsjährigen Kind verjüngt.
Während die anderen sich amüsieren, erfährt Terminus den Grund für die Feierlichkeiten: Es steht das Große Spiel bevor, bei dem die Feen vom Goldenen Frühlingswald gegen die Feen des Fallenden Herbstlaubes antreten. Dem Sieger des Spiels winken die Früchte des Frühlingsbaumes, acht rotbäckige Äpfel, und die des Herbstbaumes, acht kleine Totenschädel. Fionnuala erzählt dem Magus auch, daß die Einwohner des alten Bundes ihnen immer bei dem Spiel geholfen und dafür die Hälfte des Preises bekommen hätten, da die Früchte wohl irgendeine magische Substanz enthielten. Terminus ist sich sicher, daß er die Visquelle damit gefunden hat und bietet sofort seine Hilfe bei dem Spiel an. Fionnuala nimmt erfreut an, als Lohn sollen Terminus und die Seinen dasselbe erhalten wie die anderen Menschen schon früher.
Bei dem Spiel handelt es sich um eine Mischung aus Schlagball und einem Gestampfe: Es gibt einen Ball, den beide Teams versuchen, über die Ziellinie des anderen zu bringen. Dabei ist jeglicher Waffeneinsatz gestattet, allerdings keine Magie, es sei denn, es ist lustig. Jede Seite stellt einen Schiedsrichter, wenn die beiden uneinig sind, entscheidet das Publikum durch Lärm.
Auf der Seite der Feen von Goldenen Frühlingswald treten Tarbonne, Henry und Rougen mit Ulf auf den Schultern an. Terminus wird Schiedsrichter und setzt durch, daß das Zweiergespann als ein Spieler gilt. Da jede Seite fünf Spieler stellt, stoßen noch zwei Feen dazu: Ein edler Sidhe-Ritter und ein Luftdjinn. Auf der anderen Seite stehen ein Schwarzfeuerdjinn, ein Troll, ein Irrlicht, ein Kobold und ein Kelpie. Der Ritter und das Kelpie kennen sich, sie standen sich schon des öfteren bei diesem Spiel gegenüber.
Schließlich beginnt das Spiel und nach viel Gejohle und Gegröle, einigen seltsamen Schiedsrichtersprüchen, einem plattgesessenen Irrlicht und einem im fairen Duell besiegten Kelpie siegen letztendlich die Menschen und Frühlingsfeen 6 : 5.
Bei der anschließenden Feier redet Terminus wieder mit Fionnuala, die ihm noch ein paar recht rätselhafte Hinweise geben kann: So sind nicht alle Schlüssel zum Bund so, wie man sie erwarten würde, auch Freundschaft wäre eine Art Schlüssel. Über die Freundschaft weiß sie ohnehin noch einiges zu sagen: Freunde findet man an den ungewöhnlichsten Orten, aber man muß ihnen auch beistehen. Außerdem kann sie weiterhelfen, was die Sache mit Joannas Schlange im Kopf angeht, sie erzählt Terminus von zwei Möglichkeiten, in die Schatten zu gehen: Zum einen der Saphirspiegel, zum anderen die Wandler. Allerdings will sie diese beiden Begriffe nicht näher erläutern.
Vor lauter Freude über die neuen Informationen begeht Terminus einen Fehler: Er bedankt sich überschwenglich, obwohl Tarbonne noch versucht, ihn mit einer Ohrfeige davon abzuhalten. Diese aber kommt zu spät: Die Feenkönigin ist verärgert. Bei den Feen gilt nämlich die Sitte, daß ein Dank etwas ist, was man mit einem Geschenk erwidern muß.
Also schenkt Fionnuala Terminus die Jugend: Der gestandene Körper des Tytalus wird immer jünger, bis er schließlich die Form eines zehnjährigen Knaben hat. Ungeschickterweise findet Terminus keine bessere Art, seiner Frustration Luft zu machen, als sich nochmals zu bedanken. Daraufhin wird er noch ein wenig weiter verjüngt, bis er zu einem vierjährigen Kind geworden ist.
Etwas belämmert ziehen die Besucher dann schließlich von dannen, nachdem sie ausgemacht haben, daß sie auch am nächsten Großen Spiel teilnehmen können. Und während die Grogs und Ulf Ulrich beim Verlassen des Waldes wieder zu ihrem ursprünglichen Alter zurückkehren, bleibt Terminus in seinem kindlichen Körper gefangen. Glücklicherweise besitzt er aber immer noch den Geist eines Erwachsenen.

