Serpentia

Der Djinn aus der Flasche
Frühling 1180

Nakatia, Llwellyn, Ulf Ulrich, Daowyn, Sean, Mark, Chairos

Eines Tages beschließen Terminus, Julius und Andrew, die Flasche mit dem seltsamen Nebel, die sie in Abbas´ Keller gefunden haben, zu untersuchen. Zunächst stellt Terminus fest, daß es sich dabei um eine extrem starke Portion Auram – Vis handelt. Allerdings scheint dieses Vis nicht völlig unbelebt zu sein: Terminus findet Spuren von Intelligenz in der Flasche. Als Andrew aber versucht, in geistigen Kontakt mit den Flascheninhalt zu treten, wird er von der Intelligenz übernommen und versucht auf ihren Befehl hin, die Flasche zu öffnen. Die beiden anderen Magi reagieren sehr verschieden, als sie das sehen: Terminus versucht, Andrew mit einem Rego Corpus zum Aufhören zu bringen, während Julius dessen Hand einfach festhält. Das ist auch effektiver, denn Terminus´ Spruch prallt an Andrews Parma Magica einfach ab. Die Berührung des Ex Miscellania reicht dann auch, um den anderen Magier aus seiner Trance zu wecken. Durch den geistigen Kontakt konnte der immerhin herausfinden, daß sich in der Flasche ein mächtiger Djinn befindet, der dort gerne herauskommen würde. Allerdings wäre es kaum geraten, ihn einfach freizulassen, da manche Djinns notorisch undankbar sind.
Um den „Gast“ loszuwerden, beschließen Nakatia und Llwellyn, ihn einfach bei der Feenkönigin vorbeizubringen: Sie wisse bestimmt, was man damit anfangen könne.
Die Expedition wächst noch um ein paar Leute, und so bricht schließlich eine recht große Gruppe in den Feenwald auf. Als es dort zu einigen Rangeleien kommt, entfällt Llwellyn die Flasche, dabei öffnet sie sich. Der Djinn, endlich frei, kommt herausgeschossen und beginnt sofort damit, die Gegend zu verwüsten. Zwar können die Menschen alle fliehen, aber es ist ihnen recht klar, daß Fionnuala von dieser Art Gastgeschenk wohl weniger begeistert sein dürfte.
Nach etlichem Hin und Her, wobei sich die Gruppe ziemlich zersplittert, weil einige Leute noch irgendwelche Privatangelegenheiten klären müssen, gelingt es Ulf Ulrich, die Flasche und den Korken wieder in seinen Besitz zu bringen. Allerdings bemerkt dies der Djinn und fängt sofort an, ihn zu verfolgen. Während dieser Jagd kann der Däne die Flasche unbemerkt an Llwellyn weitergeben. Der beginnt einen mächtigen Zauber, um den Djinn wieder in sein Gefängnis zu bannen. Das braucht aber Zeit, und so wird Ulf Ulrich noch etwas durch den Wald gehetzt und schließlich sogar eingefangen. Während der Djinn sich die Verteidigungsrede des Menschen anhört und wohl gerade überlegt, wie er ihn am besten tötet, wirkt endlich Llwellyns Magie: Der Unhold beginnt zu schrumpfen und verliert an Substanz, bis er schließlich klein und neblig genug ist, um in die Flasche zu passen. Schnell verkorkt der Ire sie, und der Djinn ist wieder gefangen.
Als sie allerdings mit dem eingesperrten Luftgeist zu der Feenkönigin kommen, erklärt die ihnen, daß sie angesichts der Vorfälle auch nichts mit dem Djinn anfangen kann. Wohl oder übel muß Llwellyn die Flasche wieder mit zum Bund nehmen.
Allerdings hat Fionnuala nun ihrerseits eine Bitte an die Bundbewohner: Vor einiger Zeit sind ein paar Menschen in ihr Reich gewandert, und sie möchte, daß Serpentia den Verirrten eine neue Heimat bietet. Gern sagt Llwellyn zu. Als er die kleine Gruppe aber sieht, durchfährt ihn ein ziemlicher Schreck: Es handelt sich bis auf eine Ausnahme um irische Llwellyns, auch seine Eltern sind dabei. Die begrüßen ihn zunächst mit Freude, aber auch mit Vorwürfen: Immerhin ist er nicht nur davongelaufen, sondern hat dabei auch noch einen der besten Whiskybrauer, Aidan, mitgenommen. Bei dem Gedanken, daß die ganze Familie jetzt in seiner Nähe leben wird, schwankt Llwellyn zwischen Freude und Entsetzen.
Schließlich fällt ihm auch die junge Frau auf, die zwar die Gruppe begleitet, aber sicher keine Llwellyn ist: Sie ist wunderschön, mit langen blonden Haaren und klaren grauen Augen. Sie stellt sich ihm als Mentalia aus dem Haus Merinita vor und ist wohl auf einer ihrer Reisen durch den Feenwald auf die verirrten Llwellyns gestoßen.

View
Sommer bis Winter 1179 - Bundleben
Sommer - Winter 1179

Wieder in Serpentia angekommen, tritt Andrew dem Bund zunächst als Teilmitglied bei. Damit ist auch das letzte Labor des Bundes besetzt.
*
Der neuerworbene Schlüssel öffnet unter anderem die Tür zum ersten Raum der alten Bibliothek, aber auch hier kann kein Hinweis auf das Schicksal des alten Bundes gefunden werden.
*
Terminus macht in diesem Sommer eine Tour durch einige Bünde des Tribunals, auch, um Wohlwollen für seinen jungen Bund zu sammeln. Dabei erfährt er von Esther Ex Jerbiton aus Madrigal, daß auch in ihrem Bund vor einigen Jahren Magi unter ähnlich mysteriösen Umständen verschwunden sind. In Sardonyx gewinnt er noch ein paar neue Hinweise: Silva Creats Meisterin Ravenna hatte sich damals, vor etwa 120 Jahren, den serpentianischen Magiern angeschlossen, allerdings waren alle sehr geheimnisvoll. Bei der Mission muß es sich um etwas sehr Wichtiges, aber auch sehr Gefährliches gehandelt haben. Auch von Ravenna und den anderen beiden Magiern aus Sardonyx, die dabei waren, wurde nie wieder etwas gesehen. Ansonsten lernt Terminus auf seiner Reise die gesamten Tytalus des Tribunals kennen und begegnet mit ihnen einigen Herausforderungen.
*
Nakatia bleibt eine Weile im Schlangental, um die guten Beziehungen zu erhalten und das Vis zu holen.
*
Benedikt erforscht die Quelle der Weisheit und findet heraus, das sie sehr viele verschiedene Kräfte hat.
*

