Serpentia

Herbst 1178 - Kinderkram
Herbst 1178

Zurück im Bund freut sich zunächst Maika, die vierjährige Tochter der Groga Elsa, daß sie nun einen – wie sie meint – gleichaltrigen Spielgefährten hat. Terminus´ Versuche, dem Kind aus dem Weg zu gehen, sind selten von Erfolg gekrönt: Die Kleine scheint einen sechsten Sinn für ihn zu haben. Als sie einer magischen Untersuchung unterzogen wird, stellt sich heraus, daß sie die Gabe besitzt.
*
Auch eine andere Untersuchung findet statt: Benedikt dringt in Joannas Geist ein, wird dabei aber fast von der Schlange in ihrem Kopf verschlungen.
*
Schließlich kommt, wie versprochen, Cavallo noch einmal vorbei, was zu einiger Verwirrung führt. Terminus will nämlich nicht, daß irgend jemand etwas von seinem doch sehr jugendlichen Zustand erfährt. So erfährt Cavallo, daß der Knabe „Törmi“ das Kind von Terminus und Nakatia sei. Wirklich peinlich wird das Ganze erst, als Cavallo fünf verschiedene Personen fragt, wie denn Törmis voller Name lautet, und fünf verschiedene Antworten bekommt: Von Terminus über Teurminar zu Törminatus….
*
Auch ein weiterer Besucher trifft im Bund ein: Interrogeo, der Quaesitor. Er war gerade in dem kleinen Bergdorf voller Dämonisten gewesen, und will jetzt auch hier nach dem Rechten sehen. Damit ist es nicht weit her: Pip, Terminus´ kleiner „Freund“, hat die Labore der Magi mit ein paar Illusionen belegt, sodaß Aladins Labor von düsteren Pentagrammen und blutroten Kerzen geziert wird, Nakatias Labor hingegen völlig in Rosa eingerichtet ist. Zwar verschwinden die Illusionen meist, wenn Interrogeo die Labore inspiziert, aber für Verwirrung sorgt es allemal.
Auch andere Reibereien gibt es: Einmal wird Interrogeo von dem nervtötenden Stallburschen Gerwald gestört, woraufhin ihm der Quaesitor den Arm bricht, und dann gibt es eine größere Schlägerei in der Küche. Die arroganten Elitegrogs Interrogeos hatten nämlich Anne, die Köchin, beleidigt, was die Serpentianer nicht so einfach hinnehmen wollten. An dieser Schlägerei sind nicht nur Grogs beteiligt, auch Llwellyn prügelt sich kräftig mit. Dabei bekommt er von einem der bundfremden Krieger ein blaues Auge geschlagen. Als Interrogeo davon erfährt, geht er mit diesem Grog in sein Zimmer und kommt alleine wieder heraus: Er hat den Bewaffneten für seine Unverschämtheit getötet. Als er wieder geht, ist der ganze Bund sehr erleichtert.
*
Tarbonne wird für seine Ohrfeige an Terminus mit ständigem Strafdienst beglückt. Da er den Sinn nicht so ganz einsieht, versucht er den Bund zu verlassen und Richtung St. Corona zu fliehen. Unglücklicherweise verläuft er sich in der Wüste und verdurstet.