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Das Schlangental
Herbst 1178

Nakatia, Aladin, Benedikt, Gerrod, Joanna, Petrus, Tarbonne, Julius

Da nun durch Aidans Ankunft geklärt ist, wie es mit den mundanen Einkünften des Bundes aussehen wird, wollen sich die Magi auch um die magischen, sprich Visquellen, kümmern. Dazu weiß Maeve zu berichten, daß es früher eine Quelle im Schlangental gab, das irgendwo nördlich des Bundes in den Bergen liegen muß. Genauer erklären, was es mit diesem Schlangental auf sich hat, kann sie aber auch nicht. Also brechen Nakatia, Aladin und Julius, begleitet von Petrus und ein paar Grogs, in Richtung Norden auf. Terminus gibt ihnen Ladyhawke, seinen hochintelligenten Falken, mit, sodaß es möglich ist, das Tal aus der Luft zu suchen.
Nach ein paar Tagen Reise meldet Ladyhawke tatsächlich einen Erfolg: Sie hat ein recht großes Tal gefunden, in dem es von Schlangen nur so wimmelt. Sie führt die Magi dorthin und verabschiedet sich dann, da sie zurück zu Terminus will.
Es ist recht einfach, von den Bergen aus in den Talkessel zu gelangen, obwohl dessen Wände steil abfallen, denn es gibt einen kleinen Pfad, der am Rand entlang hinunter führt. Als sie aber diesen Weg benutzen, stoßen sie ziemlich bald auf die ersten Schlangen, die zunächst keine Notiz von ihnen nehmen. Je tiefer sie jedoch kommen, desto aufmerksamer werden die Tiere und schließlich stellen sich ihnen ein paar in den Weg. Aladin beginnt, mit ihnen zu sprechen und erfährt, daß es sich bei den kleinen Reptilien um Wächterschlangen handelt. Als er ihnen erzählt, daß er ein Mensch ist, herrscht große Aufregung und Unglauben: Seit vielen Jahren schon wurden keine Menschen mehr in ihrem Tal gesehen, und manche hielten die Berichte von den glatthäutigen Zweibeinern sogar nur für Legenden.
Eine dieser kleinen Wächterschlangen ist von Nakatia so beeindruckt, daß sie sich in ihr Haar verkriecht und beschließt, dort zu bleiben.
Aladin erfährt außerdem, daß die Schlangen eine Königin haben und wird eingeladen, diese zu besuchen, was er auch gerne annimmt.
Je weiter sie ins Tal vordringen, desto größer werden die Einwohner, schließlich treffen sie sogar eine Schlange, die die menschliche Sprache beherrscht: Dunkelfarn, den jungen Sohn der Königin. Dieser ist sehr beeindruckt von der Fähigkeit der Menschen, ihr Gesicht zu verziehen und bittet Nakatia des öfteren, doch mal zu „knautschen“.
Auf dem Weg zur Königin warnt Joanna, die Stimmen hört und augenscheinlich ein wenig verrückt ist, Tarbonne, einen mürrischen Provencalen, vor „den Bären“. Tarbonne findet diese Warnung lächerlich und lacht über sie, just als er in ein paar am Wegesrand wachsende Beeren tritt. Dies war ein Fehler: Diese Beeren sind dem Schlangenvolk heilig, da sie daraus einen speziellen Trank brauen. Eine neu hinzukommende Schlange, von der ihnen Dunkelfarn erzählt, daß es sich um Pfauenschweif, einen Edlen, handelt, fordert für diesen Frevel Tarbonnes Leben. Das allerdings möchte Dunkelfarn nicht zulassen, und so überredet er den Edlen, statt Tarbonnes Leben nur dessen Blut zu nehmen und damit den Trank zu brauen. So geschieht es dann auch. Zwar überlebt der Provencale die Prozedur, ist danach aber nicht mehr einsatzfähig.
Schließlich treffen sie auch die Königin: Eine riesige, rötlich-goldene Schlange, deren Name Rotgold lautet. Diese heißt sie freundlich willkommen. Sie kennt Serpentia von früher und freut sich, daß ein neuerlicher Kontakt hergestellt werden kann. Auch der Kronrat wird den Magiern und ihren Begleiter vorgestellt: Er besteht aus sieben Edlen, von denen Pfauenschweif einer ist.
Die Königin lädt die Menschen ein, doch eine Weile in ihrem Tal zu verweilen. Die Magi willigen ein, zumal sie die Hoffnung haben, daß sich hier etwas über die Vergangenheit von Serpentia erfahren läßt.
Während ihres Aufenthalts sprechen die Magi mit verschiedenen Schlangen. Dabei lernt Nakatia Hornschwinge, eine Kronrätin, kennen. Diese Edle hat als einzige ihres Volkes ein Paar Flügel; auch wenn sie damit nur gleiten kann, ähnelt sie doch verblüffend dem Drachensymbol von Serpentia. Das ist keineswegs ein Zufall: Als damals Maeve und Amaket, der Erdmagier des alten Bundes, die Schlüssel anfertigten, half ihnen Hornschwinge dabei.
Aladin, der sich lange mit der Königin unterhält, wird von ihr gewarnt: In Joannas Kopf befände sich eine Schlange, die man nur dadurch vernichten könne, daß man in die Schatten ginge. Allerdings weiß sie nicht, wie man diese Schatten erreicht, oder was es genau mit ihnen auf sich hat. Immerhin erfährt Aladin hier, daß die Schlangen dieses Tals nicht von der Verführerin aus dem Garten Eden abstammen und somit auch nicht den Mächten der Finsternis dienen. Allerdings gibt es nur sehr wenige der Reinen Schlangen, dies hier ist ihre größte Ansiedlung.
