Serpentia

Sommer 1199 - Alkmenes Tod

Alkmene hat die Hochzeitsgesellschaft nicht nach Damaskus begleitet, da zumindest ein Magier im Bund bleiben sollte. Fortis, der ebenfalls in Serpentia weilt, will bei ihr bleiben. Die beiden Magier sind sich in der letzten Zeit sehr nahe gekommen – so nahe, daß Alkmene mittlerweile schwanger von Fortis ist. Dies bereitet ihr jedoch Probleme: Sie will dem Vater ihres Kindes nicht verheimlichen, wer und was sie wirklich ist. Da sie aber nicht sicher ist, ob sie ihm gestehen soll, daß sie eine Diedne ist, berät sie sich zunächst mit Dáirine und Rhys. Beide raten ihr, Fortis die Wahrheit zu erzählen.
Während die anderen Magier auf der Hochzeit sind, tut Alkmene genau dies. Fortis jedoch reagiert nicht, wie sie es sich gewünscht hat: Der Quaesitor erschlägt die Diedne mitsamt ihrem ungeborenen Kind und flieht danach überstürzt aus dem Bund.
Als die Magier zurückkommen, finden sie nur noch Alkmenes Leiche vor. Da Fortis ihr dunkles Geheimnis kennt, müssen er und seine beiden Grogs aufgehalten werden. Die Serpentianer machen sich an die Verfolgung, und es gelingt ihnen, den Quaesitor zu stellen und zu töten. Auch die beiden Grogs, von denen er sich getrennt hatte, werden gefunden und umgebracht. Mit der Hilfe von Semper Vincit und Honoria stellen die Serpentianer die Ereignisse so dar, als hätte Abbas Ibn Usama Alkmene getötet und Fortis sich auf den Weg gemacht, um ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei soll er dann gestorben sein.
Bei Fortis finden die Serpentianer Beweise dafür, daß er sie im Auftrag von Magvillus ausspionieren sollte. Darunter sind auch zwei Briefe mit gegensätzlichem Inhalt: In einem behauptet Fortis, die Serpentianer wären Dämonisten, in dem anderen erklärt er, es wäre alles mit dem Bund in Ordnung. Es bleibt zu hoffen, daß Magvillus eine Erklärung von Honoria akzeptiert und nicht versucht, selbst herauszufinden, was wirklich geschehen ist…

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Sechs Lehrlinge und eine Hochzeit
Sommer 1199

Padraig, Nicola, Peregrina, Laetitia, Ciaran, Yurij

Es ist nach langen Vorbereitungen endlich soweit: Die Hochzeit von Gwyn und Farina steht vor der Tür. Die Gästeliste ist lang und schließt die Oberschicht von Damaskus genauso ein wie viele der magischen Bekannten Serpentias: So sind unter anderem Geraint Ex Jerbiton, Anette de Paris, Maika, Dieuog, Ursula, Otto von Ansbach, Antonicella Ex Flambeau und Peter bzw. Paul aus Caverna anwesend. Auch Semper Vincit ist da: Er hat noch weitere Gäste mitgebracht. Gwyn hatte ihn nämlich gebeten, einige seiner Geschwister aus Gloucester per Rego Corpus abzuholen. Der alte Tremere hat sich darauf eingelassen, unter der Bedingung, selber auch noch sieben Gäste mitbringen zu dürfen.
Aus Gloucester tauchen also pünktlich zur Hochzeit Angharad Potter und ihr Ehemann George mit ihren fünf Kindern auf, außerdem auch noch Neacal O´Shea und ein fetter junger Händler, der sich Arthur nennt und behauptet, ebenfalls ein Sohn von Andrew zu sein. Bei einer magischen Überprüfung stellt sich heraus, daß dies der Wahrheit entspricht – nicht ganz zu Andrew völliger Begeisterung. Arthur ist nämlich nicht nur sehr redselig und ein wenig nervtötend, sondern auch noch skrupellos und geldgierig. In der Begleitung des Händlers befindet sich ein gutaussehender Ritter namens Sir Nigel of Harrogate – offenbar ein Freund von Arthur.
Da Gwyn seinen Vater nicht in seinen Plan eingeweiht hat, ist Andrew erst einmal ziemlich überrascht von den unvermuteten Gästen, freut sich dann aber doch. Immerhin scheint es seinen unehelichen Kindern recht gut zu gehen.
Während sich Gwyn mit seiner Familie beschäftigt, kümmert sich Padraig um einige der anderen Gäste: Aus einigen umliegenden Bünden hat Gwyn andere Lehrlinge, die etwa in seinem Alter sind, eingeladen: Ciaran, den Lehrling von Philippe de Brionne aus Solis Defectio, Peregrina aus Al-Arama, ihre Schwester Laetitia aus Sardonyx, Yurij, den Lehrling von Nicolai, aus Maeror und Nicola aus Caverna, dessen Lehrmeister Sator der Primus des Hauses Criamon ist. Da einige der jungen Leute Damaskus noch gar nicht kennen, führt Padraig sie in der Stadt herum und zeigt ihnen einige der Sehenswürdigkeiten.
Bei diesem Rundgang sieht Padraig einen alten Bekannten: Den Feuerdjinn Ishin, der den Serpentianern vor drei Jahren einige Schwierigkeiten bereitet hat und der im Dienst von Abbas Ibn Usama steht. Als Padraig und die anderen Lehrlinge ihn verfolgen, stellen sie fest, daß er in ein übles Viertel verschwindet, kurz darauf gefolgt von Dashan Ibn Usama, Gilads eher unangenehmen Onkel. Da die edel gekleideten Lehrlinge im Gassengewirr zu sehr auffallen würden, brechen sie die Verfolgung zunächst ab, beschließen aber, die Augen offen zu halten. Als sie noch ein wenig in der Stadt herumstreifen, entdeckt Nicola in dem Park, der zum Hospital gehört, etwas sehr merkwürdiges: Über einem verbrannten Flecken Erde sieht er drei Geister schweben, die seltsam leblos in der Luft hängen und ohne Bewußtsein zu sein scheinen. Die anderen können dieses Phänomen nicht wahrnehmen.
Schließlich kehren die Lehrlinge zum Stadthaus zurück, um sich zu erfrischen. Danach brechen alle außer Laetitia wieder auf, um noch ein wenig Spaß in der Stadt zu haben, und kehren erst am frühen Morgen wieder zurück. Während die anderen noch schlafen, macht Laetitia eine beunruhigende Entdeckung: Einer der Tagelöhner, die die Geschenke für das Hochzeitspaar ausladen, sieht aus wie Ishin! Sie alarmiert die anderen Lehrlinge, und zusammen finden sie schnell die Kiste, an der Ishin gearbeitet hat. Sie fühlt sich merkwürdig warm an und hat eine magische Ausstrahlung. Ungeduldig beginnen Nicola und Padraig, die Kiste aufzureißen. Dabei kommt es zu einer großen Explosion, bei der die beiden jungen Männer glücklicherweise nicht allzu schwer verletzt werden. Aber offenbar hat es sich hierbei um einen ernsthaften Anschlag auf das Hochzeitspaar gehandelt!
Nachdem Padraigs und Nicolas Verletzungen behandelt worden sind, machen sich die sechs Lehrlinge daran, auch die anderen Geschenke zu untersuchen. Dabei entdecken sie eine goldene Statue, die leichte Magie ausstrahlt. Als Nicola sie sich genauer anschaut, stellt er fest, daß die Statue einem der leblosen Geister aus dem Park haargenau ähnelt. Daraufhin brechen die Lehrlinge auf, um diese Geister genauer zu untersuchen. Im Park angekommen, wirkt Nicola einen Spruch, um herauszufinden, was die Geister mit der Statue verbindet. Dabei wird er allerdings von einem der Geister besessen und schlägt vor, zunächst zurückzugehen, um vielleicht einen erwachsenen Magier zu Hilfe zu holen.
Doch als die Lehrlinge wieder zum Stadthaus zurückkehren, ist Gwyn gerade im Hof beschäftigt. Als Nicola ihn sieht, geht er sofort auf den jungen Bräutigam los und versucht, ihn zu erwürgen. Daran kann er glücklicherweise gehindert werden. Um herauszufinden, was mit ihm nicht stimmt, wird Frederik herbeigeholt, der ihn untersuchen soll. Dabei allerdings wird nun Frederik von dem Geist besessen und versucht ebenfalls, Gwyn zu töten. Er hat etwas mehr Erfolg als Nicola – sein Vorhaben wird zwar von den Lehrlingen verhindert, aber Gwyns Bein, das gerade am verheilen war, bricht erneut.
Nachdem der böse Geist noch einige Male von einem zum anderen gesprungen ist, kommt Yurij auf die Idee, die goldene Statue zu zerstören. Daraufhin nimmt der böse Spuk ein abruptes Ende. Während Gwyns Bein versorgt wird, machen sich die Lehrlinge auf die Suche nach der Herkunft der goldenen Statue. Dabei finden sie heraus, daß es sich um ein Geschenk von Gilad Ibn Aladin gehandelt hat. Als sie sich bei Gilad nach der Statue erkundigen, erfahren sie, daß es insgesamt drei davon gibt – eine besitzt Gilad noch, eine ging an Gwyn, und die letzte ist jetzt bei Farina. Die Statuen hat ihm sein Onkel Dashan gegeben, als Geschenke für das junge Hochzeitspaar.
Daraufhin kümmern sich die Lehrlinge zunächst darum, die verbleibenden zwei Statuen aus dem Verkehr zu ziehen, was ihnen auch ohne weiteres gelingt. Als nächstes sprechen sie mit Dashan, was aber nur dazu führt, das sie wieder herausgeworfen werden, da Nicola sich ein wenig undiplomatisch aufgeführt hat. So bleibt ihnen nur noch, Dashan zu überwachen und zu beobachten, was sie auch tun. Nur kurze Zeit nach ihrem Besuch verläßt der ältere Mann tatsächlich das Haus und geht wieder in genau jenes üble Viertel, in das damals auch schon Ishin verschwunden ist. Heute verfolgen ihn die Lehrlinge weiter, verlieren ihn aber in dem Gassengewirr zunächst.
Als aber Padraig einen seiner Kontakte in diesem Viertel anspricht, erfährt er, daß ein Mann, auf den Ishins Beschreibung paßt, schon öfters bei einem bestimmten, eigentlich leerstehenden Haus gesehen wurde. Peregrina und Laetitia verwandeln sich in Katzen, um dort ein wenig zu spionieren. Dabei entdecken sie Ishin, der gerade von einer exotischen, wunderschönen Frau wegen seines Versagens ausgescholten wird. Die Frau, die der Feuerdjinn mit dem Namen Necta angesprochen hat, verschwindet dann wieder im Haus, während Ishin mürrisch in dem kleinen Garten hinter dem Haus zurückbleibt.
Nachdem Peregrina und Laetitia dies berichtet hat, entwickelt Padraig einen Plan: Er und die anderen gehen in eine schmale Gasse hinter dem Garten und beginnen eine laute Diskussion darüber, wie unfähig Ishin doch ist. Der Plan ist erfolgreich: Ishin, erbost über Padraigs Spott, zeigt sich und schießt einen Feuerstrahl auf den jungen Llwellyn ab. Dabei wird Padraig schwer verletzt. Danach gelingt es aber Nicola, Ishin mit einem Wasserstrahl zu treffen und eines Großteils seiner Kraft zu berauben. Dabei wird aber auch er verletzt.
Trotz dieses Sieges ziehen sich die Lehrlinge zunächst zurück, um ihre Verwundeten zu verbinden. Laetitia läuft zum Stadthaus und kommt mit Hélène, Frederik und Gwyn zurück. Nachdem Padraig und Nicola wieder auf den Beinen sind, wollen sich die Lehrlinge einschließlich Gwyn zusammen mit Frederik um die schöne Fremde kümmern, deren Name ihnen irgendwie bekannt vorkommt – möglicherweise handelt es sich bei ihr um eine Dämonistin!
Während Padraig, Gwyn und Frederik versuchen, über das Dach ins Haus einzudringen, nimmt Yurij mit den anderen den einfacheren Weg: Er zerstört einfach ein Stück der Mauer, hinter der sich die Frau verbergen muß. Tatsächlich stehen Yurij, Nicola, Ciaran und die beiden Mädchen jetzt Necta gegenüber, die sich hier eine Art Labor eingerichtet hat. Über der exotischen Schönheit schwebt ein flackernder Ball aus Feuer, und sie betrachtet Yurij mit einem schrägen Lächeln. Sie erklärt, sie könne jetzt alle töten, würde aber davon absehen, wenn Yurij ihr bestätigen würde, wie schön sie doch wäre. Als der Lehrling stotternd erklärt, daß er sie durchaus schön fände, lacht sie und verschwindet in einer blendenden Explosion von Licht und Feuer. Zwar beginnt das Haus zu brennen, aber keiner von den Serpentianern oder den Lehrlingen kommt dabei zu Schaden.
Im Nachhinein erinnert sich Padraig, wo er den Namen „Necta“ schon einmal gehört hat: Als er ein Kind war, hatten sein Vater, Andrew und Bernward schon einmal Schwierigkeiten mit ihr. Offenbar ist sie eine Charnas-Anhängerin, wenn auch keine sonderlich ausdauernde – jedenfalls ist sie fürs erste verschwunden.
Die Hochzeit verläuft ansonsten ohne Probleme, auch wenn Gwyn nicht sonderlich gut laufen kann. Die Feier ist groß, sehr ausschweifend und dauert drei Tage lang. Danach kehren die Serpentianer zurück zum Bund, begleitet von einem Großteil ihrer Gäste, darunter auch Andrews Kinder. Sie bleiben noch ein paar Tage, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren (wieder per Semper Vincits Rego Corpus). Aber kurz nachdem sie den Bund verlassen haben, finden Kathleen, Alocar, Sheila, Jaira und Gwyn eine kurze Nachricht, die unter ihre Sachen geschmuggelt wurde. Der Inhalt der Nachricht ist kurz und bündig: „Dies hätte Gift sein können.“ Außerdem ist noch ein weiterer Satz zu lesen, der offenbar an Andrew adressiert ist: „3 zu 0 für mich, 150 Pfund Silber für Euch. Wir sehen uns in Spanien“. Es ist nicht festzustellen, von wem diese Nachricht stammt – aber Andrew vermutet, daß es sich um seinen Doppelgänger handelt…