Herbst 1179

Im Herbst bekommt der Bund Besuch von einer sehr merkwürdigen Ex Miscellania. Diese stellt sich nämlich zunächst gar nicht vor, sondern schleicht als Katze umher. Dabei gewinnt sie Benedikts Zuneigung, denn der Bonisagus wird ständig von Ratten geplagt. Als sie sich jedoch in eine schöne nackte Frau verwandelt, ist er zunächst nicht mehr so begeistert, da er sich an seine Mönchseide gebunden fühlt. Nach ein paar Krügen Whisky sieht das aber alles schon ganz anders aus, und es kommt zu einer recht heißen Nacht. Aurica, so der Name der bronzehaarigen Magierin, die behauptet, als Katze geboren worden zu sein, ist mit einer Eroberung noch nicht zufrieden, und so verführt sie auch Aladin (in Katzengestalt) und Andrew. Außerdem macht sie den Vorschlag, doch mal eine Orgie zu feiern, wovon Llwellyn und Tina recht angetan sind. Auch Andrew und Sean wollen mitmachen. Als Andrew Sean vorschlägt, doch auch seine schwangere Frau Daowyn dazuzuholen, drückt dieser sich etwas unglücklich aus, sodaß sie meint, ihre Beteiligung an der Orgie sei nur auf Andrews Befehl zurückzuführen. Sie ist ziemlich wütend, was wieder einmal ihre latenten magischen Fähigkeiten hervorruft: Plötzlich hat statt ihrer der Jerbiton die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden, ohne jedoch zu wissen, wo die auf einmal herkommen. Daowyn hat ziemliches Glück: Da ihr Mann den Fluch aller Männer aus Ulster teilt, statt seiner Frau nach der Geburt im Kindbett zu liegen, bleibt ihr auch das erspart.
*
Während dieser Zeit kommt weiterer Besuch nach Serpentia: Semper Vincit, der älteste Tremere des Tribunals, möchte sich mit den Magi über das sogenannte Kiddie-Certamen unterhalten. Da die Tremere das Certamen erfunden haben, ist bekannt, daß sie auf irgendwelche Mutationen recht empfindlich reagieren. Nach einem anfänglichen Donnerwetter erweist sich Semper Vincit aber als ganz umgänglich, bei einem abendlichen Saufgelage säuft er alle Iren unter den Tisch – nacheinander. Dabei erfahren sie, daß er Russe ist…
*
In diesem Herbst gibt es auch ungewöhnlich viele Paare, die heiraten wollen, darunter auch Rougen und Elsa. Da aber Rougen nicht verheiratet sein will, wenn sein bester Freund Henry noch allein ist, bittet er George alias Pip, da doch etwas zu tun. So kommt es, daß Henry der häßlichen Myra, die schon lange in ihn verliebt ist (aber er nicht in sie) einen Heiratsantrag macht.
Schließlich kommt es zu einer großen Vierfachhochzeit mit den Paaren Gerwald und Ephangelia, Quintus und Joanna (die immer noch Wahnvorstellungen hat), Rougen und Elsa, und schließlich auch Henry und Myra. Der noch anwesende Semper Vincit wird Trauzeuge von Ephangelia, Henry und Rougen.
Während der Feier verläßt Benedikt entnervt über soviel Frohsinn den Bund, ohne einen Grog mitzunehmen. Theobald, der ihm folgt, erreicht ihn am Rande des Dämonenwalds. Benedikts Frage, wofür er denn jetzt bitte einen Grog bräuchte, wird von einem der Teuflischen beantwortet, der ihn von hinten niederstreckt. Nach einigem Kampf werden die beiden auch noch gefangengenommen. Glücklicherweise hat die kleine Maika alles beobachtet, sodaß sofort Anstrengungen unternommen werden, die beiden Unglücksraben zu retten. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Semper Vincit und seinem Schutzkreis gegen Dämonen zwölfter Ordnung gelingt dies dann sogar. Daraufhin wird die Charta um die Satzung erweitert, daß kein Magier den Bund ohne einen Grog verlassen darf.
*

Als Aurica, die eine Expertin in diesen Fragen ist, sich die Aura von Serpentia genauer ansieht, kommt sie zu der Überzeugung, die magische Ausstrahlung des Ortes werde von einer infernalen überdeckt und teilweise behindert. Wenn man diesen Einfluß bannen könnte, würde die Aura des Tals wahrscheinlich ansteigen.
*
Andrew und Benedikt brauen einen Langlebigkeitstrank für den Schlüsselmeister Sir Garth.
*

Winter 1179

Benedikt befindet sich gerade außerhalb des Bundes und diskutiert mit Quintus über Kinder, als Gerwald dazustößt und ein paar seiner überaus diplomatischen Bemerkungen losläßt. Daraufhin schickt Benedikt ihn los, er solle doch nach den mystischen Potenzäpfeln suchen. Eigentlich dachte der Bonisagus an Äpfel mit magischer Potenz, was Gerwald statt dessen findet, sind potenzsteigernde Äpfel – sehr zur Verblüffung von Quintus. Als Benedikt den nervenden Stallknecht dann erneut losschicken will, einen blauen Drachen zu suchen, schreitet der Knappe ein: Schließlich hat Gerwald bisher auch immer alles gefunden, und einen blauen Drachen braucht der Bund im Moment gerade nicht…
Immerhin löst der Fund eine neue Orgienwelle aus, bei der Llwellyn und Andrew ein Traktat über den Unterschied zwischen Feenwein und Potenzäpfeln anfertigen.
*
Mikula, der russische Druide, hat die chaotischen Zustände im Bund satt und verläßt Serpentia mit Shakram. Der fühlt sich hier nämlich ziemlich unterfordert. Mikulas Bruder Sergej gefällt es in dem versteckten Tal, er beschließt, auch weiterhin zu bleiben.
*
Andrew macht sich mittlerweile Sorgen, ob er nicht vielleicht verflucht ist, da Jasmin schon die dritte Ehefrau ist, die er mit seinen 23 Jahren verloren hat. Seine erste, die gut 30 Jahre älter war als er, starb an Altersschwäche, die zweite im Kindbett. Terminus erklärt sich bereit, ihn zu untersuchen. Dafür will Andrew mit ihm dann auch eine magische Rüstung für Theobald bauen. Bei dieser Untersuchung kann Terminus zwar keinen Fluch feststellen, findet aber mehrere recht große Erinnerungslücken. Der Jerbiton führt diese auf seinen Meister Alocar zurück, den er schon seit längerem verdächtigt, ein Satanist zu sein. Während er die nötigen Experimente durchführt, verliert Terminus kurzfristig die Kontrolle über seine Magie und geht ins Zwielicht. Als er zurückkehrt, sind seine Augen komplett schwarz, und er hat definitive Probleme mit der Technik Intellego.