View
Spiele im Wald der Feen
Herbst 1178

Terminus, Ulf Ulrich, Tarbonne, Rougen, Henry

Da nun zumindest eine Visquelle erfolgreich erschlossen wurde, beschließt Terminus, die Suche nach einer zweiten selbst zu leiten. Neben dem Schlangental hatte Maeve nämlich noch einen zweiten Ort erwähnt, den Feenwald, der sich innerhalb des normalen Walds von Serpentia verbirgt. Dorthin will Terminus nun ziehen, sein Bruder aber möchte lieber nicht mitkommen, da er fürchtet, daß seine äußerst düstere Ausstrahlung die Feen abschrecken könnte.
Kurz bevor die kleine Gruppe aufbricht, kommt Anne, die Köchin des Bundes, zu Terminus. Da sie einiges über Feen weiß, kann sie ihm eine Menge gute Ratschläge mitgeben, unter anderem den Hinweis, daß man sich bei dem Schönen Volk besser nicht bedankt. Terminus, beeindruckt von soviel Umsicht, nennt sie „einen Ausbund an Wissen und Weisheit“.
Mit Terminus kommt neben ein paar Grogs auch Ulf Ulrich, ein junger dänischer Frauenheld und Alleskönner, der erst vor kurzem zum Bund gestoßen ist.
Als die Gruppe in den Wald eindringt, der übrigens überraschend europäische Züge trägt, bemerken sie recht schnell ein sehr neugieriges Eichhörnchen, das ihnen auch noch freundlich zuzwinkert. Dann läuft es davon, aber nicht so, daß man ihm nicht folgen kann. Das tun dann auch alle, und recht bald geraten sie auf einen Pfad, der immer breiter wird, je weiter sie gehen. Auch die Bäume fangen an, seltsame Merkmale wie Gesichter oder verschiedene Früchte an demselben Baum zu entwickeln. Schließlich springt das Eichhörnchen von seinem Ast auf den Boden und verwandelt sich dort in eine hübsche junge Frau, die sich den verblüfften Menschen als Windling von den Feen des Goldenen Frühlingswaldes vorstellt. Dann meint sie, die Besucher wären gerade zur rechten Zeit gekommen, und lädt sie ein, ihre Königin kennenzulernen.
Da das genau das ist, was Terminus möchte, folgt er Windling gerne tiefer in den Wald hinein. Nach ein paar Minuten – oder Stunden? – erreichen sie eine große Lichtung, wo sich alles mögliche Feenvolk tummelt: Trolle und Gnome, Blumenfeen mit durchscheinenden Flügeln und Satyre mit Bocksbeinen, winzige Pilzlinge und riesige Wolkenwichte. Über ihnen allen thront eine wunderschöne, elegante Frau mit bodenlangem goldenen Haar, reich gekleidet und nur an ihrer überirdischen Schönheit als Fee erkennbar. Neben ihr steht ein gewaltiger Luftdjinn, über und über mit Silber geschmückt. Windling führt Terminus zu ihrer Königin, während sich der Rest unter das feiernde Feenvolk mischt.
Terminus wird freundlich von der Herrscherin Fionnuala begrüßt. Wie schon Rotgold und ihre Schlangen, so hielten auch die Feen guten Kontakt zu dem alten Serpentia und sind auch gerne bereit, sich mit dem neuen Bund anzufreunden. So führen also Terminus und sie eine längere Unterredung, bei der der Magier erfährt, daß Maeve wohl Feenblut in ihren Adern hatte.
Ulf Ulrich und die anderen feiern in der Zwischenzeit mit den einfachen Feen. Sie alle haben so viel Spaß, daß sich ihre Freude dadurch äußert, daß sie immer jünger werden. Besonders ausgeprägt ist es bei Tarbonne und Ulf Ulrich: Der sonst so mürrische Provencale wird zu einem Burschen von vielleicht 18 Jahren, während sich der lebenslustige Däne sogar zu einem etwa sechsjährigen Kind verjüngt.
Während die anderen sich amüsieren, erfährt Terminus den Grund für die Feierlichkeiten: Es steht das Große Spiel bevor, bei dem die Feen vom Goldenen Frühlingswald gegen die Feen des Fallenden Herbstlaubes antreten. Dem Sieger des Spiels winken die Früchte des Frühlingsbaumes, acht rotbäckige Äpfel, und die des Herbstbaumes, acht kleine Totenschädel. Fionnuala erzählt dem Magus auch, daß die Einwohner des alten Bundes ihnen immer bei dem Spiel geholfen und dafür die Hälfte des Preises bekommen hätten, da die Früchte wohl irgendeine magische Substanz enthielten. Terminus ist sich sicher, daß er die Visquelle damit gefunden hat und bietet sofort seine Hilfe bei dem Spiel an. Fionnuala nimmt erfreut an, als Lohn sollen Terminus und die Seinen dasselbe erhalten wie die anderen Menschen schon früher.
Bei dem Spiel handelt es sich um eine Mischung aus Schlagball und einem Gestampfe: Es gibt einen Ball, den beide Teams versuchen, über die Ziellinie des anderen zu bringen. Dabei ist jeglicher Waffeneinsatz gestattet, allerdings keine Magie, es sei denn, es ist lustig. Jede Seite stellt einen Schiedsrichter, wenn die beiden uneinig sind, entscheidet das Publikum durch Lärm.
Auf der Seite der Feen von Goldenen Frühlingswald treten Tarbonne, Henry und Rougen mit Ulf auf den Schultern an. Terminus wird Schiedsrichter und setzt durch, daß das Zweiergespann als ein Spieler gilt. Da jede Seite fünf Spieler stellt, stoßen noch zwei Feen dazu: Ein edler Sidhe-Ritter und ein Luftdjinn. Auf der anderen Seite stehen ein Schwarzfeuerdjinn, ein Troll, ein Irrlicht, ein Kobold und ein Kelpie. Der Ritter und das Kelpie kennen sich, sie standen sich schon des öfteren bei diesem Spiel gegenüber.
Schließlich beginnt das Spiel und nach viel Gejohle und Gegröle, einigen seltsamen Schiedsrichtersprüchen, einem plattgesessenen Irrlicht und einem im fairen Duell besiegten Kelpie siegen letztendlich die Menschen und Frühlingsfeen 6 : 5.
Bei der anschließenden Feier redet Terminus wieder mit Fionnuala, die ihm noch ein paar recht rätselhafte Hinweise geben kann: So sind nicht alle Schlüssel zum Bund so, wie man sie erwarten würde, auch Freundschaft wäre eine Art Schlüssel. Über die Freundschaft weiß sie ohnehin noch einiges zu sagen: Freunde findet man an den ungewöhnlichsten Orten, aber man muß ihnen auch beistehen. Außerdem kann sie weiterhelfen, was die Sache mit Joannas Schlange im Kopf angeht, sie erzählt Terminus von zwei Möglichkeiten, in die Schatten zu gehen: Zum einen der Saphirspiegel, zum anderen die Wandler. Allerdings will sie diese beiden Begriffe nicht näher erläutern.
Vor lauter Freude über die neuen Informationen begeht Terminus einen Fehler: Er bedankt sich überschwenglich, obwohl Tarbonne noch versucht, ihn mit einer Ohrfeige davon abzuhalten. Diese aber kommt zu spät: Die Feenkönigin ist verärgert. Bei den Feen gilt nämlich die Sitte, daß ein Dank etwas ist, was man mit einem Geschenk erwidern muß.
Also schenkt Fionnuala Terminus die Jugend: Der gestandene Körper des Tytalus wird immer jünger, bis er schließlich die Form eines zehnjährigen Knaben hat. Ungeschickterweise findet Terminus keine bessere Art, seiner Frustration Luft zu machen, als sich nochmals zu bedanken. Daraufhin wird er noch ein wenig weiter verjüngt, bis er zu einem vierjährigen Kind geworden ist.
Etwas belämmert ziehen die Besucher dann schließlich von dannen, nachdem sie ausgemacht haben, daß sie auch am nächsten Großen Spiel teilnehmen können. Und während die Grogs und Ulf Ulrich beim Verlassen des Waldes wieder zu ihrem ursprünglichen Alter zurückkehren, bleibt Terminus in seinem kindlichen Körper gefangen. Glücklicherweise besitzt er aber immer noch den Geist eines Erwachsenen.