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Seliyas Rettung
Frühling 1199

Gwyn, Pierre, Aella, Alenka

Eines Tages ist Gwyn mit Pierre, Aella und Alenka in Damaskus unterwegs. Dort begegnet ihnen eine junge Frau mit dunkler Haut und langen blonden Haaren, die sie anfleht, die Stadt möglichst schnell zu verlassen, da diese bald zerstört werden würde. Als sich die vier länger mit ihr unterhalten, erfahren sie, daß die junge Frau eine Djinnin der Luft mit dem Namen Seliya ist, die von ihrem Meister Khaled Bey geschickt wurde, um Damaskus zu vernichten. Dort wohnt nämlich dessen Feind Hassan Bey. Seliya ist allerdings nicht sonderlich erfreut über diesen Auftrag und versucht nun, die Damaszener zu warnen, damit sie die Stadt verlassen.
Die vier Serpentianer beschließen, Seliya zu helfen und die Lampe, die sie an ihren Herrn fesselt, irgendwie zu stehlen. Zunächst allerdings machen sie sich auf die Suche nach Hassan Bey, der nach Seliyas Aussage ein finsterer Schwarzkünstler sein muß. Allerdings finden sie ihn nicht.
Mit einem Trick gelingt es ihnen dann, den Befehl von Khaled Bey, daß Seliyas sein Versteck niemandem verraten darf, zu umgehen. So erfahren sie, daß er sich irgendwo im nahen Gebirge versteckt hat. Danach jedoch verläßt Seliya die Gruppe, da ihr Meister sie gerufen hat. Gwyn bittet seine Verlobte Farina um Hilfe, da der Weg ins Gebirge beschwerlich ist und wohl auch zuviel Zeit erfordern würde. Die junge Djinnbeschwörerin beschließt, ihn, Pierre, Aella und Alenka zu begleiten, und so brechen sie sofort auf einem Teppich auf. Gegen Abend erreichen sie den düsteren Höhleneingang, der zu Khaled Beys Versteck führt.
Als sie dort eindringen, kommen sie schon bald zu einer großen, schweren Stahltür, die von einem Mann aus Eisen bewacht wird. Zwar ist dieser seltsame Wächter sehr höflich, weigert sich aber, die Gruppe ohne einen Kampf vorbeizulassen. Es gelingt Alenka, Aella und Pierre jedoch ohne weiteres, die Gelenke des Eisenmenschen zu verkeilen oder zu zerstören, sodaß er sich nicht mehr bewegen kann. Immerhin versprechen sie ihm nach dem Kampf, Andrew vorbeizuschicken, damit der ihn wieder repariert.
Hinter der Eisentür folgt ein kurzer Gang, an dem sich ein größerer Raum anschließt. Durch den ganzen Raum sind messerscharfe Fäden gesponnen, ein engmaschiges Netz, durch das niemand lebendig hindurchgelangen könnte (außer vielleicht dem Eisenmann). Aella hat eine Vision, daß die Metallspinne, die in dem Netz herumkrabbelt, ihnen den Weg öffnen kann. Wie das gehen soll, weiß sie allerdings nicht. Nach einigem Herumgerätsel beschließt Gwyn, der Spinne zu befehlen, den Weg freizugeben. Diese einfache Taktik zeigt Erfolg, und die Gefährten können weiter vordringen.
Schon in dem nächsten, großen Raum begegnen sie dem Herrn der Höhle: Khaled Bey. Er hat etwa ein halbes Dutzend riesige Metallkäfer um sich versammelt und sitzt selbst auf einer Art Thron. Auf der Armlehne des verzierten Stuhls steht eine einfache Lampe – Seliyas Lampe. Von der Djinnin selbst ist nichts zu sehen.
Nach einem kurzen Wortgefecht befiehlt Khaled Bey seinen Käfern, die Eindringlinge gefangenzunehmen. In diesem Moment wirkt Gwyn einen Zauber und springt über die Käfer hinweg direkt neben Khaled Beys Thron. Zwar bekommt er die magische Lampe zu fassen, aber beim Aufkommen landet er so ungeschickt, daß er sich das linke Bein bricht. Mit der Lampe in der Hand kann er jedoch Seliya zu Hilfe rufen, die auch prompt erscheint. Da auch Farina mittlerweile ihre Djinns Sirissa und Inisha gerufen hat, sieht Khaled Bey, daß er plötzlich ins Hintertreffen geraten ist. Er berührt den Arm seines Throns, und dieser schießt durch ein Loch in der Decke davon.
Als sie sehen, daß ihr Herr flieht, hören die Metallkäfer auf zu kämpfen und entschuldigen sich wortreich für ihre Aggression. Offenbar legt Khaled Bey Wert auf höfliche Diener… Nachdem Aella versucht hat, Gwyns Bein mehr schlecht als recht zu verbinden, macht sich die Gruppe auf den Rückweg nach Damaskus. Pierre bekommt Seliyas Lampe, denn die Djinnin scheint ihn sehr gern zu mögen. Er behält sie jedoch nicht als Dienerin, sondern schenkt ihr die Freiheit.
Zurück in Damaskus wird zunächst Gwyns Bein sachgemäß verbunden. Danach macht sich Farina noch einmal auf den Weg ins Gebirge, zusammen mit Andrew und Alenka. Als sie jedoch bei Khaled Beys Höhle ankommen, stellen sie fest, daß alle Metallwesen, auch der Eisenmann, verschwunden sind. Offenbar hat Khaled Bey sie mitgenommen…