View
Der Ghoul von St Lazar
Sommer 1179

Julius, Andrew, Quintus, Sir Garth, Petrus, Myra

Da nun in Jerusalem nichts mehr zu tun ist, brechen Julius, Sir Garth und die anderen wieder in Richtung Heimat auf. Andrew bittet, sich ihnen anschließen zu dürfen, da er immer noch keinem Bund angehört und nicht nach England zurückkehren möchte. Julius hat nichts dagegen, zumal der Jerbiton sich in Damaskus recht gut mit Terminus verstanden hat.
Auf dem Rückweg muß die Reisegruppe auch den Jordan überqueren. Aber als sie an seinem Ufer rasten, entdeckt der Grog Sergej etwas sehr Erschreckendes: In einem Gestrüpp am Flußrand hat sich die Leiche eines jungen Mädchens verfangen. Als Andrew und Sir Garth den Körper bergen, können sie feststellen, daß die junge Frau an einer Krankheit, möglicherweise den Pocken, starb. Aber das allein wäre nicht auffällig gewesen: Das Eigenartige an dieser Leiche sind die tiefen Einschnitte im Bauch- und Brustbereich, zumal sie erst nach dem Tod angebracht worden zu sein scheinen. Offenbar hat wohl jemand die Leiche viviseziert. Als Julius versucht, den Geist des Mädchens zu rufen, erhält er keine Antwort. Da hier irgend etwas nicht stimmen kann, beschließen Andrew, Sir Garth und Quintus, der Sache auf den Grund zu gehen. Die anderen schließen sich an, außer Sergej, dem die Leiche tiefe Angst eingejagt hat. Sir Garth läßt ihn dann schon vor in Richtung Serpentia gehen.
Auf der Suche nach dem Herkunftsort der Toten kommen die Reisenden ein paar Meilen flußaufwärts in das Dorf Vezay, das hauptsächlich von eingewanderten Franzosen besiedelt ist.
Dort wenden sie sich zunächst der für so eine kleine Siedlung recht prächtigen Kirche zu. Der Priester Tanchus heißt sie freundlich willkommen und erzählt ihnen auch gern, daß das Gotteshaus von einem frommen Kreuzritter gestiftet wurde und ihm zu Ehren nun St. Lazar heißt. Während der Unterhaltung können sie auch erfahren, daß das Dorf tatsächlich von einer Seuche heimgesucht wurde. Bisher gab es allerdings nur eine Tote: Ein junges Mädchen namens Helene. Der Beschreibung nach könnte sie sehr wohl die gefundene Flußleiche sein. Allerdings hat Tanchus sie ordnungsgemäß auf dem Friedhof beerdigt.
Als sich die Besucher noch mit dem Priester unterhalten, kommt eine groteske Gestalt in die Kirche: Ein entstellter und verkrüppelter Mann, der auch noch blöde zu sein scheint. Vater Tanchus stellt ihn als Noilis, seinen Gehilfen, vor.
Die Reisenden beschließen, noch eine Weile in Vezay zu bleiben, um festzustellen, wie Helenes Leiche in den Fluß kam. Dabei schließen sie Freundschaft mit einigen Dörflern, darunter mit Martina, Helenes jüngerer Schwester, einem aufgeweckten kleinen Mädchen, das ihnen gern das Grab ihrer Schwester zeigt. Bei einer genaueren Untersuchung erweist es sich als leer. Die anderen an der Seuche Erkrankten sind schon auf dem Weg der Besserung; die Krankheit war ohnehin nicht sehr verbreitet.
Bei einem seiner Gespräche mit Martina erfährt Julius, daß sich der Gehilfe des Priesters, Noilis, nachts öfter auf dem Friedhof herumtreibt. Auch kurz nach Helenes Tod war er wohl dort. Julius und die anderen beschließen – da es relativ sinnlos ist, mit dem Krüppel zu reden – ihn einfach nachts zu beobachten. Allerdings gehen sie dabei nicht sehr geschickt vor: Noilis bemerkt sie und läuft davon. Da er einen großen Sack auf der Schulter hat, verfolgen ihn die nächtlichen Spione. Dabei gibt es einen tragischen Unfall: In seiner Eile achtet der Krüppel nicht auf den Weg, rutscht auf einem Frosch aus und stürzt eine steile Böschung hinunter. Als seine Verfolger bei ihm ankommen, können sie nur noch feststellen, daß er tot ist. In dem geheimnisvollen Sack waren ein paar Wurzeln und etwas Mehl.
Am nächsten Tag erhält Noilis ein christliches Begräbnis. Etwas frustriert setzen die Besucher ihre Untersuchungen fort, ohne aber auf etwas Entscheidendes zu stoßen. Gerade als ein Großteil von ihnen bei Tanchus in der Kirche ist, geschieht etwas Furchtbares im Dorf: Eine groteske Gestalt, durch Waffen nicht zu verwunden und von übermenschlicher Stärke, geht in das Haus der beiden noch an der Seuche Leidenden und tötet die zwei kranken Frauen. Nichts, was die Dörfler oder die hinzukommenden Serpentianer versuchen, kann dieses Monster aufhalten. Immerhin fällt Julius bei dem Kampf auf, daß die Gestalt starke Ähnlichkeit mit Noilis hat: Offenbar ist aus dem Kirchenhelfer ein grausiger Untoter geworden!
Da große Sorge um die Sicherheit der Dörfler besteht, werden diese erst einmal in die Kirche gebracht. Tanchus ist über die Entwicklung sehr aufgeregt und besorgt und zieht sich zunächst zurück.
Petrus hat ein sehr seltsames Gefühl: Tanchus verbirgt etwas. Als er dem Priester folgt, findet er ihn mitten in einer Zeremonie, die zwar nach außen hin christlich wirken mag, die er aber sofort als von dämonischen Ursprung erkennt. Er ruft ein wenig Hilfe, und es gelingt tatsächlich, Tanchus aufzuhalten. Dieser hat das Ritual aus einem Buch gelernt und hält es für sehr gottgefällig und richtig. Als Petrus gerade versucht, ihm seinen Irrtum klar zu machen, taucht vor der Kirche der Ghoul auf.
Dort machen sich Sir Garth, Myra und Andrew auf eine größere Schlacht gefaßt. Auch Quintus möchte helfen, aber er wird als Knappe zurückgeschickt, um den Dörflern zu helfen, zumal er bei dem letzten Kampf gegen den Ghoul schon verletzt worden war. Schließlich kommt auch Petrus aus der Kirche und ruft die Macht des Höchsten an.
Innerhalb von St. Lazar geschehen derweil schreckliche Dinge: Die Christusfigur am Kreuz beginnt zunächst zu bluten, fängt dann mit einem lauten Knall Feuer und fällt zu Boden, wo sie zu schwarzer Asche verbrennt. Währenddessen wird der Boden der Kirche immer heißer, sodaß die Dörfler das Gebäude notgedrungen verlassen müssen.
Durch diese Entwicklung erst wird Tanchus klar, was er getan hat, und voller Reue hilft er den verängstigten Menschen zu fliehen. Quintus hat in der Zwischenzeit sein Schwert mit Weihwasser benetzt und schleicht sich, Sir Garths Befehl ignorierend, um die Kirche in den Rücken des Ghouls.
Der Kampf draußen tobt mit unverminderter Heftigkeit: Zwar hält der starke Glaube von Vater Petrus den Untoten im Zaum, zwar konnte Sir Garth ihm gleich zu Beginn einen Arm abschlagen, aber dennoch sind die Kämpfer angeschlagen, denn Myra kann nicht alle mit ihrem Schild decken.
Jetzt aber schlägt Quintus´ große Stunde: Unbemerkt von dem Ghoul kann er in dessen Rücken gelangen. Mit seinem mit Weihwasser getränkten Schwert schlägt er zu und tatsächlich: Das Schwert durchschneidet das Fleisch des Untoten, der wankt und fällt schließlich leblos zu Boden. Der Kampf ist beendet.
Die Dörfler können in ihre Häuser zurückkehren. Tanchus ist immer noch völlig entsetzt von dem, was er in der besten Absicht getan hat. Um herauszufinden, was es denn eigentlich mit diesem Ritual auf sich hatte, liest Vater Petrus das Buch. Einige Stunden, nachdem er mit ihm verschwunden ist, kommt er sehr erschöpft wieder zurück. Das Buch ist ein Verführer zu ketzerischen Gedanken, und ein sehr überzeugender obendrein. Wenn der Leser nur einen Moment in seinem wahren Glauben wankt, wird er schließlich überzeugt, daß auch Dämonen Gottes Werke tun und man sie dabei unterstützen muß. Dabei hilft das in dem Buch beschriebene Ritual, das die Kräfte der christlichen in die der infernalen Aura verwandelt. Desweiteren hat Petrus herausgefunden, daß der Friedhof neu geweiht werden muß, denn sonst verwandelt sich in Zukunft jeder dort Begrabene in einen solchen Ghoul wie Noilis.
Obwohl es Andrew und Julius leid tut, Wissen zu vernichten, sind sie sich einig: Ohne einen Blick hineinzuwerfen, verbrennen sie das Buch.
Der Priester Tanchus ist von Reue über seine Taten ergriffen. Da er sich nicht mehr in der Lage fühlt, über das Dorf zu wachen, verläßt er Vezay mit unbekanntem Ziel – Gott werde ihm seine Buße schon zuteil werden lassen.
Bevor auch die Magi und ihre Gefährten das Dorf verlassen, stellen sie sicher, daß ein Bote zum Patriarchen geschickt wird. Der soll dem Kirchenmann von den Ereignissen berichten und bitten, daß der Boden der Kirche neu geweiht wird.