View
Das Schlangental
Herbst 1178

Nakatia, Aladin, Benedikt, Gerrod, Joanna, Petrus, Tarbonne, Julius

Da nun durch Aidans Ankunft geklärt ist, wie es mit den mundanen Einkünften des Bundes aussehen wird, wollen sich die Magi auch um die magischen, sprich Visquellen, kümmern. Dazu weiß Maeve zu berichten, daß es früher eine Quelle im Schlangental gab, das irgendwo nördlich des Bundes in den Bergen liegen muß. Genauer erklären, was es mit diesem Schlangental auf sich hat, kann sie aber auch nicht. Also brechen Nakatia, Aladin und Julius, begleitet von Petrus und ein paar Grogs, in Richtung Norden auf. Terminus gibt ihnen Ladyhawke, seinen hochintelligenten Falken, mit, sodaß es möglich ist, das Tal aus der Luft zu suchen.
Nach ein paar Tagen Reise meldet Ladyhawke tatsächlich einen Erfolg: Sie hat ein recht großes Tal gefunden, in dem es von Schlangen nur so wimmelt. Sie führt die Magi dorthin und verabschiedet sich dann, da sie zurück zu Terminus will.
Es ist recht einfach, von den Bergen aus in den Talkessel zu gelangen, obwohl dessen Wände steil abfallen, denn es gibt einen kleinen Pfad, der am Rand entlang hinunter führt. Als sie aber diesen Weg benutzen, stoßen sie ziemlich bald auf die ersten Schlangen, die zunächst keine Notiz von ihnen nehmen. Je tiefer sie jedoch kommen, desto aufmerksamer werden die Tiere und schließlich stellen sich ihnen ein paar in den Weg. Aladin beginnt, mit ihnen zu sprechen und erfährt, daß es sich bei den kleinen Reptilien um Wächterschlangen handelt. Als er ihnen erzählt, daß er ein Mensch ist, herrscht große Aufregung und Unglauben: Seit vielen Jahren schon wurden keine Menschen mehr in ihrem Tal gesehen, und manche hielten die Berichte von den glatthäutigen Zweibeinern sogar nur für Legenden.
Eine dieser kleinen Wächterschlangen ist von Nakatia so beeindruckt, daß sie sich in ihr Haar verkriecht und beschließt, dort zu bleiben.
Aladin erfährt außerdem, daß die Schlangen eine Königin haben und wird eingeladen, diese zu besuchen, was er auch gerne annimmt.
Je weiter sie ins Tal vordringen, desto größer werden die Einwohner, schließlich treffen sie sogar eine Schlange, die die menschliche Sprache beherrscht: Dunkelfarn, den jungen Sohn der Königin. Dieser ist sehr beeindruckt von der Fähigkeit der Menschen, ihr Gesicht zu verziehen und bittet Nakatia des öfteren, doch mal zu „knautschen“.
Auf dem Weg zur Königin warnt Joanna, die Stimmen hört und augenscheinlich ein wenig verrückt ist, Tarbonne, einen mürrischen Provencalen, vor „den Bären“. Tarbonne findet diese Warnung lächerlich und lacht über sie, just als er in ein paar am Wegesrand wachsende Beeren tritt. Dies war ein Fehler: Diese Beeren sind dem Schlangenvolk heilig, da sie daraus einen speziellen Trank brauen. Eine neu hinzukommende Schlange, von der ihnen Dunkelfarn erzählt, daß es sich um Pfauenschweif, einen Edlen, handelt, fordert für diesen Frevel Tarbonnes Leben. Das allerdings möchte Dunkelfarn nicht zulassen, und so überredet er den Edlen, statt Tarbonnes Leben nur dessen Blut zu nehmen und damit den Trank zu brauen. So geschieht es dann auch. Zwar überlebt der Provencale die Prozedur, ist danach aber nicht mehr einsatzfähig.
Schließlich treffen sie auch die Königin: Eine riesige, rötlich-goldene Schlange, deren Name Rotgold lautet. Diese heißt sie freundlich willkommen. Sie kennt Serpentia von früher und freut sich, daß ein neuerlicher Kontakt hergestellt werden kann. Auch der Kronrat wird den Magiern und ihren Begleiter vorgestellt: Er besteht aus sieben Edlen, von denen Pfauenschweif einer ist.
Die Königin lädt die Menschen ein, doch eine Weile in ihrem Tal zu verweilen. Die Magi willigen ein, zumal sie die Hoffnung haben, daß sich hier etwas über die Vergangenheit von Serpentia erfahren läßt.
Während ihres Aufenthalts sprechen die Magi mit verschiedenen Schlangen. Dabei lernt Nakatia Hornschwinge, eine Kronrätin, kennen. Diese Edle hat als einzige ihres Volkes ein Paar Flügel; auch wenn sie damit nur gleiten kann, ähnelt sie doch verblüffend dem Drachensymbol von Serpentia. Das ist keineswegs ein Zufall: Als damals Maeve und Amaket, der Erdmagier des alten Bundes, die Schlüssel anfertigten, half ihnen Hornschwinge dabei.
Aladin, der sich lange mit der Königin unterhält, wird von ihr gewarnt: In Joannas Kopf befände sich eine Schlange, die man nur dadurch vernichten könne, daß man in die Schatten ginge. Allerdings weiß sie nicht, wie man diese Schatten erreicht, oder was es genau mit ihnen auf sich hat. Immerhin erfährt Aladin hier, daß die Schlangen dieses Tals nicht von der Verführerin aus dem Garten Eden abstammen und somit auch nicht den Mächten der Finsternis dienen. Allerdings gibt es nur sehr wenige der Reinen Schlangen, dies hier ist ihre größte Ansiedlung.
Auch Petrus hört diese Geschichte von Nachtseher, einem blinden Edlen, der für mystische Belange zuständig ist. Bei näheren Diskussionen erfährt er, daß die Schlangen dieses Tals Seelen haben, die allerdings niemals ins Paradies gelangen können, sondern immer wiedergeboren werden. Mit dieser Seelenwanderung ergeben sich auch die Aufgaben der jeweiligen Schlange. Edle müssen nicht einmal auf eine neue Geburt warten, bei ihrem Tod gehen sie sofort in eine andere Schlange über. Petrus´ Thesen über die menschliche Seele finden größte Beachtung, Nachtseher findet schließlich das Wort „Seeleneier“, um die Menschen zu definieren.
Bei all der Freundschaft zwischen dem Schlangenvolk und den Serpentianern gibt es einen Edlen, der den Besuchern nicht freundlich gesonnen zu sein scheint: Pfauenschweif. Um so überraschender kommt seine Einladung, ihn doch einmal zu besuchen. Er wolle Frieden schließen und könne ihnen in seiner Eigenschaft als Chronist sicher viele interessante Dinge berichten. Etwas argwöhnisch, aber nicht wirklich mißtrauisch kommen die Menschen dieser Einladung nach. Doch sie entpuppt sich als Falle: Pfauenschweif ist von den Mächten des Bösen korrumpiert worden und versetzt die Gefährten auf magische Weise in einen Tiefschlaf.
Als alle wieder zu sich kommen, befinden sie sich in einer unbewachten, aber verschlossenen Zelle. Von außerhalb kommt ein dumpfer Gesang, den Nakatia als dämonistischen Zeremonialgesang erkennt. Sie weiß auch, daß man für solche Zeremonien normalerweise Opfer benötigt – Menschenopfer. Aber als die Magi versuchen, ihre Macht einzusetzen, um zu fliehen, müssen sie feststellen, daß ihre Fähigkeiten von irgend etwas blockiert werden. Auf der Suche nach dem Ursprung dieser Blockade entdecken sie an der Wand außerhalb der Zelle ein merkwürdiges Amulett. Unter etlichen Verrenkungen gelingt es Athanasius mit etwas Schnur und seinen langen Armen, die mit verschlungenen Runen verzierte Scheibe in die Zelle zu ziehen. Dort wird sie von Gerrod, einem dänischen Grog, zerschlagen. Allerdings war sie wohl irgendwie geschützt: Aufstöhnend bricht der Mann zusammen. Als sich aber Nakatia seiner annimmt, gelingt es ihr schnell, ihn wieder auf die Beine zu bringen.
In diesem Moment nahen auch schon die Diener der Teufelsanbeter, um die Opfer abzuholen. Diese sind aber unwillig und fliehen aus der nun durch Magie leicht zu öffnenden Zelle. Gerrod bleibt zurück und stürmt mit Todesverachtung auf die Teuflischen zu, die er lange genug aufhält, sodaß der Rest entkommen kann. Er stirbt als Held.
Bei ihrer Flucht werden die Serpentianer von Dämonendienern verfolgt. Da sie keine andere Chance sehen, führen sie diese ins Schlangental, wo es zu einer größeren Schlacht kommt.
Nach langem, harten Kampf bleiben die Schlangen siegreich, aber es sind viele Tote zu beklagen. Darunter befindet sich auch Hornschwinge, was aber nicht so schlimm ist, da sie recht bald als Himmelsreiter wiedergeboren wird. Viel härter ist der Verlust Pfauenschweifs: Dessen Seele fährt in die Hölle und kann daher nicht wiedergeboren werden.
Nach der Schlacht erfahren die Magi dann auch, worin hier früher die Visquelle bestand: Einmal im Jahr häuten sich sowohl die Königin als auch die Edlen, und in diesen Häuten ist Vis enthalten. Da die Schlangen die abgelegten Häute nicht mehr brauchen, sind sie gern bereit, sie an ihre menschlichen Freunde abzutreten.
Bevor die Magi die Schlangen endgültig verlassen, fragt Rotgold sie noch nach dem Verbleib des Schutzengels, den Serpentia zu den Zeiten von Maeve hatte. Aber auch der ist wohl mit den alten Magiern verschwunden.
Vor ihrer Heimkehr durchsuchen Nakatia und Petrus noch einmal das Höhlenlabyrinth der Teufelsanbeter und finden einen Ausgang, der zu einem Bergdorf führt. Sie beschließen, einen Quaesitor zu benachrichtigen, der sich darum kümmern soll.
*