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Der Blütenmarkt

Frühling 1199

Der Blütenmarkt

Rhys, Karl, Tina, Mehmet, Dáirine, Olf, Ramitep, Ludwig, Colleen

Nachdem die Angelegenheit mit Aladin nun endlich geklärt ist, will Rhys sich um seine beiden im Feenwald verlorenen Söhne kümmern. Da Andrew Aischa bei der ihrer Rettung im vergangenen Herbst aufgefordert hat, mit Steven und seinem Bruder dem Schneemarkt einen Besuch abzustatten, hofft Rhys, sie dort zu erwischen. Da er sich mit Feen nicht sehr gut auskennt, werden Dáirine und Colleen ihn begleiten. Auch Tina will es sich nicht nehmen lassen, dabeizusein – schließlich geht es auch um ihre Söhne. Ramitep schließt sich ebenfalls an, dazu kommen dann noch die Grogs Karl, Olf, Ludwig und Mehmet.
Mit warmer Kleidung ausgestattet begibt sich die Gruppe auf die Reise. Um zum Schneemarkt zu kommen, machen sie zunächst im Goldenen Frühlingswald Station, wo Ramitep von der Fee Lucrezia in die Feinheiten des Tanzvergnügens eingeführt wird. Sehr zu ihrer Überraschung treffen sie dort auch eine Gesandschaft des Rosenprinzen, die aus zwei Stahldornenelfen, einem Blutrosenelf und einer Abendlichtrosenelfe besteht. Die vier sind unterwegs, um die Königin der Rosen zu finden. Sie und ihr Reich der Goldenen Rose gelten schon lange als verschwunden. Der Rosenprinz möchte sie finden, um ihr persönlich die Treue zu schwören – behauptet zumindest die Gesandtschaft.
Nach dem abendlichen Fest fahren sie mit dem Wagenhaus weiter, wo sie mit einer fremdländischen Köstlichkeit namens „Schokolade“ in Kontakt kommen. Zwar kann man Ramitep und Dáirine, die besonderen Gefallen daran gefunden haben, den Herkunftsort nicht nennen, aber die beiden beschließen, sich auf dem Schneemarkt danach umzuhören.
Dort haben sie tatsächlich Glück: Sie treffen auf eine sehr merkwürdige Fee mit einem Adlerkopf, die behauptet, ein unwichtiger Gott mit Namen Oyoatl zu sein. Dieser Oyoatl kennt Schokolade tatsächlich und erklärt, daß sie aus den Bohnen der Kakaopflanze gewonnen wird. Diese Pflanze wächst in der Nähe eines Ortes namens Tenochtitlan – wo das auch immer sein mag. Ramitep beschließt, irgendwann eine Reise dorthin zu unternehmen. Immerhin können sie sich von Oyoatl sechs Tafeln gepresste Schokolade ertauschen.
Währenddessen erfahren Rhys und Tina, daß Aischa schon hier war, offenbar mit einem halben Heer von Stahldornenelfen. Allerdings sind sie genau deswegen sehr schnell wieder vom Schneemarkt verwiesen worden – der Rat der Schatten mag keine fremden Heere in seiner Stadt. Während Rhys und Tina versuchen, im Silberglanz genauere Informationen zu bekommen, treffen Colleen und Dáirine einen alten Bekannten: Sir Richard, der Ritter der Grenzen, hält sich zur Zeit gerade auf dem Schneemarkt auf. Interessiert hört er alle Neuigkeiten aus Serpentia und verspricht, zu der Hochzeit seines Bruders Gwyn im Sommer zu kommen. Er kann auch bei der Suche nach Aischa weiterhelfen: Soweit er weiß, hält sie sich häufiger auf dem Markt der Blüten auf. Bei ihren Besuchen dort hat sie üblicherweise auch ihre beiden Pagen dabei.
Da es keine anderen Spuren auf dem Schneemarkt gibt, reisen die Serpentianer weiter zum Markt der Blüten. Glücklicherweise gibt es über einen der Kräuterhändler eine direkte Verbindung dorthin.
Der Blütenmarkt ist ein wenig größer als der Schneemarkt, allerdings gibt es hier weniger feste Gebäude. Statt dessen stehen überall Zelte, teilweise sehr prächtig. Das Wetter ist mild, nicht zu warm und nicht zu kalt. Von Richard haben Colleen und Dáirine erfahren, daß es auf dem Blütenmarkt weniger gesetzlos zugeht als auf dem Schneemarkt. Es gibt sogar eine Marktwache und eine Marktverwaltung.
Schnell finden sie heraus, daß Aischa immer in Krone und Kelch, der besten Herberge des Blütenmarkts, absteigt. Daraufhin nehmen auch sie dort Zimmer. Aber schon nach der ersten Nacht wechseln sie in den gemütlicheren Gasthof Zur Weißen Linde, da sie in den Leuten in Krone und Kelch wohl nicht vornehm genug waren.
Bei der weiteren Erkundung des Blütenmarkts trifft Colleen den Maskenritter – eben jenen Ritter, der sie selbst ausgebildet hat. Von ihm erfährt sie, daß sich im Moment etliche Rosenelfen auf dem Blütenmarkt aufhalten – Unzufriedene, die einen Aufstand gegen den Rosenprinzen planen. Auch eine Elfe von der Schwarzen Rose ist da: Soweit der Maskenritter weiß, hält sie sich in der etwas rauheren Schenke Schwert auf.
Da Aischa noch nicht eingetroffen ist, beschließen die Gefährten, sich mit der Elfe der Schwarzen Rose zu unterhalten. Ihr Name ist Morag, und von ihr erfahren sie, daß sich tatsächlich gerade eine Allianz gegen den Rosenprinzen bildet. Im Augenblick sind daran außer ihr noch etliche Unzufriedene aus den Fünf Reichen (hauptsächlich Reifrosenelfen) und die Tochter des letzten Königs der Stahldornenelfen beteiligt. Aber sie sind aktiv auf der Suche nach weiteren Verbündeten, mit denen sie sich demnächst treffen wollen.
Rhys und die anderen wollen sich zunächst nicht in die Sache einmischen, aber dann fällt ihnen auf, daß Aischa und ihre beiden Pagen bei ihrem nächsten Besuch ein willkommenes Ziel für die Verschwörer abgeben könnten. Um für die Sicherheit der beiden Jungen zu garantieren, treffen die Magier ein Abkommen mit den Verschwörern: Sie werden ihre Sache unterstützen, und dafür werden die Elfen den Kindern und Aischa kein Haar krümmen.
Die Mitglieder der Allianz möchten, daß die Serpentianer die Silberrosenelfen um ihre Hilfe bitten. Diese sind bekannt für ihren Stolz und vor allem für ihre guten Duellisten. Außerdem haben sie ihren Treueeid dem Herrn des Silbermeeres und nicht der Königin der Rosen geschworen. Möglicherweise könnte die Neuigkeit, daß der Rosenprinz auf der Suche nach ihr ist, sie zu seinen Gegnern machen. Während die Serpentianer unterwegs sind, werden die auf dem Blütenmarkt verbliebenen Elfen der Allianz Ausschau nach Aischa und ihren Pagen halten und sie – wenn nötig – daran hindern, den Markt wieder zu verlassen. Auch Tina wird hierbleiben: Zum einen sollte jemand ein Auge auf die neuen Verbündeten haben, und zum anderen will sie noch ein wenig einkaufen… Mehmet, der Grog, der so gerne schwere Sachen hochhebt, wird bei ihr bleiben, der Rest bricht noch am selben Tag auf.
Nach einer kurzen Reise – das Reich der Silberrosenelfen hat einen direkten Zugang zum Blütenmarkt – treffen die Serpentianer an ihrem Ziel ein. Als Botschafter der Allianz werden sie von dem Fürst und der Fürstin freundlich aufgenommen, wenn sie auch feststellen müssen, daß der Hof hier sehr förmlich ist. Vor allem Colleen liegt das gar nicht.
Als sie am Tag nach ihrer Ankunft zu einer Audienz mit den Herrschern gebeten werden, ist noch eine zweite Gruppe Abgesandter da: Botschafter des Rosenprinzen selbst. Diese Gruppe besteht aus drei Stahldornenelfen – eine davon eine Ritterin, Sir Karakiria -, einer Blutrosenelfe namens Tijelle und dem Reifrosenelf Iavarre. Sehr schnell stellt sich heraus, daß Iavarre mit seiner arroganten Art und seinem herrischen Gehabe die Verhandlungen eher zu Gunsten von Rhys und seinen Gefährten beeinflußt.
Nach dem Gespräch der beiden Parteien mit den Silberrosenherrschern ziehen sich die beiden zur Beratung zurück. Schließlich verkünden sie, daß sie sich weder für die eine noch für die andere Gruppe entscheiden können – so sollen drei Wettkämpfe Klarheit bringen. Der erste Wettkampf ist ein Jagdwettstreit: Wer als erstes den Kopf eines Eiborons zum Schloß bringt, der hat ihn gewonnen. Danach folgt ein Dichterwettbewerb, in dem die Taten bei der Erlegung des Eiborons besungen werden müssen, und zu guter Letzt werden Fürst und Fürstin jeder Gruppe ein Rätsel stellen – Sieger ist der, der seines zuerst gelöst hat.