Auch Petrus hört diese Geschichte von Nachtseher, einem blinden Edlen, der für mystische Belange zuständig ist. Bei näheren Diskussionen erfährt er, daß die Schlangen dieses Tals Seelen haben, die allerdings niemals ins Paradies gelangen können, sondern immer wiedergeboren werden. Mit dieser Seelenwanderung ergeben sich auch die Aufgaben der jeweiligen Schlange. Edle müssen nicht einmal auf eine neue Geburt warten, bei ihrem Tod gehen sie sofort in eine andere Schlange über. Petrus´ Thesen über die menschliche Seele finden größte Beachtung, Nachtseher findet schließlich das Wort „Seeleneier“, um die Menschen zu definieren.
Bei all der Freundschaft zwischen dem Schlangenvolk und den Serpentianern gibt es einen Edlen, der den Besuchern nicht freundlich gesonnen zu sein scheint: Pfauenschweif. Um so überraschender kommt seine Einladung, ihn doch einmal zu besuchen. Er wolle Frieden schließen und könne ihnen in seiner Eigenschaft als Chronist sicher viele interessante Dinge berichten. Etwas argwöhnisch, aber nicht wirklich mißtrauisch kommen die Menschen dieser Einladung nach. Doch sie entpuppt sich als Falle: Pfauenschweif ist von den Mächten des Bösen korrumpiert worden und versetzt die Gefährten auf magische Weise in einen Tiefschlaf.
Als alle wieder zu sich kommen, befinden sie sich in einer unbewachten, aber verschlossenen Zelle. Von außerhalb kommt ein dumpfer Gesang, den Nakatia als dämonistischen Zeremonialgesang erkennt. Sie weiß auch, daß man für solche Zeremonien normalerweise Opfer benötigt – Menschenopfer. Aber als die Magi versuchen, ihre Macht einzusetzen, um zu fliehen, müssen sie feststellen, daß ihre Fähigkeiten von irgend etwas blockiert werden. Auf der Suche nach dem Ursprung dieser Blockade entdecken sie an der Wand außerhalb der Zelle ein merkwürdiges Amulett. Unter etlichen Verrenkungen gelingt es Athanasius mit etwas Schnur und seinen langen Armen, die mit verschlungenen Runen verzierte Scheibe in die Zelle zu ziehen. Dort wird sie von Gerrod, einem dänischen Grog, zerschlagen. Allerdings war sie wohl irgendwie geschützt: Aufstöhnend bricht der Mann zusammen. Als sich aber Nakatia seiner annimmt, gelingt es ihr schnell, ihn wieder auf die Beine zu bringen.
In diesem Moment nahen auch schon die Diener der Teufelsanbeter, um die Opfer abzuholen. Diese sind aber unwillig und fliehen aus der nun durch Magie leicht zu öffnenden Zelle. Gerrod bleibt zurück und stürmt mit Todesverachtung auf die Teuflischen zu, die er lange genug aufhält, sodaß der Rest entkommen kann. Er stirbt als Held.
Bei ihrer Flucht werden die Serpentianer von Dämonendienern verfolgt. Da sie keine andere Chance sehen, führen sie diese ins Schlangental, wo es zu einer größeren Schlacht kommt.
Nach langem, harten Kampf bleiben die Schlangen siegreich, aber es sind viele Tote zu beklagen. Darunter befindet sich auch Hornschwinge, was aber nicht so schlimm ist, da sie recht bald als Himmelsreiter wiedergeboren wird. Viel härter ist der Verlust Pfauenschweifs: Dessen Seele fährt in die Hölle und kann daher nicht wiedergeboren werden.
Nach der Schlacht erfahren die Magi dann auch, worin hier früher die Visquelle bestand: Einmal im Jahr häuten sich sowohl die Königin als auch die Edlen, und in diesen Häuten ist Vis enthalten. Da die Schlangen die abgelegten Häute nicht mehr brauchen, sind sie gern bereit, sie an ihre menschlichen Freunde abzutreten.
Bevor die Magi die Schlangen endgültig verlassen, fragt Rotgold sie noch nach dem Verbleib des Schutzengels, den Serpentia zu den Zeiten von Maeve hatte. Aber auch der ist wohl mit den alten Magiern verschwunden.
Vor ihrer Heimkehr durchsuchen Nakatia und Petrus noch einmal das Höhlenlabyrinth der Teufelsanbeter und finden einen Ausgang, der zu einem Bergdorf führt. Sie beschließen, einen Quaesitor zu benachrichtigen, der sich darum kümmern soll.
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Als sie zurückkommen, werden sie Zeuge einer etwas merkwürdigen Szene: Auf dem Hof steht ein geflügeltes Pferd, das zu einem hochgewachsenen schwarzhäutigen Mann mit einer roten Kappe zu gehören scheint. Terminus ist gerade heftig dabei, sich bei ihm zu entschuldigen, und Sir Daowyn steht mit einem halb trotzigen, halb verwirrten Gesichtsausdruck daneben.
Was war passiert? Der Mann mit dem geflügelten Pferd ist Cavallo, ein Mercere, und er wollte dem jungen Bund einen Besuch abstatten. Dabei allerdings kam er nicht durch den Tunnel, sondern auf seinem geflügelten Pferd einfach direkt über die Berge. Als er im Hof des Bundes landete, hätte Sir Daowyn ihn zunächst fast angegriffen und wollte ihn danach erst einmal einsperren. Da kam dann aber Terminus dazu, dem das Mißverständnis ziemlich peinlich war. Cavallo sieht das Ganze eher gelassen und mit Humor, er mag schließlich Frühlingsbünde. Lange bleibt der Mercere zwar nicht, aber er verspricht, bald wiederzukommen.
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Herbst 1178 - Neuankömmlinge