Als sie zurückkommen, werden sie Zeuge einer etwas merkwürdigen Szene: Auf dem Hof steht ein geflügeltes Pferd, das zu einem hochgewachsenen schwarzhäutigen Mann mit einer roten Kappe zu gehören scheint. Terminus ist gerade heftig dabei, sich bei ihm zu entschuldigen, und Sir Daowyn steht mit einem halb trotzigen, halb verwirrten Gesichtsausdruck daneben.
Was war passiert? Der Mann mit dem geflügelten Pferd ist Cavallo, ein Mercere, und er wollte dem jungen Bund einen Besuch abstatten. Dabei allerdings kam er nicht durch den Tunnel, sondern auf seinem geflügelten Pferd einfach direkt über die Berge. Als er im Hof des Bundes landete, hätte Sir Daowyn ihn zunächst fast angegriffen und wollte ihn danach erst einmal einsperren. Da kam dann aber Terminus dazu, dem das Mißverständnis ziemlich peinlich war. Cavallo sieht das Ganze eher gelassen und mit Humor, er mag schließlich Frühlingsbünde. Lange bleibt der Mercere zwar nicht, aber er verspricht, bald wiederzukommen.
*

View
Herbst 1178 - Neuankömmlinge

Herbst 1178

Während des Herbstes beginnt der neue Bund, sich aufzufüllen. Als erster kommt ein junger Ire nach Serpentia, um um Aufnahme zu bitten. Llwellyn, so sein etwas verunglückter hermetischer Name, stammt aus dem Haus Ex Miscellania und war in Irland der älteste Sohn eines Clansführers. Da er keine große Lust hatte, das Erbe seines Vaters anzunehmen, verließ er Irland mit seinem Freund Aidan, einem hervorragenden Whiskybrauer. Wie die beiden genau nach Syrien kamen, ist nicht ganz klar: Gerüchte halten sich, daß sie einfach im Vollsuff das nächste Schiff in Richtung „weg“ genommen haben. Llwellyn wird aufgenommen, allein, weil der Bund eine Einnahmequelle benötigt. Da kommt Aidans Whisky genau recht, denn den hat der Prophet schließlich nicht verboten…
*
Kurz darauf meldet sich Aladin aus dem Haus Bjornaer an. Auch er hat seine Ausbildung gerade erst beendet. Eigentlich stammt er aus Indien, wurde aber in Constantinopel ausgebildet. Sein Herztier ist der Panther, aber er kann sich nach Bedarf auch in eine Katze, eine Maus oder ein Kamel verwandeln. Auch er wird aufgenommen.
*
Mittlerweile hat Julius eine spezielle, fast 150 Seiten umfassende Charta erstellt, die die dümmsten Punkte aus den Chartae verschiedener anderer Bünde aufweist. Aus Jux unterschreiben auch Llwellyn und Aladin dieses Manifest, was dann irgendwann dazu führt, daß die beiden es für notwendig erachten, nackt, mit einem Bierkrug auf dem Kopf, in der Küche zu sitzen. Vielleicht hatte auch Aidans Whisky etwas damit zu tun….
*
Ein weiterer Neuankömmling, der allerdings erst nach der berüchtigten Küchenzeremonie eintrifft, ist Nakatia aus dem Haus Ex Miscellania. Sie ist die Jüngste von sieben Schwestern und hat sich schon als Kind zu Friedhöfen und Geistern hingezogen gefühlt. Auch während ihrer Ausbildung in Antiochia wurde auf derlei Dinge viel Wert gelegt. Begleitet wird sie von ihrem riesenhaften Leibgrog Athanasius und dem gelehrten Mönch Petrus. Dieser war unterwegs mit ihr zusammengetroffen, und da er sich schon immer für übernatürliche Vorgänge interessiert hat, beschloß er, mit ihr zu kommen. Petrus´ Heimat ist Wales, aber wegen seiner häretischen Thesen (speziell über die Kindstaufe) mußte er dieses Land verlassen. Dabei hat er sich die Feindschaft des Bischofs Gerbert von Köln zugezogen.
*
Zu dieser ganzen Gesellschaft stößt schließlich auch Bruder Benedikt, ein Bonisagus, der nach seiner Ausbildung einige Jahre unter Mönchen lebte und sich stark für die Mächte der Dominion interessiert. Schließlich mußte er allerdings das Kloster verlassen, da ein gewisser Gerbert von Köln ihn dort als Magier entlarvt hatte.
*
Sowohl Nakatia als auch Benedikt werden gern aufgenommen, womit fast alle der sieben Labore Verwendung finden.
*
Schließlich gibt es Ende des Herbstes noch einen Neuankömmling: Sir Daowyn, einen irischen Ritter, der auf der Suche nach seinem Vater ist und ihn in Serpentia auch findet. Sir Daowyn ist der Sohn von Sir Garth! Und auch einer der Gründe für Garths Probleme: Als Daowyn noch jung war, hat er Zeichen der Gabe manifestiert, was einen übereifrigen Priester dazu veranlaßte, einen Exorzismus zu beginnen. Als Sir Garth, der nicht gefragt oder informiert worden war, dahinter kam, tötete er den Priester und wurde dafür aus Irland verbannt.
Sir Daowyn ist nun aber nicht Sir Garths leiblicher Sohn, sondern ein Wechselbalg. Er hat Feenblut in den Adern, was auch für seine unkontrollierten magischen Ausbrüche verantwortlich ist. Seine leiblichen Eltern kennt er nicht, nur einmal ist er seinem Vater begegnet. Bei dieser Gelegenheit erhielt er von ihm eine magische Kriegskeule, deren genaue Fähigkeiten er aber noch nicht entdecken konnte. Als Sir Garth seinen Sohn wiedertrifft, schwört er dem Trinken endgültig ab. Sir Daowyn beschließt, im Bund zu bleiben, und wird Sir Garths rechte Hand.