Nachdem Rhys und die anderen herausgefunden haben, daß es sich bei einem Eiboron um eine Art riesenhaftes Wildschwein handelt, das zudem auch noch Blitze verschleudert, treffen sie die nötigen Vorbereitungen: Rhys macht die Kämpfer immun gegen Blitzschläge, Dáirine härtet ihre Haut, sodaß sie die Angriffe des Eiborons besser aushalten, und schärft die Waffen.
Am nächsten Morgen geht es los: Beide Gruppen brechen in Richtung der Berge, wo die Eiborons leben, auf. Dort gelingt es Rhys, mit einigen Blitzen ein gigantisches Eiboron anzulocken, das Dank der guten Vorbereitung auch ohne größere Probleme erschlagen wird. Doch als sich die Gefährten wieder dem Schloß der Silberrosenelfen nähern, müssen sie feststellen, daß auch die andere Gruppe erfolgreich war. Im Gegensatz zu ihnen selber verfügen die Rosenelfen jedoch über Pferde, sodaß es zunächst scheint, als würden sie diesen Wettstreit verlieren. Da jedoch ruft Colleen ihr Wappentier, ein goldenes Roß, aus ihrem Schild hervor. Auf diesem Wundertier kann sie die andere Gruppe leicht überholen – der erste Wettbewerb geht an die Serpentianer.
An diesem Abend erklären der Fürst und die Fürstin, daß die beiden Gruppen nun den nächsten Tag Zeit für ihr Gedicht hätten. Am Morgen danach sollen sie es vortragen. Inzwischen haben die Serpentianer jedoch erfahren, daß es durchaus zulässig ist, einen Barden mit der Kompostion zu beauftragen, und so bitten sie Aimas, einen sehr beliebten Lautenspieler, um Hilfe. Zusammen mit Olf und Dáirine kann der Elfenbarde dann auch ein recht hübsches Lied über die Lady Colleen und die Jagd nach dem Eiboron erdichten.
Am Morgen danach werden beide Lieder vorgetragen. Fürst und Fürstin fällen keine unmittelbare Entscheidung, sondern wollen sich zur Beratung zurückziehen. Vorher jedoch erhalten beide Gruppen ihre Rätsel – wer seins zuerst lösen kann, hat diesen Wettstreit gewonnen. Nach einigem Nachdenken fällt Rhys die Antwort ziemlich schnell ein, und so haben die Serpentianer nun auch den zweiten Wettstreit für sich entschieden. Da macht es dann auch nichts mehr, daß die beiden Herrscher verkünden, daß der Sieg im Dichterwettbewerb an die Silberrosenelfen geht.
Nach einer kurzen Beratung, bei der die Gefährten den Silberrosenelfen mitteilen, wann und wo sich die Gegner des Rosenprinzen treffen wollen, brechen die Serpentianer wieder auf. Vor allem Colleen hat sich bei den steifen, förmlichen Silberrosenelfen nicht sonderlich wohl gefühlt. Ihre Rückreise zum Blütenmarkt verläuft schnell und ohne weitere Zwischenfälle.
Dort angekommen, stellen sie fest, daß sich Aischa, Adrien und Steven bereits in der Stadt befinden. Allerdings haben die verbündeten Feen unter der Führung von Estavor, einem Stahldornenelfen, ihren Rückweg durch das direkte Tor mit Heckenschützen blockiert. So halten sich Aischa, die beiden Jungen und ihre Gefolgschaft immer noch in der Herberge Krone und Kelch auf.
Tina und Mehmet haben noch nichts weiteres unternommen, was auch daran liegen mag, daß sich Tina eine schwere Grippe eingefangen hat und außer krächzen und husten nicht viel tun kann. Unglücklicherweise steckt sich Ramitep noch am Tag ihrer Rückkehr bei ihr an.
Gegen Abend kommt ein Bote zur Weißen Linde, der eine Nachricht für Rhys und die anderen hat: „Sie wissen, wer Ihr seid. Sie wissen, wo Ihr seid. Nehmt Euch in Acht. Ein Freund.“ Rhys analysiert zunächt die Handschrift dieser Nachricht mit Magie und stellt erfreut fest, daß sie wohl von Steven verfaßt wurde. Längere Zeit diskutieren die Serpentianer nun die Bedeutung der Botschaft, bis sie bemerken, daß sich der Feind schon im Haus befindet. Im darauffolgenden Handgemenge werden alle gefangengenommen, außer Karl – der von Dáirine unsichtbar gemacht wurde – und Colleen, die sich gar nicht in der Herberge aufgehalten hat. Außerdem geht die Weiße Linde bei der Suche nach den Fehlenden in Flammen auf, und mit ihr auch ein Teil der Besitztümer der Gruppe.
Die Serpentianer werden nun zum Schwert gebracht, das von Aischa und ihren Untergebenen gemietet wurde, da man in Krone und Kelch schlecht Gefangene unterbringen kann. Dort wird Rhys von den anderen getrennt und in ein separates Zimmer gebracht. Dort wird er gefesselt, geknebelt und geschlagen. Zwei Bewacher verbleiben in dem Zimmer, um ihm jegliche Chance zur Flucht zu nehmen. Der Rest wird in einen fensterlosen Keller gebracht und ebenfalls gefesselt.
Karl gelingt es, Colleen zu finden. Gemeinsam verständigen sie zunächst Estavor von der neuen Entwicklung, der verspricht, ihnen bei der Rettung ihrer Gefährten zu helfen. Karl, der immer noch unsichtbar ist, schleicht sich in das Schwert und schaut sich um. Dabei findet er heraus, daß es sehr schwierig werden wird, Ramitep, Tina und die anderen ohne einen Magier aus dem Keller zu befreien. Bei Rhys sieht die Sache schon anders aus: Das Zimmer, in dem er gefangen gehalten wird, hat ein Fenster, durch das man eindringen könnte.
Während Colleen, Karl und Estavor noch planen, kommt Steven bei den Gefangenen im Keller vorbei, scheinbar, um sie zu verhöhnen. Dabei spielt er jedoch Ludwig heimlich einen Dolch zu. Nachdem der Junge wieder gegangen ist, befreien sich Ludwig, Olf, Mehmet und Dáirine vorsichtig von ihren Fesseln. Nach einem harten Kampf gelingt es ihnen, die drei Stahldornenelfen, die man als Wächter bei ihnen gelassen hatte, auszuschalten. Dabei findet allerdings Mehmet den Tod, und Ludwig wird schwer verletzt. Da sie nicht in der Verfassung sind, noch einen Kampf zu überstehen, höhlt der kranke Ramitep einen Ausgang aus dem Keller, durch den sie entkommen. Draußen werden sie schnell von Colleen und den anderen entdeckt, die sie in den Plan zu Rhys´ Befreiung einweihen. Aber Dáirine und Ramitep sind zu erschöpft, um sich daran noch zu beteiligen. So bleibt das Ganze Colleen, Karl und Estavor überlassen.
Es gelingt ihnen tatsächlich, an der Wand der Herberge bis zum Fenster zu klettern und einzudringen. Während zwei von Estavors Untergebenen die Wächter beschäftigen, befreit Karl Rhys von seinen Fesseln. Augenblicklich fliehen die beiden aus dem Zimmer, wo der Kampf immer noch tobt. Später stellt sich heraus, daß die beiden Wächter noch Verstärkung bekommen haben – von den verbündeten Stahldornenelfen überlebt allein Estavor, der ebenfalls rechtzeitig fliehen kann.
In der Herberge Lavendelhauch treffen die beiden Gruppen wieder aufeinander. Zwar sind alle sehr zornig auf Aischa, die möglicherweise etwas mit der Gefangennahme der Gefährten zu tun hatte, aber größtenteils sind sie erleichtert, daß alle außer dem armen Mehmet die Angelegenheit überlebt haben, wenn auch ein Großteil ihrer Besitztümer entweder verbrannt oder von Aischa „beschlagnahmt“ worden ist. Immerhin hat Ramitep seine Klumpen Schokolade noch – offenbar konnte sie mit dem Zeug nichts anfangen.
Rhys ist mit dem Ausgang der Sache nicht unzufrieden: Wie es scheint, ist Steven von dem Haß, den ihm sowohl der Rosenprinz als auch sein Zwilling einimpfen wollen, weitgehend verschont geblieben. Das beruhigt den Magier und seine Ehefrau doch ein wenig.
Am nächsten Tag stellt sich heraus, daß Aischa und Adrien den Blütenmarkt verlassen haben: Estavor war nach dem verlustreichen Kampf nicht mehr in der Lage, das Tor ins Reich der Fünf Rosen ausreichend zu bewachen. So beschließen auch die Serpentianer, wieder abzureisen, denn sie haben hier getan, was sie tun wollten.
Auch auf dem Rückweg können sie das Wagenhaus zum Goldenen Frühlingswald nehmen. So erreichen sie Serpentia einige Wochen, nachdem sie aufgebrochen sind, unbehelligt wieder.