View
Sommer 1179 - Alptraum
Sommer 1179

Kurz bevor die Reisegruppe Jerusalem verläßt, haben Hugo, Theobald, Petrus und Andrew einen seltsamen Alptraum: In diesem Traum sind sie Gefangene des Abbas Ibn Usama, der sie mit grausamer Folter und dem Tod bedroht. Sie sind sich zwar bewußt, daß sie träumen, sind aber unfähig aufzuwachen. Eins nur wissen sie: Wenn sie in diesem Traum sterben, sind sie auch in der wachen Welt tot. Abbas treibt seine Gefangenen durch die merkwürdig saphirfarbenen Hallen des Traums und will sich gerade Theobald, der ihn seiner Meinung nach verraten hat, zuwenden, als eine seltsame, ganz in Grau gehüllte Frau erscheint. Ihr Gesicht ist nicht zu erkennen, aber sie hat eine liebliche Stimme. Sie befiehlt Abbas, Theobald in Ruhe zu lassen: Für ihn bestünde noch Verwendung. Als sie Hugo sieht, geht sie zu ihm und streicht kurz aber zärtlich über sein Gesicht. Dann erklärt sie Abbas, auch dieser wäre zu verschonen: Sie fände ihn niedlich. Als der Ibn Usama protestiert, erinnert sie ihn scharf, daß nur sie ihm diese Möglichkeit der Rache erschlossen hätte. Wutschäumend wendet sich der Araber dann also Andrew und Petrus zu und beginnt, diese zu foltern.
Das wird allerdings von den wachen Freunden der Schlafenden bemerkt. Julius kann die beiden mit einem Zauber wieder aufwecken. Diese haben zwar noch die Wunden, die ihnen im Traum zugefügt worden waren, sind aber ansonsten wohlauf. Nach dem Fehlschlagen dieser Taktik versucht Abbas es nicht noch einmal, vielleicht kann er es auch gar nicht.

View
Der Ketzerlehrling
Sommer 1179

Petrus

Auf dem Weg nach Jerusalem war Petrus einem sterbenden Pilger begegnet. Dessen Angehörige leben in der Heiligen Stadt, und so bat er den Mönch, dieser Familie eine wertvolle, wahrscheinlich gefüllte Buchschatulle zu überbringen – genauer gesagt, seiner Nichte Fortunata, als Mitgift. Petrus erklärte sich einverstanden. Den Rest des Weges setzte der Mönch dann zusammen mit den Lehrling des Toten, Elave, fort.
Als sie in der Stadt ankommen, wird Petrus natürlich von der Familie Lythwood, ein paar hervorragenden Buchbindern, eingeladen, bei ihnen zu wohnen, was er dann auch annimmt. Auch zum Leichenschmaus am nächsten Abend ist er willkommen. Dabei hat Elave mit dem Schreiber der Familie, Aldwin, ein Streitgespräch über die Kindstaufe. Elave ist nämlich der Meinung, auch ungetaufte Kinder kämen nicht in die Hölle, während die offizielle Doktrin lautet, daß alle Ungetauften bei ihrem Tod zum Teufel fahren. Auch Petrus vertritt Elaves Meinung, wofür er fast schon einmal von Gerbert von Köln auf den Scheiterhaufen gestellt worden wäre. Nur sein freundlicher Abt Radulfus konnte ihn damals retten.
Am nächsten Tag erfährt Petrus gleich zwei unangenehme Neuigkeiten: Gerbert von Köln ist in der Stadt, und er hat vor, den Abt Radulfus wegen Unterstützung eines Ketzers anzuklagen. Bestürzt kehrt Petrus zu der Familie Lythwood zurück, wo gerade Elave wegen seiner ketzerischen Ansichten zu einer Disputatio vorgeladen wird. Offenbar hat Aldwin ihn angeschwärzt. An diesem Abend verläßt Elave das Haus, Aldwin folgt ihm mit einem schlechten Gewissen.
Am nächsten Tag findet Petrus Aldwin wieder: Tot treibt der unter einer Brücke im Fluß – ermordet! Es sieht so aus, als könne es Elave gewesen sein, aber Petrus hat seine Zweifel: Er hat nämlich die Blicke zwischen dem jungen Mann und Fortunata gesehen und weiß, daß zu der Zeit, wo Elave nicht da war, auch Fortunata das Haus verlassen hatte.
Am Abend dieses Tages kehrt endlich das Familienoberhaupt Girard zurück. Er war unterwegs, um Wolle aufzukaufen. Nun kann die Truhe geöffnet werden, die der Sterbende Fortunata hatte schicken lassen. Sie enthält sechs kleine Beutel mit Silberstücken. Dies verblüfft Petrus sehr, denn als er die Schatulle trug, hätte er schwören können, daß ein Buch darinnen ist. Als er sich das Innere des wertvollen Kistchens genauer anschaut, entdeckt er Spuren von Purpurstaub und einen abgerissenen Papierzipfel, der zu einem Lesezeichen gehören könnte. Dies läßt für ihn nur einen Schluß zu: In dieser Schatulle befand sich noch vor kurzem ein wertvolles Buch, das gegen die Silberstücke ausgetauscht wurde.
Am nächsten Tag hat Petrus allerdings keine Zeit, dem rätselhaften Fall nachzugehen. Heute findet die Disputatio statt, und Petrus hat sich entschlossen, sie statt Elave gegen Gerbert zu führen. Der Bischof ist wenig begeistert, ihn hier zu sehen, schließlich kann er sich an die Redegewandtheit des Mönchs noch gut erinnern. Diese Redegewandtheit ist es dann auch, die den freundlichen Patriarchen Amalrich überzeugen kann: Petrus gewinnt die Disputatio. Und nicht nur das: Amalrich ist so von Petrus´ Ausführungen eingenommen, daß er ihn zum Priester weiht und ihm die Gemeinde des Bundes zur Fürsorge übergibt. Allerdings scheint ihm der Name Serpentia für ein christliches Dorf nicht angemessen, also benennt er es kurzerhand in St. Blasius um.
Auch in dem Mordfall kommt Petrus jetzt weiter: Nach einiger Suche findet er heraus, daß Aldwin am Abend vor seinem Tod mit dem Knecht Conyn gesprochen hatte. Dieser Knecht berichtet ihm, daß Aldwin schon in der ersten Nacht einen Blick in die Schatulle gewagt hätte und darin ein Buch gesehen habe. Allerdings wäre er dabei fast von Jevan, dem Bruder des Familienoberhauptes, erwischt worden. Auch dieser habe sich mit der Schatulle beschäftigt.
Als Petrus Jevan damit konfrontieren will, ist der verschwunden, zusammen mit Fortunata. Er findet den mörderischen Buchbinder schließlich bei der Färberhütte, die junge Frau ist seine Geisel. Während Petrus Jevan vorne ablenkt, schleicht sich Elave hinten in den Schuppen, rettet Fortunata und zündet das Häuschen an. Von Panik erfüllt, rennt Jevan in die brennende Hütte, in der er das Buch noch vermutet, und stirbt einen grausamen Tod. Das Buch, in Tücher eingeschlagen, hat allerdings Fortunata während ihrer Rettung mitgenommen.
Es ist eine Bibel aus dem neunten Jahrhundert, von irischen Mönchen geschrieben und in Byzanz in Purpur und Gold gebunden: Ein unbezahlbarer Schatz. Fortunata stiftet es der Kirche in Jerusalem, wo es besser aufgehoben ist als in Privatbesitz.
Petrus verabschiedet sich bald von der Familie, da auch der Rest auf einen schnellen Aufbruch drängt.