Herbst 1178

Während des Herbstes beginnt der neue Bund, sich aufzufüllen. Als erster kommt ein junger Ire nach Serpentia, um um Aufnahme zu bitten. Llwellyn, so sein etwas verunglückter hermetischer Name, stammt aus dem Haus Ex Miscellania und war in Irland der älteste Sohn eines Clansführers. Da er keine große Lust hatte, das Erbe seines Vaters anzunehmen, verließ er Irland mit seinem Freund Aidan, einem hervorragenden Whiskybrauer. Wie die beiden genau nach Syrien kamen, ist nicht ganz klar: Gerüchte halten sich, daß sie einfach im Vollsuff das nächste Schiff in Richtung „weg“ genommen haben. Llwellyn wird aufgenommen, allein, weil der Bund eine Einnahmequelle benötigt. Da kommt Aidans Whisky genau recht, denn den hat der Prophet schließlich nicht verboten…
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Kurz darauf meldet sich Aladin aus dem Haus Bjornaer an. Auch er hat seine Ausbildung gerade erst beendet. Eigentlich stammt er aus Indien, wurde aber in Constantinopel ausgebildet. Sein Herztier ist der Panther, aber er kann sich nach Bedarf auch in eine Katze, eine Maus oder ein Kamel verwandeln. Auch er wird aufgenommen.
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Mittlerweile hat Julius eine spezielle, fast 150 Seiten umfassende Charta erstellt, die die dümmsten Punkte aus den Chartae verschiedener anderer Bünde aufweist. Aus Jux unterschreiben auch Llwellyn und Aladin dieses Manifest, was dann irgendwann dazu führt, daß die beiden es für notwendig erachten, nackt, mit einem Bierkrug auf dem Kopf, in der Küche zu sitzen. Vielleicht hatte auch Aidans Whisky etwas damit zu tun….
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Ein weiterer Neuankömmling, der allerdings erst nach der berüchtigten Küchenzeremonie eintrifft, ist Nakatia aus dem Haus Ex Miscellania. Sie ist die Jüngste von sieben Schwestern und hat sich schon als Kind zu Friedhöfen und Geistern hingezogen gefühlt. Auch während ihrer Ausbildung in Antiochia wurde auf derlei Dinge viel Wert gelegt. Begleitet wird sie von ihrem riesenhaften Leibgrog Athanasius und dem gelehrten Mönch Petrus. Dieser war unterwegs mit ihr zusammengetroffen, und da er sich schon immer für übernatürliche Vorgänge interessiert hat, beschloß er, mit ihr zu kommen. Petrus´ Heimat ist Wales, aber wegen seiner häretischen Thesen (speziell über die Kindstaufe) mußte er dieses Land verlassen. Dabei hat er sich die Feindschaft des Bischofs Gerbert von Köln zugezogen.
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Zu dieser ganzen Gesellschaft stößt schließlich auch Bruder Benedikt, ein Bonisagus, der nach seiner Ausbildung einige Jahre unter Mönchen lebte und sich stark für die Mächte der Dominion interessiert. Schließlich mußte er allerdings das Kloster verlassen, da ein gewisser Gerbert von Köln ihn dort als Magier entlarvt hatte.
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Sowohl Nakatia als auch Benedikt werden gern aufgenommen, womit fast alle der sieben Labore Verwendung finden.
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Schließlich gibt es Ende des Herbstes noch einen Neuankömmling: Sir Daowyn, einen irischen Ritter, der auf der Suche nach seinem Vater ist und ihn in Serpentia auch findet. Sir Daowyn ist der Sohn von Sir Garth! Und auch einer der Gründe für Garths Probleme: Als Daowyn noch jung war, hat er Zeichen der Gabe manifestiert, was einen übereifrigen Priester dazu veranlaßte, einen Exorzismus zu beginnen. Als Sir Garth, der nicht gefragt oder informiert worden war, dahinter kam, tötete er den Priester und wurde dafür aus Irland verbannt.
Sir Daowyn ist nun aber nicht Sir Garths leiblicher Sohn, sondern ein Wechselbalg. Er hat Feenblut in den Adern, was auch für seine unkontrollierten magischen Ausbrüche verantwortlich ist. Seine leiblichen Eltern kennt er nicht, nur einmal ist er seinem Vater begegnet. Bei dieser Gelegenheit erhielt er von ihm eine magische Kriegskeule, deren genaue Fähigkeiten er aber noch nicht entdecken konnte. Als Sir Garth seinen Sohn wiedertrifft, schwört er dem Trinken endgültig ab. Sir Daowyn beschließt, im Bund zu bleiben, und wird Sir Garths rechte Hand.