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Winter 1198 - Bundleben

Nur wenige Tage nach der Rückkehr des Trupps kommt eine verstörte junge Frau in den Bund. Sie berichtet, daß drei Grogs versucht haben, sie zu vergewaltigen, sie aber von zwei Fremden gerettet wurde. Aus ihrer Beschreibung kann man erkennen, daß es sich bei den Fremden um Freder und Georg gehandelt haben muß. Offenbar sind sie Frederik und seinen Gefährten bis ins Tal von Serpentia hinein gefolgt.
Da die beiden von den Grogs nicht mehr aufzufinden sind, beschließen die Magier, Joscelin d´Acre, dem Meister der Salomoniter, eine Nachricht zukommen zu lassen. Immerhin ist es äußerst wahrscheinlich, daß sich Freder und Georg an Gerbert von Köln wenden, und daß dieser wiederum einige eher unangenehme Fragen an die Salomoniter stellen wird. Schließlich ist die Pyramide von Serpentia leicht als magisches Gebäude zu identifizieren, auch ohne das ständige weiße Leuchten aus Terminus´ Labor heraus.

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Andrew bringt in dieser Ratssitzung vor, daß die Tytalus ihnen vor Jahren ein Buch geschickt haben und bisher keine Antwort auf ihren bezüglichen Brief erhalten hätten. Sie wollten damals einen Austausch an Büchern zum Thema der Dämonenbekämpfung anregen. Auf allgemeinen Ratsbeschluß hin wird sofort die Kopie eines hochgradig interessanten Buches nach Fudarus übersandt.

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Ende Winter hängt sich Daphne, Alens frisch verwitwete Ehefrau, an einem Deckenbalken auf. Offenbar ist ihr das Leben ohne ihren Ehemann unerträglich. Sie hinterläßt drei Kinder, die nun Vollwaisen sind.

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Andrew verbringt den Winter damit, Padraig und Gwyn die Kunst Creo zu öffnen.

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Tina hat einen Brief von Al-Arama erhalten, in dem der andere Bund einen Handelsvertrag mit Serpentia abschließen will. Es handelt sich dabei, wie sie erläutert, um einen Versuch, Serpentias wachsende Handelsmacht zu beschränken. Das Problem ist, das der angebotene Vertrag etliche Knebelparagraphen enthält und so nicht akzeptabel ist, wenn Serpentia weiter wachsen will. Andererseits ist es nicht ratsam, sich direkt mit Al-Arama anzulegen, da der ältere Bund über viele Kontakte und Verbindungen verfügt. Möglicherweise gibt es einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiß. Allerdings kann Tina diese Verhandlungen nicht selber führen – am besten wäre ein angesehenes Mitglied des hermetischen Ordens, beispielsweise ein Bonisagus…
Um die eigene Position zu stärken, ist die Hochzeit von Gwyn und Farina al-Azaed umso wichtiger. Außerdem, so schlägt Tina vor, wäre es natürlich interessant, wenn einer der männlichen Magier zum Islam konvertieren würde, um auf Dauer die Vertretung des Rats zu gewährleisten. Möglicherweise wäre auch für diesen Magier eine günstige Ehe zu arrangieren… Da Ramitep nicht völlig naiv ist, weiß er, wer gemeint ist. Er erklärt sich bereit, den islamischen Glauben anzunehmen. Auch einer späteren Hochzeit steht er nicht negativ gegenüber.
Da Nakatia noch nie sonderliche Lust auf politische Verstrickungen hatte, kündigt sie während dieser Ratssitzung ihren Austritt aus Serpentia an. Sie wird in den ruhigeren Bund Sardonyx übersiedeln. Damit muß ein neuer Vizeprinceps gewählt werden. Mit einer Stimme für Bernward und fünf Stimmen für sie wird Dáirine in diese Position gewählt.