View
Das Grab des Heiligen Zebedäus
Sommer 1179

Theobald, Julius, Aladin, Mikula, Sergej, Quintus, Hugo, Sir Garth, Andrew

Während Aladin mit solchen mundanen Verwicklungen beschäftigt ist, sind andere auch nicht untätig. Andrew versucht, über eine Locke, die er noch von ihr hat, seine Frau zu finden. Er kann zwar feststellen, daß sie in Jerusalem ist, aber kaum hat er den Spruch gesprochen, geht die Locke in Flammen auf. Da auch Terminus, Sir Garth und die anderen in die Heilige Stadt reisen, schließt er sich ihnen an.
In Jerusalem kommen sie bei einigen Verwandten des Jerbiton, den Glansdales, unter. Sir William Glansdale ist Jasmins Bruder, seine Frau Isabelle Andrews Stieftochter aus erster Ehe.
An dem Tag ihrer Ankunft gehen Sir Garth, Terminus und Quintus als erstes in die Grabeskirche. Es ist sehr voll, da an demselben Tag eine Pilgergruppe aus St. Cebedeo in Italien angekommen ist und jetzt hier am Schrein ihres Heiligen betet. Nach anfangs vergeblicher Suche drängen sich die drei dann doch durch die frommen Pilger und siehe da: Der Knochenschlüssel befindet sich tatsächlich bei den Gebeinen des Heiligen Zebedäus. Auf die Frage hin, was das denn wohl sei, bekommen sie zur Antwort, man wisse es nicht genau, aber möglicherweise wäre es eine Art gefangener Dämon. Eine andere These sagt, es sei der Schlüssel zum Himmelreich, was aber nicht so anerkannt ist. Jedenfalls ist das Reliquiar verschlossen und kann nicht so einfach geöffnet werden. Außerhalb der Kirche überlegt Quintus, ob man den Schlüssel stehlen könne. Sir Garth ermahnt ihn und schlägt seinerseits vor, doch zunächst mit dem Patriarchen zu sprechen. Terminus ist einverstanden, fragt sich aber, wie man an so eine Audienz kommt.
Wieder bei den Glansdales angekommen, begeben sich alle zu Bett. Mitten in der Nacht jedoch wachen Hugo und Quintus auf. Als sie den Raum verlassen, um nachzuschauen, was sie geweckt hat, sehen sie ein bläuliches Leuchten aus einem der Zimmer kommen. Als sie eintreten, sehen sie auf dem Bett die Leiche von Jasmin liegen. Andrew ist schon da und kniet fassungslos neben der Toten, einen Brief in der Hand. In ihm steht, Andrew solle nie wieder wagen, Abbas Ibn Usamas Kreise zu stören, sonst würde es ihm ebenso ergehen. Quintus bleibt bei ihm, während Hugo sofort den Hausherrn holt. Als dieser seine tote Schwester sieht, verliert er völlig die Fassung: Er beschuldigt seinen Schwager, die junge Frau umgebracht zu haben. Nur mühsam läßt er sich von Quintus und Hugo wieder beruhigen.
Unglücklicherweise haben einige schwatzhafte Diener einen Teil der Anschuldigungen gehört und verbreiten nun das Gerücht, der Herzog von Gloucester habe seine eigene Frau ermordet. Die Klatschbasen der Stadt sind nur zu glücklich über so viel Skandal, sodaß die ganze Affäre bis zum übernächsten Nachmittag auch bis zum König gedrungen ist. Dieser möchte den Dingen natürlich auf den Grund gehen und läßt die Glansdales und die anderen zu sich rufen.
An dem Morgen nach der Auffindung der Toten hat sich William wieder gefaßt und bittet für seine haltlosen Anschuldigungen um Nachsicht. Zu der Beerdigung an diesem Nachmittag geht die Familie wieder vereint. Auch die anderen Serpentianer sind dabei. Während der Trauerrede am Grab fällt Quintus eine Gestalt auf, die sich am Rande des Friedhofs herumdrückt. Als nach dem Begräbnis alle den Gottesacker verlassen, bleibt der Knappe zurück, um herauszufinden, um wen es sich da handelt. Als der Mann sich schließlich dem Grab nähert, erkennt Quintus dessen riesenhafte Gestalt sofort: Der Kerl ist der oberste Sklavenaufseher von Abbas Ibn Usama! Dennoch kniet er an der letzten Ruhestätte von Jasmin nieder, legt ein paar Blumen darauf und weint wie ein Kind. Als er endlich wieder geht, folgt ihm Quintus. Bald gelangen sie in einem unangenehmeren Teil der Stadt, und schließlich verschwindet der Aufseher im Keller eines baufälligen Hauses. Der ehemalige Dieb merkt sich dieses Haus und geht dann zurück, um den anderen von seiner Entdeckung zu berichten.
Mittlerweile aber ist die Einladung zum König bei Glansdales angekommen, also wird Abbas warten müssen. Außer William und Isabelle Glansdale und Andrew sind auch Sir Garth und Quintus dabei.
König Baudouin IV. von Jerusalem ist zwar ein junger Mann, aber dennoch ein sehr erwachsener. Damit mag seine schon in seiner Kindheit erfolgte Ansteckung mit Lepra verantwortlich sein, und jetzt, nach vielen Jahren der Krankheit, ist sein Körper zerfressen und entstellt. Dennoch wirkt er nicht abstoßend, als er die Adligen empfängt, und auch nicht mitleiderregend, sondern vielmehr respekteinflößend. Überlegt hört er sich den merkwürdigen Fall an und entscheidet, daß manche Leute – er wirft dabei einigen Templern und anderen Adligen einen Blick zu – besser aufpassen sollten, auf welche Gerüchte sie hören, und läßt die Trauernden nach Hause gehen. Von soviel Weisheit beeindruckt, bittet Sir Garth den König, für ihn eine Audienz beim Patriarchen zu erwirken. Nach einem kurzen Gespräch ist Baudouin überzeugt, daß es um nichts Triviales geht, und erklärt, er werde tun, was er könne.
Bereits am nächsten Tag erhält Sir Garth die Einladung für eine Audienz beim Patriarchen. Dort angekommen, ist er viel zu nervös, um die Verhandlungen zu führen, also muß Quintus als sein Knappe für ihn sprechen. Der Patriarch Amalrich ist ein großzügiger und aufgeschlossener Mann und hört sich Quintus´ Argumente ruhig an. Tatsächlich weiß er, daß niemand den kleinen Drachen bei den Gebeinen anfassen kann, und außer ihm vielleicht noch eine Handvoll anderer, aber von denen kann Quintus es kaum erfahren haben. Also entschließt sich der alte Patriarch, die Probe zu machen: Wenn Sir Garth den Schlüssel berühren kann und die Geschichte stimmt, kann der Schlüssel wohl auch nichts Heiliges sein. In diesem Fall können sie ihn gerne mitnehmen.
Natürlich gelingt es dem alten Ritter, den Schlüssel aufzunehmen, also darf er ihn auch behalten. Wieder ist einer der sieben Schlüssel in den Besitz der neuen Bewohner gekommen.
Endlich ist nun auch Zeit, sich um Abbas Ibn Usama, den Mörder von Jasmin, zu kümmern. Eine größere Gruppe bricht in Richtung des Hauses auf und kann den Schwarzkünstler auch aufstöbern. Es gibt einen verbissenen Kampf zwischen den Magi und Grogs von Serpentia auf der einen und Abbas´ Dienern auf der anderen Seite. Als der Ibn Usama aber merkt, daß es schlecht für ihn steht, flieht er. Dabei muß er allerdings seinen Enkel Kasar zurücklassen, der prompt fast verbrannt wäre, da er nicht mal richtig laufen kann. Quintus rettet ihn und beschließt, das verwöhnte Balg zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Er hat Glück: Kasar ist Abbas´ jüngster und freundlichster Enkel, auch wenn der Knappe das am Anfang wohl kaum glauben mag.