View
Sommer 1178 - Nach der Eroberung

In der restlichen Jahreszeit richten sich alle ein. Sir Garth wird zum Hauptmann der Grogs ernannt, Shakram zum Bibliothekar und Terminus zum Princeps des jungen Bundes. Zwei der Grogs, Rougen MacBaal und Henry Fisher, begraben die Leiche aus dem Tunnel.
*
Die Magi stellen fest, daß es mit den Schlüsseln folgendes auf sich hat: Es gibt im Bund Schlösser aus sieben verschiedenen Materialien: Glas, Holz, Knochen, Kupfer, Silber, Gold und Diamant. Die Schlösser sind magisch versiegelt, wie auch ein Großteil der Türen und Wände des Bundes, und können nur durch einen Schlüssel aus einem entsprechenden oder edleren Material geöffnet werden.
Mit dem Schlüssel aus Holz können Terminus und Julius sieben erstklassig eingerichtete und unbenutzte Labore öffnen, außerdem erschließen sich ihnen Wohnquartiere für eine große Anzahl Grogs und Consortis, die Küche, Bäder und andere lebensnotwendige Dinge. Es gibt in dem Bund auch eine bewegliche Kammer, mit der man vom Erdgeschoß bis hinauf auf die Plattform oben auf dem Gebäudes fahren kann.

*
Terminus und Julius beschließen, für den Bund eine Aegis, einen magischen Schutz, zu forschen.
*
Schließlich lernen sie auch noch den Geist der schwarzhaarigen Frau kennen: Sie war im Leben Maeve Connard aus dem Hause Bjornaer, und die Principa dieses Bundes. Leider fehlt ihr ein Großteil ihrer Erinnerungen, sodaß auch sie nicht sagen kann, was der Grund für Serpentias Zerstörung war. Nach und nach lernen die neuen Einwohner auch die anderen ehemaligen Magier kennen, denn auch deren Geister spuken durch den Bund. Im Gegensatz zu Maeve können sie sich aber an gar nichts mehr erinnern: Nicht einmal an ihre Namen.
*
Ein anderer neuer Bekannter ist Vater Taddeo, der neue Priester von St. Corona, ein freundlicher junger Mann, der hoffen läßt, daß sich die Beziehungen zu dem Nachbardorf doch wieder verbessern.
*
Serpentia geht in diesem Sommer mit den Magi Terminus ex Tytalus und Julius Ex Miscellania in den Zweiten Frühling.