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Aladins letzte Heldentat
Winter 1198

Rhys, Patrick, Ramitep, Sheila, Aaron, Hélène, Karl, Colleen, Pierre, Ludwig, Frederik, Alkmene

Aufgrund der Informationen, die Gwyn und Padraig im Lager der Tierhändler erhalten haben, wissen die Serpentianer, daß Aladin zur Wintersonnenwende seine Aegis sprechen möchte. Dafür hat er extra einige dunkle Templer als Wachtruppen angefordert – denn zu diesem Zeitpunkt ist er verwundbar. Entsprechend überlegt der Rat, ihn dann anzugreifen. Nach längerer Planung eröffnen Frederik und Ramitep, daß sie im letzten halben Jahr an einem Trank geforscht haben, der jemandem das Gedächtnis an die letzten dreizehn Jahre raubt. Der Trank ist mittlerweile fertig und steht dem Bund in drei kleinen Phiolen zur Verfügung. Wenn nun aber Aladin die letzten 13 Jahre seines Lebens vergißt, so vergißt er damit auch, daß er ein Dämonist ist und wird möglicherweise wieder zu dem Aladin von damals: Ein bißchen großspurig, sehr verschwenderisch, mit einem Hang zum dramatischen Heldentum und ein Feind der Hölle.
Nach einiger weiterer Planung wird beschlossen, sowohl zwei Vergessenstränke als auch alle Verwandlungstränke, die noch von den diversen Feenreichexpeditionen übrig sind, mitzunehmen. Ein kleines Tier hat möglicherweise bessere Chancen, in die unterirdische Stadt einzudringen und Aladin den Vergessenstrank in den Wein zu schütten. Dennoch bereitet sich der Rat auch auf einen Kampf vor: Neben den Magiern Rhys, Frederik, Ramitep und Alkmene und deren Leibgrogs Karl, Sheila, Ludwig und Aaron werden auch die erste Bogen-, die Schild- und die Lanzeneinheit mitgenommen. Außerdem kommen noch Colleen, Hélène, deren Beschützer Patrick, Pierre und Mateen hinzu.
Da die Reise durch das schlechte Wetter länger verläuft als eigentlich geplant, treffen die Serpentianer erst fünf Tage vor der Wintersonnenwende in der Nähe der unterirdischen Stadt ein. Die Magier beschließen, zunächst einmal die Umgebung zu erkunden. Dazu werden vier Gruppen ausgeschickt: Frederik, Sheila und Valeska sollen sich dem Dorf, unter dem die unterirdische Stadt liegt, von Osten nähern, während Rhys, Karl, Eitak und Rhys´ Neffe Gordan einen Bogen schlagen und von Westen kommen. Hélène, Patrick, Pierre und Saara werden sich in den Bergen im Norden umsehen, während die vierte Gruppe in Richtung Süden loszieht. Auch Hélènes Falkin Moira wird ausgeschickt, um sich aus der Luft umzuschauen.
Frederik und die anderen kommen ohne weitere Zwischenfälle bei dem Dorf an. Obwohl es scheinbar verlassen aussieht, stellen sie fest, daß sich in etlichen der verfallenen Hütten Wachposten aufhalten. In der Mitte des Dorfes steht ein kleines, befestigtes Haus, in dem ebenfalls Bewegungen zu erkennen sind.
Rhys und seine Begleiter haben es nicht so leicht: Schon während sie sich einen Weg durch das Gebirge suchen, fällt ihnen auf, daß sie von einer goldenen Löwin verfolgt werden. Das Tier kommt nie nahe an sie heran, aber sie sehen es immer wieder. Es scheint sie zu beobachten. Als sie schließlich das Dorf erreichen, erregen sie unglücklicherweise die Aufmerksamkeit einiger Wächterdämonen und können nicht verhindern, daß einer von ihnen in der zentralen Hütte Alarm schlägt. Sie fliehen, werden aber von etlichen Tierdämonen verfolgt, darunter zwei Ziegen- und fünf Schweineteufeln. Als Rhys merkt, daß er sie nicht abschütteln kann, stellt er ihnen in einer schmalen Schlucht eine Falle. Tatsächlich gelingt es ihm auch, die beiden Ziegendämonen mit einem Steinschlag zu verschütten, aber in Kampf mit den Schweinedämonen trägt der Magier ernsthafte Verletzungen davon. Glücklicherweise greift gegen Ende des Kampfes die goldene Löwín auf der Seite der Serpentianer ein, sodaß die Dämonen besiegt werden. Wer die große Katze jedoch ist und warum sie Rhys und den anderen geholfen hat, teilt sie ihnen nicht mit: Sie verschwindet wieder in den Bergen.
Hélène und ihre Begleiter treffen bei ihren Erkundungen nicht auf Dämonen. Dafür aber bemerkt die Heilerin jedoch mehrfach ein und dieselbe Maus, die ihnen zu folgen scheint. Schließlich gelingt es ihr, ein Gespräch mit dem Tierchen anzufangen. Dabei findet sie zwar nicht viel heraus, stellt aber fest, daß es sich bei der Maus wohl eher um einen verwandelten Menschen handelt als um ein echtes Tier.
Gegen Abend treffen sich alle Gruppen wieder am Lagerplatz zusammen. Die vierte Gruppe hat nichts ungewöhnliches zu berichten, aber Moira, die erst spät zurückkehrt, bringt interessante Neuigkeiten: Wie es scheint, wollen sich die Tierhändler ihres dämonischen Nachbarn ebenfalls entledigen. Die Falkin hat ihr Lager in einiger Entfernung von dem verlassenen Dorf gefunden. Sie sind mit ähnlich vielen Bewaffneten unterwegs wie die Serpentianer. Da es sicher sinnvoller wäre, zusammenzuarbeiten, beschließen Frederik und Rhys, am nächsten Tag zusammen mit Sheila, Karl, Pierre, Hélène und Patrick zu dem Lager der Tierhändler zu reisen und mit ihnen zu verhandeln.
Dort werden sie am nächsten Mittag schon erwartet. Wie sich herausstellt, gehörte sowohl die verdächtige Maus als auch die goldene Löwin zu den Tierhändlern. Die Anführer heißen die Serpentianer eher mißtrauisch willkommen – schließlich sind sie von ihnen schon oft genug belogen worden. Diesmal jedoch kann Frederik sie überzeugen, daß er die Wahrheit sagt, und so beschließen sie, zunächst zusammenzuarbeiten. Zu den Anführern der Tierhändler gehören die mütterliche Kha-en-Hathor, der mißtrauische Ranjit Sakuntala, der grimmige Milosch, der auch Anführer der Wachen ist, Persis, die den Serpentianern schon häufiger als schwarzer Panther begegnet ist, die unauffällige Evdocia, die nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Mäuse verwandeln kann, die goldene Löwin Atale und die grimmige Juliana. Außerdem haben die Tierhändler noch einige Freunde zur Unterstützung bei sich: Den steingesichtigen Kamien, Melkai al-Phairaz, einen sehr charismatischen Araber, und Deirdre NicLeoid, eine schottische Gestaltwandlerin. Daneben sind auch Freder und Georg anwesend, was zu einem unangenehmen Zwischenfall führt, als Freder in Frederik den „Dämonisten“ erkennt, den er schon seit langer Zeit jagt: Als der Magier vernünftig mit ihm reden will, zieht der Dämonenjäger sein Schwert und versucht, ihn umzubringen. Es ist etliche Überredungskunst notwendig, um ihn davon abzuhalten.
Am nächsten Tag, nachdem sich alle versammelt haben, wird ein Plan gemacht. Dieser sieht zunächst vor, daß Frederik, Rhys und einige andere als Tiere getarnt in die unterirdische Festung eindringen und versuchen, Aladins Wein durch den Vergessenstrank zu ersetzen. Mittlerweile sind in dem Dorf außer den üblichen Dämonenwachen auch noch dreizehn dunkle Templer anwesend, wie die Spione berichten können, die sehr kampfkräftig wirken. Dennoch werden sich die Tierhändler, Ramitep und Alkmene bereithalten. Sollte der erste Plan fehlschlagen, so können sie immer noch eingreifen.
Noch spät am selben Abend bricht die Gruppe auf. Dabei sind neben Rhys und Frederik natürlich Karl und Sheila, außerdem Pierre, Hélène, Patrick, Milosch und Deirdre. Zunächst werden sie von Evdocia begleitet, die Frederik und Hélène in Mäuse verwandeln muß, da nicht so viele Verwandlungstränke vorhanden sind. Kurz vor dem Dorf ist es soweit: Evdocia kommt ihrer Aufgabe nach, und mit den Verwandlungstränken werden Rhys und Pierre zu kleinen Äffchen, Karl und Patrick zu Dackeln, und Sheila zu einem Wiesel. Milosch verwandelt sich aus eigener Kraft in einen Terrier, während Deirdre zusammenschrumpft, bis sie ähnlich klein ist wie die Äffchen.
Durch einen Belüftungsschacht, den die Tierhändler bei ihren vorherigen Erkundungen entdeckt haben, dringen die Gefährten in die unterirdische Stadt vor. Nachdem sie einige Stunden herumgeirrt sind, finden sie endlich Aladins Labor- und Wohngemächer. Da Sheila und Frederik die Wache ablenken, können die anderen unbemerkt eindringen. Dort stellen sie fest, daß zwar Aladin nicht in seinem Labor ist, sich dafür aber neben zwei Katzen auch ein Pantherweibchen aufhält. Die Tiere sind allerdings nicht sonderlich aggressiv, wenn auch die Pantherin sofort Gefallen an Patrick findet und beginnt, ihn ein bißchen durch die Gegend zu scheuchen und mit ihm zu „spielen“.
Während sich die anderen versteckt halten, schleppen Pierre, Rhys und Deirdre die Phiole mit dem Vergessenstrank auf den Tisch. Dort steht eine halbleere Weinkaraffe, die aber geleert werden muß, denn der Trank darf sich nicht mit dem Wein vermischen. Im Nebenzimmer sind schon Geräusche zu hören, die davon zeugen, daß Aladin gerade aufsteht, als die drei endlich alles ausgetrunken haben. Es gelingt ihnen gerade so, noch den Trank in die Karaffe zu kippen und unter einigen Labortischen zu verschwinden, als Aladin die Tür öffnet.
Es dauert einige Zeit, aber schließlich trinkt Aladin tatsächlich seinen „Wein“. Einen Moment später ist er äußerst desorientiert und weiß nicht mehr, wo er sich befindet, was mit seinem Auge und seiner Stimme geschehen ist oder wem das große Labor gehört. Nachdem sie ihn eine Weile haben rätseln lassen, geben sich die Tiere endlich zu erkennen. Dabei stellt sich Rhys allerdings eher ungeschickt an, sodaß Aladin ihren Aussagen kein völliges Vertrauen schenkt. Dennoch gelingt es Pierre, ihn zu überzeugen, daß er von Dämonen verzaubert und behext wurde und nun – als Gefangener des Zaubers – der Herr der unterirdischen Stadt ist. Jetzt erst hätten sie ihn gefunden und von dem üblen Einfluß befreit. Auf diese Worte hin lädt Aladin zunächst alle Gefährten in seine Aegis ein. In seinem Labor findet Milosch auch etwas, was aussieht wie einer der Fluggürtel von Serpentia. Dabei handelt es sich allerdings um seinen Lehrmeister, einen äußerst kompetenten Gestaltwandler, der sich bei Aladin einschleichen wollte und durch die Aegis in dieser Gestalt gefangen war. Nachdem auch er eingeladen wurde, verwandelt er sich in einen älteren Mann namens Petru.
Wenn auch Aladin nicht alles glaubt, was ihm erzählt wird, so ist er doch entschlossen, zunächst die Dämonen zu vernichten und dann weiter zu verhandeln. Er bestellt alle seine „Untertanen“ in den großen Ritualraum, auch die schwarzen Templer. Nachdem sich dort alle versammelt haben, läßt Aladin den Raum einstürzen. Dämonen und Templer werden unter den Gesteinsmassen vergraben, aber auch außerhalb des Raums beginnt die Decke, gefährlich zu zittern. Bei der Flucht aus dem instabilen Gang, der tief unten in der Stadt liegt, werden sie getrennt: Aladin, dem die Anstrengung des Spruchs das Bewußtsein geraubt hat, wird von einigen seiner Dämonen und menschlichen Diener gerettet, die gar nicht wissen, was passiert ist. Rhys und Karl bleiben bei ihm. Frederik und Sheila, die bei dem Einsturz verletzt wurden, richten sich in der Nähe des Dorfes ein kleines Lager ein, von wo aus sie Rhys, Aladin und die Reste der Dämonen beobachten können. Hélène und Patrick gelingt die Flucht zusammen mit Milosch und Petru. Unterwegs begegnet ihnen Pierre, der zunächst zusammen mit Deirdre geflüchtet ist. Diese hat sich ihm allerdings als Dämon zu erkennen gegeben. Pierre konnte sie kaltblütig in die Flucht schlagen, aber vorher hat sie ihm noch aufgetragen, Rhys „schöne Grüße von den MacBaals“ zu übermitteln.
Nachdem Hélène, Patrick und die anderen die einstürzende Stadt verlassen haben, beschließen sie, zunächst zu den Tierhändlern, Alkmene und Ramitep zurückzukehren. Sie wissen, daß sich Rhys und Aladin bei den Überresten der Dämonen und den verbleibenden beiden dunklen Templern befinden, können aber nicht sagen, ob sie Gefangene oder Gäste sind. Daher wollen sie Verstärkung holen.
Einige Stunden später ist die Verstärkung eingetroffen. Mittlerweile sind Rhys und Aladin von ihren ahnungslosen Gegnern ohne größeres Mißtrauen aufgenommen worden. Außer einer Handvoll menschlicher Söldner haben noch zwei der dunklen Templer, die draußen als Wache zurückgelassen wurden, überlebt, zudem noch ein knappes Dutzend Templerknappen und ebensoviele Turkopolen. Die größte Gefahr geht jedoch wohl von den vier riesigen Höllenpferden aus. Immerhin kann Rhys den anderen die Lage mitteilen, sodaß Ramitep und Alkmene ihren Angriff gut planen können.
Da Aladin und Rhys innerhalb des Lagers die Bögen der Turkopolen vernichten und drei der Höllenpferde erschlagen, ist der Angriff erfolgreich, es gibt nur eine Tote – Dianora, die Sergeantin der Lanzeneinheit, die mit ihren schwarzen Haaren und ihrer bleichen Haut Maeve so sehr geähnelt hat. Nach der kurzen Schlacht tauchen bei ihrem Leichnam plötzlich mehrere Raben auf. Als sie nach kurzer Wache wieder davonfliegen, begleitet Moira sie, ohne Hélène mitzuteilen, wann sie zurückkommt.
Während der Schlacht ist aufgefallen, daß Aladin scheinbar unverwundbar ist. Als er selbst diesen Umstand Rhys vorträgt, erklärt dieser ihm schonungslos, was in den letzten dreizehn Jahren vorgefallen ist: Daß Aladin zum Dämonisten geworden ist, daß er seine eigenen Töchter geschändet hat und daß die Serpentianer nun hier sind, um den gegen ihn ausgesprochenen Iter Magorum zu vollstrecken. Aladin ist von diesen Anschuldigungen schwer erschüttern und will Rhys zunächst keinen Glauben schenken. Aber offenbar weiß er tief in seinem Inneren doch, daß der andere Magier die Wahrheit sagt. So bittet er um einige Minuten Zeit, bevor er Rhys erlauben wird, das Todesurteil zu vollstrecken.
Aber in diesen Minuten wirkt er einen letzten, großen Zauber. Aladin hat schon immer die Fähigkeit besessen, seine Sprüche mit seiner Lebensenergie zu verstärken. In seinen letzten Zauber steckt er alles, was ihm an Leben verblieben ist, und reinigt die gesamte Gegend von jeglichem infernalen Einfluß. Als er den Spruch vollendet hat, sinkt er leblos zu Boden. Aladin aus dem Haus Bjornaer ist tot.
Erst am nächsten Tag durchsuchen Rhys und einige andere die teilweise eingestürzte unterirdische Stadt noch einmal. Dabei finden sie glücklicherweise die Unterlagen, die sie aus Aladins Labor entwendet haben, wieder und nehmen sie an sich. Da sie kein weiteres Interesse an der Gegend haben, verabschieden sie sich von den Tierhändlern und brechen unverzüglich Richtung Heimat auf. Nur Hélène möchte noch einige Zeit am Salzsee verbringen und zieht mit den Tierhändler davon.
Etliche Wochen später treffen Rhys, Frederik und die anderen wieder in Serpentia ein. Sie haben in Aladins Aufzeichnungen unterwegs einige interessante Entdeckungen gemacht: So war es wohl der Plan des wahnsinnigen Bjornaers, in die Hölle selbst einzudringen, um dort Charnas für den Tod seiner Frau zur Rechenschaft zu ziehen. Um diesen Plan durchzuführen, wollte er sich an eine Person namens „Khay Efer“ wenden, der in der Lage sein soll, jemanden in die Hölle und wieder hinaus zu führen. Angeblich handelt es sich bei diesem Khay Efer an einen gefallenen Engel, der wieder zurück in den Himmel will.
Außerdem finden sie Hinweise auf ein dämonistisches Ritual, mit dem man die Identität einschließlich aller Erinnerungen und Kräfte einer Person übernehmen kann. Eine Nebenwirkung dieses Rituals sind Geister ohne jegliche Erinnerung.
Zu guter Letzt finden sie auch den Hinweis, daß sie Abbas Ibn Usama im Anti-Libanon aufhalten soll, gar nicht so weit von Serpentia entfernt. Seine Festung soll irgendwo am Jebel Sharbin liegen. In der Ratssitzung, die der Rückkehr der vier Magier folgt, wird beschlossen, einige Kundschafter zu diesem Berg zu schicken, um herauszufinden, ob sich Abbas immer noch dort aufhält.