View
Der Böse Onkel
Sommer 1179

Petrus, Theobald, Terminus, Julius, Aladin, Mikula, Sergej, Quintus, Hugo, Sir Garth, Andrew

Yazed Ibn Usama drängt darauf, etwas gegen seinen Onkel zu unternehmen. Von Quintus hat er mittlerweile erfahren, daß Abbas einer der einflußreicheren Wesire Saladins ist. Eigentlich sollte es kein Problem sein, zu beweisen, daß Yazed der richtige Erbe ist. In dessen Besitz befindet sich nämlich der Ring der Ibn Usama, den eine wunderschöne Lilienknospe schmückt. Nur wenn der wahre Erbe diesen Ring ansteckt, öffnet sich die Knospe zur vollen Blüte. Aber auch da muß Quintus Yazed enttäuschen: Abbas trägt so einen Lilienring mit einer voll erblühten Blume. Auch wenn das eine Fälschung ist, so muß dies doch erst einmal bewiesen werden. Aladin ist da pragmatischer eingestellt: Er wird einfach ins Haus des Abbas schleichen und den Ring stehlen.
Einige andere Magi wollen die Geschwister und Aladin nach Damaskus begleiten. In der letzten Zeit hatte Sir Garth nämlich Träume von einem Reliquiar voll Knochen in der Grabeskirche von Jerusalem. In dem Reliquiar befand sich neben den Gebeinen des Heiligen auch ein Schlüssel in Drachenform: Der Knochenschlüssel! Um diesen Schatz geht es Terminus und den anderen. Da sie aber ohnehin über Damaskus reisen müssen, bieten sie Aladin ihre Hilfe an, der sie auch gerne akzeptiert.
Als alle in der Stadt ankommen, brechen Sir Garth und sein Knappe Quintus zunächst auf, um die von Selim Bey erbeuteten Pferde zu verkaufen. Dabei allerdings erkennt ein damaszenischer Bürger sein eigenes, vor einiger Zeit gestohlenes Pferd wieder und bezichtigt den stadtbekannten Säufer und den gebrandmarkten Ex-Langfinger des Diebstahls. Ihren Beteuerungen wird kein Glaube geschenkt, und ein aufgebrachter Mob will sie zum Kadi schleppen, damit der sie ihrer gerechten Strafe zuführt. Als sie die beiden allerdings durch eine schmale Gasse führen, tritt ihnen eine beeindruckende Gestalt mit leuchtend goldenem Haar entgegen und fordert zu wissen, was hier denn vorgehe. Die Erklärungen des Pferdebesitzers vermögen ihn nicht zu überzeugen, er verlangt die sofortige Freigabe der beiden Männer. Als ihn einer aus der Menge fragt, wer er denn sei, antwortet er, er sei ein Sklave des Abbas Ibn Usama. Dieser Name bringt die Damaszener zur Räson und sie gehen.
Als Quintus und Sir Garth mit dem Mann reden, erfahren sie, daß er sie nur wegen Garths irischem Akzent gerettet hätte. Er stellt sich ihnen als Ned vor, ebenfalls ein Einwohner der britischen Inseln, wenn auch aus England, nicht Irland. Er ist tatsächlich ein Sklave des Ibn Usama, und als Quintus näher hinschaut, erkennt er die fadenscheinige Kleidung des eben noch so beeindruckenden Mannes. Da Ned ohne das Wissen seines Herrn gehandelt hat – er sollte eigentlich nur einen Einkauf tätigen – hofft er, daß dieser nichts davon erfährt. Bevor Quintus oder Sir Garth ihm genauere Fragen stellen können, geht er.
Am nächsten Tag geht Quintus los, um sich unter den Dieben und Bettlern der Stadt über Abbas und dessen Anwesen umzuhören. Er erfährt, daß dort noch niemand erfolgreich eingebrochen ist, tatsächlich wurde keiner von denen, die es versucht haben, je wieder gesehen. Es gibt Gerüchte über Höllenhunde oder Djinns, die das Anwesen bewachen. Abbas ist in der Stadt nicht sehr beliebt, da er zwar sehr luxuriös lebt, aber den Bettlern fast nie Almosen gibt. Außerdem soll er grausam zu seinen Sklaven sein. Das erfährt Quintus auch von einer jungen Sklavin, die das Anwesen einmal verläßt: Der Engländer, der ihnen gestern half, ist für diese Vermessenheit grausam ausgepeitscht worden.
Wegen der Erzählungen über Höllenhunde wagt Aladin sich zunächst nicht in den Palast hinein, aber die Berichte über Abbas´ viele Sklaven haben Mikula auf eine Idee gebracht: Man könnte doch einige Leute an den Ibn Usama verkaufen, die sich dann auf dem Anwesen einmal umsehen. Nach einigem hin und her entscheiden sich Petrus und Hugo, die Sklaven zu sein, Mikula mimt den Sklavenhändler, während Theobald und Sergej seine Wachen sind.
Der Plan geht besser auf als erwartet: Der riesenhafte Aufseher Hais Ibn Raffa kauft nicht nur Petrus und Hugo, sondern er wirbt auch Theobald als Wache an, da ihm dessen düstere Ausstrahlung gefällt.
Innerhalb des Palastes wird Hugo der Ehefrau des Abbas, einer schönen Europäerin, die Jasmin genannt wird, als Unterhalter zugeteilt, während Petrus die sieben Enkel des Hausherrn unterrichten soll. Theobald darf als Aufseher Sklaven quälen. Dabei trifft er recht schnell wieder auf Ned, der sich noch nicht ganz von den Schlägen erholt hat. Er unterhält sich zunächst mit ihm, gibt dabei aber vor, dem faulen Sklaven Beine zu machen. Während des Gesprächs erfährt er, daß Ned hier ist, um seine verschleppte Frau Melisende zu retten. Sein Hauptproblem ist, daß sie ihr Gedächtnis verloren hat und sich nicht mehr an ihn erinnert. Sie glaubt jetzt, Jasmin zu sein, die Ehefrau von Abbas Ibn Usama. Theobald berichtet seinerseits von seiner Mission. Die beiden beschließen, zu kooperieren, sodaß Theobald weiter vorgeben wird, diesen Sklaven ganz besonders zu piesacken.
Als Hugo diese traurige Geschichte hört, beschließt er, auf seine Weise zu helfen, indem er Jasmin englische und irische Volkslieder und Balladen vorsingt. Dies scheint ihr Gedächtnis tatsächlich zu bessern.
Petrus hat in der Zwischenzeit eigene Probleme: Die sieben Enkel des Abbas entpuppen sich als verwöhnte Bälger, die es nicht einmal für nötig halten, zu laufen, und außerdem keinerlei Gefühl für Richtig und Falsch haben. Auch Petrus´ Versuche, ihnen etwas Menschenliebe beizubringen, zeigen keinen Erfolg – außer, daß er die Mistbälger damit amüsiert.
Schließlich kann Theobald Aladin melden, daß das Gelände zwar scharf patrouilliert wird, es hier aber keine Höllenhunde gibt. In dieser Nacht schleicht sich eine kleine Katze in Abbas´ Schlafgemach, dessen genauen Standort Aladin durch Hugo weiß. Dort findet er auch das Geheimfach, von dem Jasmin dem Spielmann erzählt hat, und in dem der falsche Ring liegt. Mit seiner Beute macht sich der Bjornaer davon, wobei er sich wundert, in welcher Verwirrung sich der Haushalt befindet.
Dafür kann er teilweise Hugo verantwortlich machen. Dieser war nämlich Neds Bitte, seiner Frau doch seinen Ehering zu bringen, damit sie ihn vielleicht erkennt, nachgekommen. Allerdings war er dabei so ungeschickt, daß auch Abbas den Ring zu Gesicht bekam. Nach einigen Drohungen des Wesirs erzählte Hugo ihm die ganze Geschichte. Natürlich stürmte Abbas sofort los, um den unverschämten Sklaven zur Rechenschaft zu ziehen. Als der von dem Spielmann alarmierte Theobald in die große Halle kam, wo er den Hausherrn vermutete, war es schon zu spät: Ein Toter lag am Boden. Allerdings nicht Ned, wie Theobald im ersten Schreck vermutet hatte.
Als Abbas den Engländer nämlich zu sich rief und mit dem Tod bedrohte, offenbarte der seine magischen Fähigkeiten: Er verletzte seinen ehemaligen Herrn, tötete die Wache, die sich ihm in den Weg stellte, und floh durch die Wand.
Der Ibn Usama war sehr zornig und befahl eine Verfolgung, die Theobald, Hugo und Petrus ausnutzten, um zu entkommen.
Außerhalb des Hauses treffen sich die verschiedenen Parteien wieder. Dabei stellt sich Ned Aladin nun als Sir Edward Andrew Owen Fitzpatrick, Herzog von Gloucester, Filius von Alocar aus dem Hause Jerbiton vor. Gemeinsam stoßen Aladin und Andrew dann zum Rest der Gruppe.
Da sie nun den falschen Ring haben, kann Yazed zum Sultan Saladin gehen, um seinen Anspruch anzumelden. Dies tut er auch gleich am nächsten Morgen, begleitet von Aladin und Terminus.
Der Sultan empfängt ihn freundlich, aber als sich die Blüte auf dem Ring öffnet, ist er recht erstaunt. Schließlich ist Abbas Ibn Usama auch da und hat einen offenen Blütenring: Der betrügerische Wesir besitzt offenbar mehr als nur eine Fälschung! Saladin macht den Vorschlag, in die Moschee zu gehen und Allah um eine Lösung des Rätsels anzuflehen. Je näher sie aber der Moschee kommen, desto nervöser wird Abbas. Schließlich bleibt er einige Schritte vor dem heiligen Ort stehen und reißt sich den Ring vom Finger. Als aber dieser den Boden berührt, verwandelt er sich in eine kleine Schlange, die schnell von der Moschee wegkriecht, dabei allerdings von Aladin totgetreten wird.
Abbas selbst beginnt, sich immer schneller um die eigene Achse zu drehen und verschwindet schließlich, obwohl Terminus noch magisch versucht, ihn aufzuhalten.
Als die anderen außerhalb von Abbas´ Flucht erfahren, rennen sie mit Terminus und Aladin zu dessen Palast. Dort sind schon schwere schwarze Wolken zu sehen, und bald beginnt es, nur über diesem einen Haus zu gewittern. Die Magi und ihre Gefährten hetzen zu Abbas´ Gemach im höchsten Turm des Gebäudes, aber auch sie sehen nur noch, wie der Ibn Usama und Jasmin durch einen dunkelblauen Spiegel, wie aus Saphir gemacht, hindurchgehen und verschwinden, wobei auch der Spiegel selbst hinterher weg ist. In diesem Moment beginnt das Gebäude auseinanderzufallen, aber alle haben Glück und können das seltsamerweise menschenleere Anwesen unverletzt verlassen.
Nach ein paar Stunden finden sie die Bewohner des Palastes bis auf einige Vertraute des Hausherrn in einem weiten Gewölbe unter dem Gebäude. Den meisten von ihnen geht es nicht sehr gut, da in dem riesigen Raum eine kleine schwarze Sonne hing, die ihre Lebenskraft abgesaugt hat. Immerhin finden sie einige Leute, die bereit sind, sie nach Serpentia zu begleiten, darunter auch Ali Ben Ali, einen ehemaligen Lehrling von Quintus. Außerdem entdecken die Magi in den Ruinen noch etwas Vis, darunter eine kleine Flasche mit extrem starkem Inhalt: Zu erkennen ist aber nur schwach wirbelnder Nebel. Auch ein paar Bücher tauchen auf, darunter eines, das in einer allen völlig unbekannten Schriftsprache geschrieben ist. Dieses Buch soll später Shakram zur Übersetzung erhalten. Sechseinhalb Jahre später wird er diese Aufgabe bewältigt haben.
Aladin heiratet Samala und wird von Yazed in die Familie der Ibn Usama aufgenommen. Schlagartig ist er reich und mächtig. Yazed selbst wird zu Abbas´ alter Position erhoben, außerdem erhält er das Land, in dem Serpentia liegt, als Lehen. Er überläßt es Aladin zur Verwaltung.
Der Bund erhält das Recht, Zoll auf der Karawanenstraße zu erheben, und die Karawanserei zu betreiben, wenn er im Gegenzug die Straße sicher hält.