View
Die Eroberung von Serpentia
Sommer 1178

Terminus, Julius, Sir Garth, Quintus, Robert

In Al-Arama ist während des Frühlings ein weiterer Jungmagier auf der Suche nach einer neuen Heimat eingetroffen: Julius aus dem Haus Ex Miscellania, Lehrling des Illicallites, eines Magiers, der universell wegen seiner kleinen Scherze gefürchtet ist. Julius wuchs als Waise in den Straßen Palermos auf und reiste später mit seinem Meister durch viele Tribunale.
Als Julius nun auf Terminus trifft, beschließen beide, sich erneut auf die Suche nach Serpentia zu machen. Auch Quintus und Shakram haben die Hoffnung nicht aufgegeben, in dem jungen Bund als Consortis unterkommen zu können.
Zunächst allerdings muß Sir Garth wiedergefunden werden, da dieser immer noch der einzige ist, der den Schlüssel zum Bund anfassen kann, und dieser sich folglich in seinem Besitz befindet. Da Terminus dessen Abkommandierung nach Krak d´Aureaux mitbekommen hat, wendet sich die Reisegruppe also zunächst dorthin.
Als sie aber an der kleinen Grenzfestung ankommen, steht diese gerade unter Belagerung. Allerdings sehen die Belagerer keineswegs aus wie Soldaten, sie ähneln mehr einem wilden Haufen Räuber. Quintus beschließt, sich unter einem Vorwand in das Lager zu begeben, um dort ein wenig zu spionieren. Dort findet er schnell heraus, warum die Truppe so undiszipliniert scheint: Es handelt sich tatsächlich um eine Räuberbande, die von dem allseits gefürchteten Selim Bey geführt wird. Der Räuberhauptmann hat vor kurzem seine patriotische Ader entdeckt und deswegen – und wegen der reichen Beute – versucht, die schlecht besetzte Grenzfestung zu überfallen. Quintus kann sein Vertrauen gewinnen, als er behauptet, seine fehlende Hand sei ihm von Christen abgeschlagen worden. Dabei stellt er fest, daß Selim Bey fast vollkommen wahnsinnig ist; diese Tatsache nutzt er aus, um den Stellvertreter des Räuberhauptmanns in Mißkredit zu bringen. In diesem hat er nämlich recht schnell den eigentlichen taktischen Kopf der Bande erkannt.
Während Terminus und die anderen außerhalb mit einen kleinen Angriff auf das Lager anfangen, bei dem der Schlafwolkenzauber des Tytalus eine große Rolle spielt, bringt Quintus Selim Bey dazu, einen ebenso enthusiastischen wie unsinnigen Sturm auf die Festungsmauern zu beginnen. Da sich also nur ein Teil der Räuber gegen Krak d´Aureaux werfen kann, weil der Rest entweder schläft oder gegen die Grogs kämpft, entscheidet sich der Festungskommandant Sir Reginald, in diesem günstigen Moment einen Ausfall zu wagen.
Zwischen mehreren Parteien gefangen und ziemlich verwirrt, entscheiden sich die Räuber dann doch lieber für die Flucht. Zwar können einige Gefangene gemacht werden, Selim Bey jedoch entkommt.
Sir Reginald ist für den unvermuteten Entsatz sehr dankbar, und so kann Terminus ihn überzeugen, Sir Garth von seinen Pflichten freizustellen. Diese waren ohnehin auf das Versorgen der Pferde beschränkt, da Sir Reginald dem alten Trinker keine wirklich bedeutsame Aufgabe anvertrauen mochte.
Nach ein paar Tagen Rast bricht also die nun etwas größere Gruppe wieder nach St. Corona auf. Während dieser Reise versucht Quintus, Sir Garth das Trinken ein wenig zu verleiden, indem er ihm ein starkes Abführmittel in den Wein schüttet. Sonderlich wirksam ist das allerdings nicht.
Schließlich erreichen sie St. Corona, wo man sich ihrer nur zu gut erinnert. Terminus versichert den Dörflern, daß der Schuldige am Tod ihres Priesters seine gerechte Strafe erhalten habe, aber so ganz trauen sie ihm nicht.
Nach einer kurzen, ungemütlichen Rast reist die Gruppe weiter in den Anti-Libanon. Sir Garth scheint dabei ein Gefühl für die richtige Richtung zu entwickeln, er bewegt sich sehr zielstrebig auf eine bestimmte Gegend zu. Als er endlich sicher ist, den Weg gefunden zu haben, finden sich die Gefährten vor einer hohen Felswand wieder. Weithin ist nichts zu sehen als Felsen, Felsen, Steine, ein Tor, noch mehr Felsen – nur einen Eingang kann niemand entdecken, bis Sir Garth auf das Tor zutritt und es allen wie Schuppen von den Augen fällt: Auf dem Tor ist das Symbol eines Drachen abgebildet, das in seiner Form stark dem Schlüssel ähnelt.
Das Tor ist mit einem gläsernen Schloß versehen, und der gläserne Schlüssel paßt perfekt. Leicht gelingt es Sir Garth, die Pforte zu öffnen. Dahinter gähnt ein langer schwarzer Tunnel, der geradewegs in die Gebirgskette hineinzuführen scheint.
Nachdem Quintus ein paar Fackeln angezündet hat, bewegen sich zunächst die Grogs, dann auch die Magier vorsichtig in die Schwärze hinein. Hinter ihnen schließt Sir Garth das Tor wieder, diesmal von innen. Am Anfang des Gangs ist eine kleine, intakte Verteidigungsanlage zu sehen, die allerdings mühelos überwältigt werden kann, da niemand da ist, um sie zu besetzen. Dahinter beginnt der eigentliche Tunnel, der an den Wänden mit Fackelhaltern ausgestattet ist. Fackeln sind aber keine zu sehen.
In dem Tunnel findet Rougen nach ein paar Minuten eine Leiche, fast zerfallen und völlig verkohlt. Als Julius den Geist des Toten beschwört, erfährt er, daß der Mann zu einer Zeit, als Serpentia noch von Magiern bewohnt wurde, in einem dem Bund angeschlossenen Dorf gelebt hat. Eines Tages waren nun die Magi zu einem Kampf ausgezogen und nicht zurückgekommen. Statt dessen wurde das Tal, in dem der Bund sich befand, einige Wochen nach dem Aufbruch der Zauberkundigen und einem Großteil ihrer Grogs von dämonischen Mächten angegriffen. Der Mann hatte versucht, sich nach St. Corona, das es auch damals schon gab, zu retten, aber er war noch im Tunnel eingeholt und durch eine Art Feuerball getötet worden. Wohin oder warum die Magi aufgebrochen waren, weiß der Geist nicht, sie hielten diese Expedition streng geheim. Als kleine Gegenleistung für diese Informationen erbittet der Geist nur ein anständiges christliches Begräbnis, was Julius ihm auch verspricht.
Schließlich erreicht die Gruppe das Ende des Tunnels und überblickt ein recht großes, helles Tal, in dessen Mitte sich eine riesige, schwarze Pyramide mit fünf Seiten erhebt. Das Gebäude ist durch eine hohe, ebenso schwarze Mauer geschützt, außerdem fließt auch noch ein Bach ringförmig um die Struktur. Aber irgend etwas stimmt nicht mit diesem Tal: Es ist zu kalt hier, zu hell, die Schatten zu dunkel und auf eine sonderbare Weise falsch geworfen. Es ist totenstill, nicht einmal ein Windhauch regt sich. Die Präsenz von etwas Bösem ist deutlich zu spüren.
Einen Moment lang zögern alle am Ausgang des Tunnels, aber schließlich betritt Terminus als erster den Boden des Tales, dichtauf gefolgt von seinem Bruder. Die anderen folgen ihnen.
Als sich Sir Garth der Festung nähert, fängt sein Schlüssel an, zu vibrieren, und das Tor an der äußeren Mauer fliegt mit einem lauten Knall auf, der einige der Gefährten fast taub macht. Im Inneren des Hofes rührt sich jedoch nichts. Es ist niemand zu sehen, der das Tor geöffnet haben könnte.
Vorsichtig betreten sie den Hof des ehemaligen Bundes und sehen vor sich nun den eigentlichen Eingang zur Pyramide. Wie auch schon das große Tor steht diese Tür weit offen, und auch hier ist es wieder Terminus, der als erster vorangeht.
Der erste Raum der Pyramide, in den sie kommen, ist eine Art große Eingangshalle, von acht schlanken verzierten Säulen getragen. In der Luft liegt ein dumpfer, an- und abschwellender Gesang, den Terminus sofort als eine Dämonenbeschwörung erkennt. Der Ursprung des Gesangs kommt wohl aus den Tiefen des Gebäudes.
Terminus und Theobald sind sofort fest entschlossen, die Beschwörung zu verhindern. Als sie jedoch auf den Ausgang der Halle zustürmen, kommt plötzlich Bewegung in die Schatten, aus denen sich unzählige kleine Dämonen lösen und die Eindringlinge angreifen. Es kommt zum Kampf, und obwohl die Menschen den Teufelchen einzeln stark überlegen sind, sind es so viele der kleinen Kreaturen, daß diese die Gefährten zu überwältigen drohen. Als es schon so aussieht, als gäbe es keine Hoffnung mehr, den Kampf zu gewinnen, fährt plötzlich ein frischer Wind durch die Halle, dessen Geruch Terminus merkwürdigerweise an die schottischen Highlands erinnert. Dieser Wind verweht fast alle Dämonen außer dreien, und auch die Wunden, die die kleinen Wesen geschlagen haben, sind verschwunden, als hätten sie nie existiert – was auch tatsächlich so ist, denn bis auf die drei Verbliebenen waren alle anderen nichts als Illusionen. Die drei teuflischen Wesen werden nun sehr schnell von den Kämpfern erschlagen, und der Weg aus der Halle ist frei.
Als alle die Halle verlassen, fällt Terminus noch etwas auf: Der rettende Wind hat den Staub, den er aufgewirbelt hat, zu einem Drachensymbol geformt…
Aus der Eingangshalle herausgekommen, nimmt Terminus ohne zu Zögern die Treppe nach unten in den Keller, von wo aus der unheimliche Gesang kommt, der jetzt in immer höheren Tönen seinem Ende entgegenzustreben scheint. Noch während alle die Treppe herunterhasten, hört der Singsang plötzlich wie abgeschnitten auf. In dem Moment kommt es wieder zu einem Angriff dämonischer Wesen, aber auch diesmal werden die Gegner von einem magischen Windhauch verweht. Als der Wind einsetzt, fällt jedoch Julius kurz die durchscheinende Erscheinung einer blassen, schwarzhaarigen Frau auf: Die Dame aus dem Schlüsseltempel scheint ein gewisses Interesse an ihrem Erfolg zu haben!
Endlich erreichen die Gefährten den Keller. Dort grinst ihnen höhnisch ein augenscheinlich menschlicher Mann entgegen und fordert sie auf, doch einfach wieder zu gehen, da es sicherer für sie wäre. Neben dem Mann, der eine seltsam bestickte Robe trägt, ist eine große, schattenhafte Figur zu erahnen, von der man kaum mehr als die langen weißen Zähne sehen kann.
Da niemand vorhat, jetzt aufzugeben, kommt es zum Kampf. Der Mann in der Robe greift selbst nicht ein, nur der Schatten, der durch seine Kräfte in der Lage scheint, überall gleichzeitig zu sein, stellt sich den Angreifern.
Terminus erkennt jedoch, daß der Dämon an Kraft verlieren würde und man ihn dadurch einfacher bannen könne, wenn sein Meister besiegt wäre. Also fängt er kurz die Augen des Robenträgers und zerstört mittels seiner Magie dessen Geist, sodaß der Teufelsanbeter fortan die Intelligenz eines etwa dreijährigen Kindes hat. Danach erst bannt er den Dämon, der nun für seine Magie sehr viel greifbarer geworden ist. Quintus tötet den schwachsinnigen Mann in der Robe, damit dieser nie wieder eine Gefahr werden kann. Mit den Worten „Spieli, spieli“ auf den Lippen stirbt der Dämonist.
Als der Schattendämon vergeht, fällt etwas zu Boden: Ein Schlüssel aus Holz, genauso geformt wie der Gläserne. Auch diesen Schlüssel kann nur Sir Garth berühren.
Mit dem Teufelsanbeter vergeht auch die infernale Aura des Ortes, Tiere kommen zurück und das unangenehme Gefühl verschwindet. Allerdings bleibt es im Tal kühler als außerhalb, was angesichts der Hitze der Wüste niemandem sonderlich unrecht ist.