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Herbst 1198 - Bundleben

Ende Herbst trifft Frederiks Nichte Farina al-Azaed im Bund ein. Sie hat ein Problem: Sie soll noch vor ihrem Geburtstag im Winter einen geeigneten Bräutigam finden. Sonst, das hat ihr Vater geschworen, verheiratet er sie mit dem ersten Mann, der an diesem Tag durch die Tür des Hauses tritt. Bei diesem Problem können ihr jedoch Gwyn und Padraig helfen: Selbstlos (?) bieten sie ihr an, sie zu heiraten, wenn sie möchte. Letzten Endes entscheidet sie sich für Gwyn, und die Hochzeit wird für den nächsten Sommer angesetzt.
*
Alkmene verzaubert in diesem Herbst fünf Brombeeren, die zu großen Brombeerhecken wachsen, wenn man sie auf den Boden wirft.

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Sieben holde Maiden
Herbst 1198

Sir Quintus, Sir Andrew, Sir Lucien, Sir Colleen, Sir Ruairigh, Aella, Hugo

Eines Abends im Spätherbst taucht ein unvermuteter Gast in Serpentia auf: Dáirines Vater Sir Maolorain schaut wieder einmal vorbei. Er hat nämlich von der Heldentat seines Schwiegersohns gehört und möchte seiner Freude darüber Ausdruck verleihen. Dáirine freut sich, Ruairighs Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen, vor allem, als sein Schwiegervater beim abendlichen Festmahl einen kleinen Übungskampf vorschlägt. Dabei kommt nämlich heraus, daß Ruairigh das Schwert, das Sir Maolorain ihm geschenkt hat, bei seiner Heldentat verloren gegangen ist. Immerhin sieht Dáirines Vater darin eine Möglichkeit: Er kann zusammen mit seinem Schwiegersohn auf eine Queste gehen und nach dem Schwert suchen! Ruairigh ist von dieser Idee weniger angetan, aber es gelingt ihm zunächst nicht, sich herauszureden.
Gwyn und Padraig verfallen auf die Idee, Ruairigh ein magisches Schwert zu organisieren. Dann muß er auch nicht auf Queste gehen. Deshalb bitten sie Andrew, Ruairigh das Schwert, das ihm Herr Robert geschickt hat und das aus dem Herz des Eulbergs geschmiedet wurde, zu schenken. Andrew hält zwar nicht sehr viel davon, da Ruairigh und er nicht das beste Verhältnis zueinander haben, läßt sich aber von seinen Lehrlingen überreden. Als er mit diesem Ansinnen zu Ruairigh geht, nimmt der Ire das Geschenk zwar zunächst an, aber als er das Schwert genauer sieht, stellt er fest, daß es nicht nur aus Eisen ist (was ihm dank seines Feenerbes sehr unangenehm ist), sondern auch noch eine gewisse Feindseligkeit ausstrahlt. Da er sich verhöhnt vorkommt, geht er ohne das Schwert und ohne ein weiteres Wort. Erst später können Padraig und Gwyn von ihm erfahren, was los ist.
Als Andrew davon hört, wundert er sich, denn bisher konnte er an dem Schwert nichts allzu ungewöhnliches feststellen. Immerhin kann er bei einer genaueren Untersuchung der Waffe eine schwach eingravierte römische „IV“ finden. Das ergibt Sinn, denn Robert erwähnte bereits, daß es sieben Schwerter aus diesem Erz gibt. Nach einem kurzen Gespräch mit Sir Maolorain, der bestätigt, daß das Schwert für ihn eine überaus unheilvolle Ausstrahlung hat, beschließt er, zunächt mit der Klinge selbst zu reden. Das Gespräch ergibt nicht viel, außer das die Klinge ungewöhnlich bösartig erscheint. Auf die Frage hin, ob noch etwas vom Eulberg in ihr verblieben sei, antwortet sie: „Nimmermehr“. Daraufhin reitet der Magier noch in der Nacht nach Secundus zu den Salomonitern, die aber nichts Böses an der Waffe feststellen können.
Nun beschließt Andrew, echte Experten heranzuziehen: Er will die Zwerge fragen. Glücklicherweise weilt zu diesem Zeitpunkt gerade Farina al-Azaed mit ihrem fliegendem Teppich im Bund und ist auch bereit, Andrew und seine Lehrlinge hinzufliegen.
An diesem Morgen haben Ruairigh und Sir Maolorain ihren Übungskampf, bei dem Dáirines Ehemann erwartungsgemäß schlecht abschneidet. Maolorain ist sehr enttäuscht von seinem Schwiegersohn, bis ihm Sir Quintus und Dáirine versuchen klarzumachen, daß man Menschen nicht nach dem Maß von Feen messen darf. Jetzt allerdings ist er erst recht entschlossen, mit Ruairigh auf eine Queste zu gehen, um ihn richtig einschätzen zu können. Etwas widerstrebend läßt sich Ruairigh darauf ein. Am nächsten Tag wollen die beiden aufbrechen.
Währenddessen erfährt Andrew bei den Zwergen, daß die Natur eines Schwertes von drei Teilen geformt wird: Dem Erz, dem Schmied und dem Träger. Im Fall dieses Schwertes hat der Schmied einen entsetzlichen Haß gegen Feen jeglicher Art verspürt und ihn die Klinge (und wahrscheinlich auch die anderen sechs) hineingearbeitet. Jared, der Zwergenschmied, rät zunächst, die Klinge zu zerstören, gibt dann aber zu, daß man dem Herz des Eulbergs möglicherweise mehr Frieden bringen kann, wenn man die Klinge einschmilzt und neu schmiedet. Dazu sollten aber alle sieben Schwerter eingeschmolzen werden. Zwar können die Zwerge dies nicht selbst tun, da müßte ein menschlicher Schmied ans Werk, aber sie versprechen, soweit zu helfen, wie sie können. Andrew seinerseits nimmt sich vor, sich irgendwann einmal um die Sache zu kümmern – wenn er Zeit dafür findet…
Am nächsten Tag brechen Ruairigh und Sir Maolorain auf. Kurz darauf unterhalten sich die anderen Ritter von Serpentia über die Geschichte, die Sir Maolorain bei dem Festmahl erzählt hat: Er war zu Gast bei der Hochzeit des Rosenprinzen mit der wunderschönen Aischa, als sich etwas schreckliches ereignete: Der Himmel verdüsterte sich, ein Sturm zog auf, und aus dessen Mitte kam ein Riese geschritten, hoch wie acht Männer, griff sich die Braut und verschwand wieder, bevor noch die Eide gesprochen waren. Sieben wurden ausgeschickt, um sie zurückzuholen: Sir Blasius vom Goldenen Horn, der mysteriöse Sir Quidad, Sir Henry, alt und erfahren, die Brüder Hinz und Kunz, noch Knappen, eine merkwürdige Gestalt, deren Aussehen und Namen sich niemand zu merken vermochte und Marakor die Geißel, Erster Grenzwächter des Reichs der Fünf Rosen. Nach einigem Hin und Her beschließen Sir Lucien, Sir Quintus, Colleen und Andrew, sich ebenfalls auf den Weg zu machen, um Aischa zu retten: Schließlich soll sie den Rosenprinzen heiraten – er hätte es wohl kaum verdient, so einfach davonzukommen. Außerdem schuldet Aischa ihnen dann einen Gefallen….
So brechen die vier in Begleitung von Aella auf, um sich auf die Suche nach dem Sturmriesen, der Aischa entführt hat, zu machen. Zunächst begeben sie sich ins Reich des Goldenen Frühlingswaldes, wo sie erfahren, daß Sturmriesen häufig in Herbstreichen angesiedelt sind. Da das benachbarte Herbstreich als Anlaufpunkt eher ungeeignet ist, beschließen die Ritter, lieber mit dem Wagenhaus zu fahren, das ganz in der Nähe im Reich der Windpappeln öfter vorbeigefahren kommt.
Im Wagenhaus erfahren sie, daß das nächste geeignete Reich wohl die Windtannen wären. Es hält sich auch gerade ein winziger Gnom in der Schankstube auf, der von dort kommt. Er gehört zur königlichen Marine, einer der dortigen Ruderer, ist aber bei einem starken Wind aus dem fliegenden Boot gefallen und will jetzt wieder nach Hause. Sein Name lautet „Eins-links“. Er bestätigt, daß bei den Windtannen Sturmriesen leben, und daß sie so ziemlich alles fressen, was ihnen vor ihr Maul kommt – auch Menschen. Aber Eins-links kann ihnen helfen, einen satten Sturmriesen zu finden. Zur zusätzlichen Beruhigung und Bestechung bestellt Andrew noch ein paar Windbeutel bei der Wirtin des Wagenhauses.
Nach einem längeren Gespräch mit einigen Reisenden aus „Japan“, die merkwürdige Geräte bei sich führen, die ständig Blitze durch die Gegend werfen, lernen die Ritter Lugrio den Narren kennen, der offenbar auf der Suche nach Sir Ruairigh, dem Helden von Morgenrot, ist, da er etwas für ihn hätte. Er wird darüber informiert, daß Ruairigh gerade mit seinem Schwiegervater Sir Maolorain auf einer Queste sei.
Schließlich trifft das Wagenhaus bei den Windpappeln ein. Mit der Hilfe von Eins-links, der hier sein Boot recht schnell wiederfindet, können die Gefährten einen Riesen ausfindig machen, der gerade gegessen hat. Das Gespräch mit ihm – man nennt ihn „Lauft-weg“ – ist allerdings nicht sehr ergiebig: Der Riese ist ein sehr einfältiges Geschöpf, dessen Gedanken nicht weit über das nächste Essen hinausreichen. Andere Sturmriesen kennt er keine, außer seinem Vater. Nachdem klar wird, daß von ihm nicht mehr viel zu erfahren ist, wenden sich die Ritter ab, um ein Nachtlager in sicherer Entfernung von ihm aufzuschlagen. Dort treffen sie den sprechenden Kater Mohrle, der von seinem Bauernhof vertrieben wurde, nachdem ein Riese ihn zerstört hat. Dabei ist auch seine junge Herrin Mariala entführt worden. Interessiert horchen die Gefährten auf: Schon wieder eine entführte Maid! Ob ein Zusammenhang besteht? Sie beschließen, sich die Heimat des Katers einmal genauer anzuschauen – er gibt an, sie läge in den Karpaten. Das gehört zu den Menschenreichen, wie Andrew sich erinnert, stammt Alkmene aus dieser Gegend.
Bevor sie das Reich der Windtannen jedoch verlassen können, kommen sie zu einer dichten Wand aus alten und hohen Tannen, wo ihnen ein Wächter ein Rätsel stellt, daß Sir Quintus aber sofort beantworten kann. Außerhalb der Feenreiche treffen sie einige Bauern, die zunächst Angst vor den gerüsteten Fremden haben, ihnen dann aber von dem Überfall des Riesen und Marialas Entführung erzählen. Auch hier tobte ein heftiger Sturm, als der Riese auftauchte. Einer der Bauern führt die Ritter zu dem niedergetrampelten Hof. Dort ist es nicht weiter schwierig, die Spuren des Riesen zu verfolgen. Sie enden bei ein paar verdorrten Bohnenranken, die sehr hoch und zäh gewesen sein müssen. Möglicherweise ist der Riese an ihnen emporgeklettert. Bei den Ranken findet sich eine Schote mit zehn Bohnen, die jeweils einen Bauern Herbam-Vis enthalten. Zwar könnte Andrew damit eine hohe und feste Ranke entstehen lassen, aber er ist sich keineswegs sicher, ob diese magische Ranke dann in dieselbe Gegend führt wie die des Riesen. Die Ritter beschließen, zunächst in die Reiche zurückzukehren und dort einen Bohnenexperten zu suchen.
Nachdem sie wieder im Feenreich sind, erfahren sie von dem Tannenwächter einen Weg zu einer Bohnen- und Kräuterexpertin. Es geht zunächst durch einen sommerlichen Tannenwald, bis die Ritter, Aella und Mohrle (der sie begleitet hat) auf einer duftenden Kräuterwiese stehen. In einiger Entfernung sehen sie eine kleine Hütte stehen. Dort erwartet sie eine unangenehme Überraschung: Der Garten ist zertrampelt, die Hütte durchwühlt und durcheinandergebracht. Von der Einwohnerin ist keine Spur zu finden, dafür kann Aella einige von den Eindringlingen finden. Es waren offenbar sechs oder sieben, zu Pferde.
Doch als die Gefährten die Spuren verfolgen, kommen sie an die Grenze des Reiches, wo sie sich verlieren. Aella versucht ihre besondere Fähigkeit zu nutzen und erhält einen verwaschenen Eindruck von Reitern, die durch ein sonnendurchflutetes Grasland preschen. Möglicherweise handelt es sich bei diesen Reitern um Stahldornenelfen. Wie man ihnen folgen kann, erfährt Aella allerdings nicht.