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Sommer 1178 - Nach der Eroberung

In der restlichen Jahreszeit richten sich alle ein. Sir Garth wird zum Hauptmann der Grogs ernannt, Shakram zum Bibliothekar und Terminus zum Princeps des jungen Bundes. Zwei der Grogs, Rougen MacBaal und Henry Fisher, begraben die Leiche aus dem Tunnel.
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Die Magi stellen fest, daß es mit den Schlüsseln folgendes auf sich hat: Es gibt im Bund Schlösser aus sieben verschiedenen Materialien: Glas, Holz, Knochen, Kupfer, Silber, Gold und Diamant. Die Schlösser sind magisch versiegelt, wie auch ein Großteil der Türen und Wände des Bundes, und können nur durch einen Schlüssel aus einem entsprechenden oder edleren Material geöffnet werden.
Mit dem Schlüssel aus Holz können Terminus und Julius sieben erstklassig eingerichtete und unbenutzte Labore öffnen, außerdem erschließen sich ihnen Wohnquartiere für eine große Anzahl Grogs und Consortis, die Küche, Bäder und andere lebensnotwendige Dinge. Es gibt in dem Bund auch eine bewegliche Kammer, mit der man vom Erdgeschoß bis hinauf auf die Plattform oben auf dem Gebäudes fahren kann.

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Terminus und Julius beschließen, für den Bund eine Aegis, einen magischen Schutz, zu forschen.
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Schließlich lernen sie auch noch den Geist der schwarzhaarigen Frau kennen: Sie war im Leben Maeve Connard aus dem Hause Bjornaer, und die Principa dieses Bundes. Leider fehlt ihr ein Großteil ihrer Erinnerungen, sodaß auch sie nicht sagen kann, was der Grund für Serpentias Zerstörung war. Nach und nach lernen die neuen Einwohner auch die anderen ehemaligen Magier kennen, denn auch deren Geister spuken durch den Bund. Im Gegensatz zu Maeve können sie sich aber an gar nichts mehr erinnern: Nicht einmal an ihre Namen.
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Ein anderer neuer Bekannter ist Vater Taddeo, der neue Priester von St. Corona, ein freundlicher junger Mann, der hoffen läßt, daß sich die Beziehungen zu dem Nachbardorf doch wieder verbessern.
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Serpentia geht in diesem Sommer mit den Magi Terminus ex Tytalus und Julius Ex Miscellania in den Zweiten Frühling.

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