View
Tod in St Corona

Terminus, Emilio, Kerim, Sir Garth, Quintus, Doriana, Shakram, Alaric, Rougen, Robert, Theobald

I
m Frühling des Jahres 1178 treffen die schottischen Brüder Terminus und Theobald MacLochlann in der Levante ein. Sie verließen Schottland, da beide sehr schlechte Erinnerungen mit ihrer Heimat verbinden: Ihre Eltern und auch alle anderen Einwohner ihres Geburtsortes waren Diener eines Dämons, der sich Charnas nannte, und sie mußten während ihrer Jugend viel Böses erdulden. Schließlich kam es sogar zu einer Opferzeremonie, in der Theobald gezwungen werden sollte, seinen älteren Bruder zu töten. Diese aber wurde glücklicherweise von einem Tytalus unterbrochen, der die Dämonisten erschlug. Nur die beiden Brüder wurden verschont; als der Magier bei Terminus die Gabe feststellte, nahm er ihn sogar als Lehrling an. Während sein älterer Bruder also zum Magus ausgebildet wurde, lernte Theobald, verschiedene Waffen zu gebrauchen, sodaß er nun als dessen Leibgrog fungiert. Ein weiterer Nachteil Schottlands als Heimat sind wohl seine ständigen Regenfälle gewesen, da Terminus´ Magie während eines Regenschauers nicht wirkt.
Auf der Suche nach einem Bund begeben sich die Brüder zunächst nach Al-Arama, wo gerade ein Tribunal stattfindet.
Dort begegnet Terminus Emilio, einem jungen Flambeau aus Crux Liberandi, einem Kreuzfahrerbund. Auch er ist auf der Suche nach einer neuen Heimat. Die beiden schließen sich zusammen, bekommen aber zunächst nur ablehnende Antworten. Erst als sie mit Interrogeo, dem Hauptquaesitor des Tribunals, reden, erfahren sie von einem lange verlassenen Bund, den man aber vielleicht wieder aufbauen könnte. Allerdings hat Interrogeo dessen genauen Standort vergessen und verweist sie daher an Silva Creat, einen alten, unverständlichen Bonisagus, dessen Heimat Sardonyx wohl früher gute Beziehungen zu dem untergegangenen Bund unterhielt. Dieser kann dann auch tatsächlich weiterhelfen: Der Bund, den man damals Serpentia nannte, ist von besonderen Schlüsseln verschlossen, einer von ihnen befindet sich irgendwo in Damaskus. Außerdem kann er ihnen sagen, daß sich Serpentia am Fuß des Anti-Libanon befindet. Genaueres wisse er auch nicht, aber er wünscht ihnen viel Glück bei der Suche. Erfreut über die Möglichkeit, einen eigenen Bund aufzubauen, beschließen Terminus und Emilio sofort, mit ein paar Grogs nach Damaskus aufzubrechen, um dem Schlüssel von Serpentia nachzuspüren.

In Damaskus ereignet sich zum Zeitpunkt von Terminus´ und Emilios Ankunft etwas sehr Ungewöhnliches: Als Sir Garth, ein alternder irischer Ritter, der auf Kreuzfahrt ins Heilige Land kam, dann aber dem Alkohol verfiel, wieder einmal volltrunken aus einer Kneipe in Richtung seines Zimmers wankt, kommt er an einem kleinen Tempel vorbei, der bisher immer verschlossen war. Doch an diesem Abend steht seine Tür einen Spalt offen und ein Lichtstrahl scheint einladend auf die Straße. Neugierig geworden, betritt Sir Garth den Tempel. Dort steht als einzige Ausstattung ein kleiner Tisch, auf dem ein gläserner Schlüssel in Form eines geflügelten, feuerspeienden Drachens liegt. Neben dem Tisch steht die durchscheinende Form einer schönen blassen Frau mit rabenschwarzen Haaren, die ihn auffordert, den Schlüssel an sich zu nehmen, ihn gleichzeitig jedoch warnt, daß damit große Verantwortung auf ihn zukäme. Dennoch, so sagt sie, würde sie ihm den Schlüssel anvertrauen. Sir Garth, von der geisterhaften Erscheinung ernüchtert, nimmt an und die Frau verschwindet. Mit dem Schlüssel, von dem er nicht weiß, zu welchem Schloß er paßt, geht Sir Garth zu der Herberge, in der lebt, und