View
Frühling 1179 - Bundleben
Frühling 1179

Als Gerwald wieder einmal Benedikt zu sehr nervt, schickt dieser ihn los, die Quelle der Weisheit zu finden. Also stapft der Stallknecht los und kommt einige Tage darauf wieder, wobei er verkündet, er habe die Quelle tatsächlich gefunden. Benedikt allerdings nimmt das Ganze nicht sonderlich ernst und schickt ihn zurück in den Stall.
Auch Ephangelia, die Gerwald eigentlich mag, glaubt ihm kein Wort. Aber sie beschließt, mit ihm zu dieser ominösen Quelle zu gehen, sei es auch nur, um ihn bei einer direkten Lüge zu erwischen.
Der Aufbruch dieses seltsamen Paares bleibt Sean nicht verborgen. Der Ire beschließt, sie zu verfolgen, allerdings nicht als Mensch. Sean ist nämlich ein Gestaltwandler, ein Werwolf, und kann sich beliebig in einen Wolf verwandeln. Als solcher folgt er Gerwald und Ephangelia auch.
Nach etwas über einer Tagesreise erreicht das Paar tatsächlich eine Quelle. Als Ephangelia davon kostet, fällt alle Müdigkeit von ihr ab: Die Quelle ist wirklich magisch! Nach einer kurzen Rast kehren die beiden, immer noch verfolgt von Sean, zum Bund zurück. Unterwegs aber bemerken die Verfolgten den Wolf, den Gerwald sofort eindeutig als Fenris identifiziert. Der Versuch, mit dem ruhig dastehenden Tier zu kämpfen, endet in einer Katastrophe: Zwar kann Gerwald Sean einen schmerzhaften Schlag auf die Nase verpassen, wird dann aber aus Versehen von der herannahenden Ephangelia halb tot geschlagen…
Als sie so zum Bund zurückkommen, ist Benedikt doch an der Quelle interessiert. Mit Henry, Rougen und einem Faß bricht er auf, um etwas Wasser von dort zu holen. Er möchte es gerne im Labor auf seine magischen Qualitäten untersuchen. Auf der Rückreise zum Bund mit dem schweren Faß gehen die Grogs direkt durch den auf dem Weg liegenden Wald, den die anderen bisher umgangen hatten. Benedikt selbst war schon vorausgeeilt. In dem Wald werden Henry und Rougen von einem Dämon überfallen. Rougen wird schwer verletzt, Henry erschlägt den Dämon, ohne einen Kratzer davonzutragen. Das Faß bringen sie – zwar halb leer, aber immerhin – heil im Bund an.
*
Sir Daowyn beschließt, den Feenwald zu besuchen, um mehr über seinen leiblichen Vater und seine Keule zu erfahren. Sean folgt dem Ritter, denn er weiß schon seit längerem die Wahrheit über Sir Daowyn: Der ist nämlich kein Mann, sondern eine Frau! Das war auch in Irland herausgekommen, als sie einmal verwundet wurde, und deswegen hatte sie ihre Heimat verlassen. Da Sir Garth jahrelang der Meinung war, Daowyn sei sein Sohn, ist sie als Mann aufgewachsen. Jetzt allerdings möchte sie die Feenkönigin bitten, ihr zu helfen, ihre weibliche Seite zu entdecken. Vor allem möchte sie Kinder haben.
Im Feenwald treffen sich Daowyn und Sean und reden sehr lange miteinander. Danach bittet Sean die Feenkönigin um Feenwein, während Daowyn sie fragt, wie man eine Schwangerschaft garantieren könne. Fionnuala gibt ihr ein kleines Amulett, mit der Anweisung, es ständig zu tragen. Sean und Daowyn genießen die nächsten drei Tage sehr.
Als sie den Feenwald verlassen, trägt Daowyn Frauenkleidung und nennt sich Aifeda. Sie behauptet, Sir Daowyns Zwillingsschwester zu sein, aber schon bald gibt es Gerüchte, daß der Ritter die Feenkönigin irgendwie erzürnt habe und deswegen in eine Frau verwandelt worden sei.
Da Daowyn schwanger ist, möchte Sir Garth, daß Sean sie heiratet. Andernfalls müsse Garth Sean zu einem Duell fordern, da er die Ehre seiner Tochter beschmutzt hätte. Schließlich stimmt Sean zu. Heimlich heiraten die beiden in Damaskus.
*
Eines Tages wirft Llwellyn einen Feuerball nach der Rödelbahn. Rougen ist schwer beeindruckt und möchte das auch lernen. Nach anfänglichen Fehlschlägen bekommt er ungeahnte Hilfe: Ein kleines Wesen, das sich George die Fee nennt, bietet an, ihm verschiedene Dinge beizubringen. Rougen nimmt begeistert an, nicht ahnend, daß die vermeintliche Fee in Wirklichkeit Pip der Dämon ist.
*
Quintus möchte dem Diebesgewerbe den Rücken kehren. Da er sehr beeindruckt von Sir Garth ist, bittet er diesen, ihn als Knappen anzunehmen, was der Ritter auch tut.
*
Cavallo nimmt ein Mädchen aus dem Bund, Fiorella, Ariellas und Roscos Tochter, als Lehrling an.

View
Aladin und die vierzig Räuber
Frühling 1179

Aladin, Llwellyn, Julius, Quintus, Hugo & Grogs

Nachdem die Magi von der alten Karawanserei gehört haben, würden sie diese gern neu aufmachen. Dazu müssen sie aber die Genehmigung des Sultans haben, außerdem sollten sie die Straße irgendwie von den Räubern befreien. Da auf Selim Beys Kopf eine hohe Belohnung ausgesetzt ist, beschließen sie, sich zunächst um ihn zu kümmern.
Zuerst wird Ladyhawke ausgeschickt, die das Räuberlager auch recht schnell findet, danach bietet Aladin an, sich als Katze einzuschleichen, um zu spionieren.
Die Räuber Selim Beys haben vor kurzem wieder einmal eine Karawane überfallen. Dabei machten sie auf das Geheiß ihres Hauptmannes auch Gefangene: Hugo, einen englischen Barden, der jetzt verzweifelt versucht, die Räuber zu unterhalten; Samala und Yazed Ibn Usama, ein junges Geschwisterpaar, das nach dem Tod ihres Vaters nach Damaskus zurückkehren wollte; und Ephangelia, eine griechische Bogenschützin, die sofort rekrutiert wurde – nicht unbedingt mit ihrem Einverständnis. Selim Bey hat den jungen Yazed zu seinem Berater gemacht, um dessen schöner Schwester besser nachstellen zu können. Noch sträubt sie sich, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der wahnsinnige Räuberhauptmann die Geduld verliert und sie einfach gegen ihren Willen nimmt.
In dieser Situation schleicht sich Aladin in das schludrig bewachte Lager, in dem sich vielleicht vierzig Räuber aufhalten. Er bekommt die Notlage der Geschwister mit und beschließt sofort, ihnen aus dieser Bedrängnis zu helfen. Also gibt er sich ihnen zu erkennen. Obwohl die beiden zunächst sehr erschrocken sind, fassen sie Zutrauen zu dem Magier und lassen sich von ihm in zwei kleine Katzen verwandeln. So können sie das Lager leicht verlassen. Als Aladin allerdings versucht, sich in Panthergestalt wegzuschleichen, wird er entdeckt und es gibt eine wilde Jagd.
Jetzt, da die Räuber abgelenkt sind, beginnen die Magier von draußen, das Lager anzugreifen. Quintus, von Julius mit Selim Beys Gesicht ausgestattet, brüllt den Räubern sinnlose Befehle zu, Llwellyn beschießt sie mit Feuerbällen und Aladin wütet als Panther in ihrer Mitte, sodaß die Grogs leichtes Spiel haben. Nachdem Selim Bey von Quintus getötet wird, ergeben sich die verbliebenen Räuber. Einige von ihnen entschließen sich sogar, als Grogs in den Dienst von Serpentia zu treten.
Auch Hugo und Ephangelia wollen bei dem Bund bleiben. Mit Yazed und Samala hat es allerdings eine besondere Bewandtnis: Wie Selim Bey dem jungen Mann anvertraute, wurde er von dessen Onkel Abbas Ibn Usama gedungen, die Geschwister zu ermorden. So wollte er verhindern, daß Yazed sein rechtmäßiges Erbe antritt. Aladin, beeindruckt von der schönen Samala, schwört, ihnen gegen ihren gierigen Onkel zu helfen.

View
Winter 1178 - Bundleben

Im Winter kommt ein neuer Magier in den Bund: Mikula, ein russischer Ex Miscellania, der sich selbst als Priester Gaias bezeichnet. Bei ihm ist sein gutaussehender Bruder Sergej, der auch gleichzeitig sein Leibgrog ist. Kurz nach der Ankunft der beiden kommen einige Dörfler aus St. Corona unter der Führung von Vater Taddeo zum Bund und verlangen, daß Sergej, der eine junge Dörflerin geschwängert hat, diese heiratet. Nachdem Mikula seinen Bruder überzeugt hat, daß es so das Beste ist, heiratet dieser das Mädchen.
*
Auch Llwellyn heiratet: Tina, die Bundschneiderin, ist von ihm schwanger.
*
Terminus, Nakatia und Benedikt sind schwer im Labor beschäftigt: Sie forschen ein Ritual, mit dem sie Terminus´ Körper sein originales Alter zurückgeben können. Das wird allerdings bis Ende Frühling brauchen.
*
Bei der genaueren Erforschung der Umgebung treffen die Magi auf dem Friedhof den Geist eines Inders, der unter den gleichen Gedächtnisproblemen leidet wie die Geister der Altmagier. Allerdings weiß er noch, daß ihm seine Seele gestohlen wurde.
*
Julius, der recht kleinwüchsig ist, erlaubt sich als Terminus verkleidet einen kleinen Scherz mit den Kindern des Bundes: Er bringt ihnen die Formen und Techniken der Magie bei, sodaß sie nun eine Art mundanes Certamen ausfechten können: Statt mit Perdo Animal die Vernichtung eines Tieres zu simulieren, veranstalten sie ein Wurstwettessen; Perdo Corpus ist für Prügeleien zuständig und so weiter. Es bleibt abzuwarten, was Haus Tremere zu dieser Entwicklung sagt….
*
Terminus ist begeistert von den beiden Visquellen, die im Herbst entdeckt wurden, also schickt er Llwellyn und Aladin auf Visjagd. Die beiden nehmen das nicht so ganz ernst und machen sich mit ein paar Netzen, Körben und einer großzügigen Portion Whisky einen schönen Abend. Ziemlich betrunken und völlig unabsichtlich finden sie dabei trotzdem etwas: Einen halbverdursteten Iren namens Sean, der über einen kleinen Weg durch die Berge zu ihnen gekommen ist. Sie haben natürlich zunächst nichts besseres zu tun, als den Erschöpften mit Llwellyns magisch gestrecktem Whisky abzufüllen.
Als Sean sich von dem gepanschten Getränk erholt hat, berichtet er, er sei über eine alte Karawanenstraße gekommen, die von den Räubern des Selim Bey unsicher gemacht werde. Den Weg in das Tal fand er hinter einer verlassenen, halb zerfallenen Karawanenstation entlang des Weges. Da er ein Sicherheitsleck im Bund entdeckt hat, ernennt Terminus ihn kurzerhand zum Sicherheitschef und erlaubt ihm und seinem Mündel, einem kleinen Mädchen namens Colleen, zu bleiben.
*
Sir Daowyn errichtet eine Rödelbahn, um die Grogs zu trainieren, die aber von den Bewaffneten und den anderen Bewohnern des Bundes mehr zu allerlei Blödsinn benutzt wird.

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.