legt sich schlafen.
Ohne sein Wissen wird er auf seinem Nachhauseweg von zwei Langfingern, Quintus und Shakram, beobachtet. Quintus Maximus ist ein junger Italiener, dem allerdings seine Diebereien schon ein Brandmal auf der Stirn und eine fehlende rechte Hand eingebracht haben; obwohl er schon seit längerem in Damaskus lebt, stammt er eigentlich aus einer römischen Gaunersippe. Shakram hingegen ist ein stellungsloser Gelehrter, den die Abenteuerlust aus Indien nach Arabien verschlagen hat, und der eine Unmenge an Sprachen sprechen und schreiben kann. Die beiden können sehen, wie Sir Garth den Tempel betritt und den Schlüssel erhält. Als sie jedoch versuchen, ihm dieses gläserne Ding zu stehlen, müssen sie feststellen, daß sie nicht in der Lage sind, den Schlüssel auch nur zu berühren. So kommt Sir Garth mit dem Kleinod unbehelligt an seinem Heimatgasthof an.
Als Terminus und Emilio sich mit der Hilfe des Karawanenführers Kerim, der mit seinem auffälligen roten Haar ein Nachfahre von Feuerdjinns ist, in Damaskus etwas umhören, erfahren sie von einem immer verschlossenen Gebäude: Dem sogenannten Schlüsseltempel.
Als sie aufgeregt dorthin gehen, finden sie einen kleinen Menschenauflauf vor: Die Tür des Tempels steht seit Menschengedenken das erste Mal weit offen, was viele Leute anlockt. Auch Terminus und Emilio schauen sich das kleine Haus an, können aber nicht herausfinden, was hier geschehen ist. Beim Verlassen des Gebäudes allerdings werden sie von Quintus und Shakram, die die Neugier zurückgebracht hat, angesprochen, denn die haben das fast schon verzweifelte Interesse der zwei auffälligen Männer durchaus bemerkt.
Gegen ein kleines Entgelt berichten sie den Magiern auch bereitwillig von den Ereignissen der letzten Nacht, wobei sie den Diebstahlsversuch natürlich unterschlagen. Schließlich sind sie auch bereit, Terminus und Emilio zu Sir Garth zu führen, der immer noch in seiner Herberge im Bett liegt und seinen Rausch ausschläft.
Als die beiden Magier Sir Garth eröffnen, daß sein Schlüssel die Tür zu einer potentiellen Heimat und vielleicht sogar einer Aufgabe öffnet, ist dieser sofort bereit, bei der Suche mitzumachen. Auch Quintus und Shakram hat die Neugierde gepackt, sie wollen sich ebenfalls der Gruppe anschließen. Terminus und Emilio ist das nur recht: Der neue Bund wird schließlich fähige Consortis brauchen.
Kerim schlägt eine Route in den Anti-Libanon vor, die an dem Dorf El Jeraida oder St. Corona vorbeiführen wird.
Als sie nach dreitägiger Reise dort ankommen, finden sie ein relativ großes Dorf mit einer hübschen Kirche und einer sehr starken christlichen Aura vor. Einige der Christen beschließen, die Gelegenheit auszunutzen und zum hiesigen Priester zu gehen, um ihre Sünden zu beichten. Als allerdings Emilio im Beichtstuhl sitzt und dem Pater nebenher berichtet, daß er Magier ist, fordert dieser von ihm, solch teuflischen Kräften ein für allemal abzuschwören. Emilio weigert sich, es kommt zum Streit, und der Priester ruft die Macht des Höchsten an, Emilio die Sicht zu rauben, bis dessen Verblendung vergangen sei. Der junge Flambeau erblindet prompt und reagiert darauf etwas unbeherrscht, indem er blindlings eine Feuerlanze nach seinem Beichtvater wirft. Dabei beschimpft er den Priester lauthals als Dämonisten. Auf diese Attacke hin, die völlig ins Leere schlägt, wird Emilio von einem Blitz getroffen, sodaß er schwerverletzt aus dem Beichtstuhl wankt und dabei immer noch etwas von dämonischen Kräften murmelt.
Sir Garth, der noch in der Kirche ist, um seine Buße abzubeten, bekommt alles mit und entschließt sich, seinem Kreuzrittergefährten Emilio gegen den vermeintlichen Teufelsanbeter zu helfen: Er zieht sein Schwert und schlägt dem – wie er glaubt – falschen Priester den Kopf ab.
Daraufhin verdüstert sich der Himmel und ein trockenes Gewitter beginnt, dessen Zentrum die Kirche ist. Das Gebäude selbst fängt an, sich mit haarfeinen schwarzen Rissen zu überziehen, ein Prozeß, der aufhört, als Emilio die Kirche verläßt. Während der Flambeau noch von dem heilkundigen Grog Alaric notdürftig versorgt wird, entdecken die Einwohner von St.Corona ihren toten Priester. Aufgebracht beschließen sie, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, sodaß Terminus und die anderen mit Emilio in die Wüste flüchten müssen, verfolgt von den wütenden Dörflern.
Während der Flucht macht Emilio Bekanntschaft mit Terminus´ ständigem Begleiter: Einem kleinen Dämon, der sich Pip nennt und von Charnas geschickt wurde, um ein Auge auf den ihm damals in Schottland versprochenen Magier zu haben – ohne Terminus´ Einverständnis allerdings, denn der haßt alles Dämonische. Pip bietet Emilio an, ihm das Augenlicht wiederzugeben, unter der Bedingung, daß der Flambeau im Gegenzug etwas gegen die verfolgenden Dörfler tut. Ohne Zögern stimmt Emilio zu, und tatsächlich ist die Blindheit von einem Augenblick zum anderen verschwunden. Er beginnt sofort, zu zaubern, und diesmal trifft sein Feuerball in die Mitte des Pulks der Verfolger und tötet einige der Dörfler. Diese, entsetzt über die teuflische Macht, wenden sich um und fliehen.
Während der nächsten Rast allerdings gibt es ein wildes Wortgefecht zwischen Kerim und Emilio über den Sinn dieser Angriffe, das schließlich darin endet, daß sich einige der Grogs, hauptsächlich Rougen, gegen den Flambeau wenden und ihn nach kurzem Kampf überwältigen. Terminus beschließt, ihn auf magische Weise schlafend zu halten und in Al-Arama dann an einen Quaesitor zu übergeben.
Sir Garth, entsetzt über seinen Irrtum, will sich in Tripolis einem Gottesurteil stellen. Den folgenden Zweikampf gewinnt er aber trotz seiner Trunksucht leicht. Dabei sehen Terminus und die anderen das erste Mal, welch ein Meister Sir Garth beim Führen des Schwertes ist. Als Buße für den versehentlichen Mord wird der Ritter in eine Grenzfestung, Krak d´Aureaux, geschickt.
In Al-Arama wird Emilio von Interrogeo nach einer kurzen Befragung der Iter Magorum erklärt, den der Quaesitor auch gleich mittels eines Blitzschlages durchführt.
So ist zunächst die Suche nach Serpentia gescheitert, aber Terminus und die anderen haben nicht vor, so leicht aufzugeben.

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.