Etwas ratlos beginnen die Ritter, sich mit den umherfliegenden Bienen und Libellen zu unterhalten. Von ihnen erfahren sie, daß die sieben Reiter tatsächlich Dornenelfen waren, die der Herrin des Landes übel mitgespielt haben – sie hätten sie verdorren lassen. Um ihnen zu folgen, bräuchte man einen Grashalm oder etwas ähnliches aus dem Reich, in das man wolle.
Sir Lucien macht sich daran, die Pferdeäpfel der verschwundenen Reiter auf Halme hin zu untersuchen, während die anderen sich noch einmal der Hütte zuwenden. Dort finden sie tatsächlich einen verdorrten Kohlkopf unter dem umgestürzten Tisch. Als sie ihn gießen, entwickelt er sich weiter zu einem Kind, einem kleinen Mädchen, das rasend schnell wächst, bis sie etwa sieben Jahre alt zu sein scheint. Sie stellt sich ihnen als Kräuter-Mitzi vor und erzählt, daß Marakor (denn niemand anders war es) ihr all ihre Bohnen gestohlen hätte. Was er damit wollte, hat er nicht gesagt, aber die Gefährten haben eine Vermutung. Aber aus den magischen Bohnen, die die Serpentianer bei sich haben, kann sie ihnen solche herstellen, deren Ranken bis in den Himmel wachsen.
Während die Ritter darauf warten, daß Mitzi mit der Zubereitung der Bohnen fertig wird, tauchen zwei kleine Gestalten auf: Hinz und Kunz, die Knappen, die zur Suche nach Aischa aufgebrochen waren, sind ebenfalls auf der Suche nach magischen Bohnenranken. Die Ritter bieten ihnen an, sie zu begleiten, was die Knappen auch gerne annehmen. Sie scheinen etwa fünfzehn zu sein und einer Unterart von Gnomen anzugehören. Hinz ist ruhig und vernünftig, während Kunz draufgängerisch und übermütig wirkt.
Nachdem Mitzi sieben der Bohnen präpariert hat (sechs für die Ranke und eine siebte für den Notfall), gibt sie den Gefährten außerdem noch drei Verwandlungstränke mit. Sie sollen sie Sir Ruairigh geben, wenn sie ihn treffen, und ihn ermahnen, sie diesmal auch einzusetzen. Dann kehren sie zurück in die Karpaten, wo sie an der selben Stelle wie der Riese ihre Bohnen in die Erde pflanzen. Der Effekt ist dramatisch: Innerhalb weniger Minuten ist eine riesige Rankensäulen aus dem Boden gewachsen, die gut zu erklettern ist – wenn auch nicht für die Pferde. Kurzerhand läßt Andrew die Tiere schweben, und so klettern die Gefährten die Ranke empor.
Immer höher und höher windet sich die Ranke, bis sie schließlich in die Wolken hinein ragt. Als die Gefährten jedoch ebenfalls in die weiße Wand klettern, hören sie über sich Geräusche, und auf einmal fällt eine Gestalt an Andrew vorbei. Geistesgegenwärtig gelingt es dem Magier, den Fallenden mit einem Zauber aufzufangen. Es handelt sich um einen Zwerg mit kupferroten Haaren und einem gepflegten Bart. Kaum daß er sicher auf der Ranke ist, tauchen mehrere Luftschiffe auf, auch sie von Zwergen bemannt. Ihr Anführer stellt sich als Hauptmann Schulz von der Kupferstadt vor. Wie es scheint, hat die wachsende Ranke die fliegende Stadt der Zwerge gerammt, und nun wurde eine Patrouille losgeschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Die Ritter entschuldigen sich für die Ungelegenheiten und erklären die Situation, woraufhin sie in die Kupferstadt zur weiteren Klärung eingeladen werden.
In der riesigen, fliegenden Stadt treffen die Gefährten zunächst auf Major Schneider, der erklärt, Professor Maier würde sich sicher gern mit ihnen unterhalten. Während die Ritter auf den Gelehrten warten, geht Aella mit dem aufgefangenen Zwerg, der sich als Gefreiter Ludwig Brück vorstellt, um sich um die Pferde zu kümmern. Dabei erfährt sie, daß dem Militär in der Kupferstadt ein hoher Rang gebührt. Alles ist sehr hierarchisch und diszipliniert, was Aella, die die lockereren Sitten von Serpentia gewohnt ist, manchmal sehr merkwürdig erscheint.
Währenddessen erfahren die anderen von Professort Maier, daß auch in der Kupferstadt eine junge Frau entführt worden ist: Atraxa Schmitz, ein Fürstentochter und begabte Sängerin. Der Riese tauchte ebenfalls aus einem Sturm auf, aber hier gab es einige Merkwürdigkeiten: Die Zwerge vermuten, daß er aus dem Windsteinland kam, denn dieses ebenfalls fliegende Reich hätte sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der Kupferstadt befinden sollen. Zudem ist bei seinem Angriff ein Stein in der Stadt gelandet, der wohl aus dem Windsteinland stammen könnte. Andrew bittet darum, sich diesen Stein anschauen zu dürfen. Professor Maier erklärt, daß einige politische Fraktionen möglicherweise Einwände haben könnten – er muß das erst mit seinem Vorgesetzten, dem Herzog Schmitz, abklären.
Aber er kann einige andere interessante Dinge über das Windsteinland berichten. So wurde es ursprünglich von drei Personen besiedelt: Tremos Hochfels aus dem Haus Bonisagus, Malefix Krausbart aus dem Haus Verditius und Esrea Sonnenwind aus dem Haus Merinita. Nachdem Tremos Hochfels starb, übernahm sein Sohn Herod Hochfels mit dem Beinamen Wolkenkönig die Herrschaft, seine Ehefrau war (oder ist) Lady Shalia, eine Elfe. Außerdem wird noch von Abrax und Theodor Krausbart aus dem Haus Verditius berichtet.
Da sich an diesem Abend nicht mehr viel untersuchen läßt, begeben sich die Ritter und Aella zur Ruhe. Am nächsten Morgen sind sie zum Frühstück bei Herzog Schmitz geladen, aber als sie ankommen, sind nur die Herzogin und Professor Maier anwesend. Der Herzog befindet sich immer noch in einer Besprechung über das weitere Vorgehen wegen der Entführung seiner Tochter. Aber ein anderer Gast ist anwesend: Sir Quidad, der ebenfalls auf der Suche nach Aischa war. Er ist am letzten Abend auf der Spur des Riesen mit einem Adler eingetroffen. Er kann den anderen erzählen, daß er unterwegs Ruairigh auf dem Schneemarkt getroffen hat. Lugrio der Narr befand sich bei ihm, nicht jedoch Sir Maolorain. Ruairigh machte einen sehr niedergeschlagenen und traurigen Eindruck, sodaß Sir Quidad ihn zunächst zu Freunden im Buchenhain brachte und ihm versprach, ihm bei der Rückreise in die Menschenreiche zu helfen. Die Ritter sind etwas besorgt um Ruairigh und überlegen, aufzubrechen, um ihm zu helfen. Nebenher berichtet Sir Quidad auch noch, daß die Mühlengnomin Lucy ebenfalls von dem Riesen entführt wurde. Genau wie Atraxa hat auch Lucy eine sehr schöne Stimme.
Schließlich, als die anderen fertig gefrühstückt haben, stürmt Herzog Schmitz wutschnaubend ins Zimmer: Der Rat hat beschlossen, nur noch diesen einen Tag mit der Suche nach Atraxa zu verbringen. Immerhin hat er eine Erlaubnis, den Stein zu sehen, für die Gefährten erwirkt.
Als Andrew sich mit dem Stein unterhält, erfährt er, daß dieser Stein einst ein metallenes Gefäß umschloß, in dem eine Art Windelementar eingesperrt war. Durch ein Erdbeben konnte sich der Elementar befreien, der Behälter wurde gesprengt und fiel auf die Kupferstadt. Mittels einer arkanen Verbindung kann Andrew den Rest des Behälters ausfindig machen, nicht jedoch das Windsteinland. Da die Ritter ohnehin beschlossen haben, zunächst nach Ruairigh zu sehen und auch keine anderen Spuren haben, bitten sie die Zwerge, sie dorthin auf den Erdboden zurückzubringen. Herzog Schmitz stimmt zu: Er ist ohnehin der Meinung, die Gefährten sollten die Kupferstadt so schnell wie möglich verlassen, da einige der anderen politischen Fraktionen sonst versuchen könnten, sie wegen der Sache mit der Bohnenranke festzusetzen.
Die Abreise erfolgt relativ hektisch; Sir Quidad (dessen Adler wieder weggeflogen ist) beschließt, die Gefährten zunächst zu begleiten. Unterwegs aber wird das Luftschiff, die Forelle, von Bronzezwergen angegriffen und geentert. Während des folgenden Kampfes wird Colleen schwer verletzt. Dann schießen die Feinde auch noch mit einer Art Katapult auf die Forelle, was das Schiff zum Abstürzen bringt. Glücklicherweise besteht es aus Metall, sodaß Andrew den Absturz abfangen kann. Dennoch ist es eine harte Landung, und Sir Lucien, der gerade noch in einen Kampf verwickelt war, wird ebenfalls verletzt.
Zusammen mit Ludwig Brück, dem einzigen überlebenden Kupferzwerg, fliehen die Gefährten mit Hinz, Kunz und Sir Quidad von dem Wrack der Forelle, denn die Bronzezwerge sind nicht weit. Sir Quidad kennt die Gegend und führt die anderen zu einer sicheren Höhle, wo Aella und er Colleen und Sir Lucien versorgen. Dennoch werden die beiden noch einige Zeit brauchen, bis sie sich völlig erholt haben. Sir Quidad schlägt vor, sie bei einigen Bekannten von ihm in der nahen Waldstadt unterzubringen.
So geschieht es dann auch, und Andrew, Sir Quintus, Sir Quidad, Aella, Hinz und Kunz brechen ohne das Ehepaar in Richtung Buchenhain auf. Auch Ludwig Brück wird sie begleiten, da er im Moment keine Möglichkeit sieht, zur Kupferstadt zurückzukommen. Da sie die Spur des Sturmriesen verloren haben, wollen sich Andrew und Sir Quintus nun zunächst um Ruairigh kümmern. Aber als sie im Buchenrain ankommen, ist der Ire nicht mehr dort: Nur ein Hauch seiner traurigen Musik ist in der Luft verblieben.
Im nächsten Dorf erhalten die Gefährten Auskunft, allerdings nur gegen kleine Dienstleistungen: So müssen sie den Boden fegen, ein Hemd nähen und eine Tür streichen und mit Scharnieren nebst einem Schloß versehen. Immerhin erfahren sie, daß Ruairigh und Lugrio hier waren und zum Reich der Klingenden Silberwiesen weitergereist sind. Um dorthin zu kommen, genügt es, an einem bestimmten Hügel ein trauriges Lied zu pfeifen. Außerdem stellt sich heraus, daß Marakor und seine Spießgesellen ebenfalls hier waren, sich aber nicht sonderlich beliebt gemacht haben. Wo die sieben Dornenelfen hingegangen sind, wissen die Dörfler nicht.
Als Aella sich an diesem Abend schlafen legt, hat sie einen prophetischen Traum: Sie sieht eine riesige Säule, die mehrere Gestalten emporklettern: Eine sehr große, zwei kleinere, die aber schon weit oben sind, und dahinter sieben andere. Als sie ihren Traum erzählt, sind die anderen teils beruhigt und teils besorgt: Beruhigt, weil Ruairigh aus irgendwelchen Gründen auf derselben Spur zu sein scheint wie sie, besorgt, weil sich Marakor hinter ihm befinden mag. Schnell brechen sie zu den Klingenden Silberwiesen auf. Dort können sie in einiger Entfernung schon eine riesige Ranke erkennen, die sich noch frisch in den Himmel windet. Als sie darauf zuhalten, kommt ihnen Semper Advenit entgegen, das Pferd, mit dem Ruairigh aufgebrochen ist. Der Wallach scheint genau zu wissen, wo er hin will, und nach kurzem Zögern geben die Serpentianer ihre Pferde ebenfalls frei, um ihm zu folgen. Die Ranke, die von einem heftigen Sturm umtost ist, wären sie wohl nur unter größsten Schwierigkeiten hochzuschaffen.
Der Aufstieg erweist sich als ebenso mühsam wie riskant: Der ständige Wind macht das Emporklettern schwierig, und etwa auf der Hälfte wird Sir Quidad weggerissen und verschwindet im Sturm, ohne daß ihm noch jemand helfen kann. Der Rest kann die Ranke erklimmen, bevor sie zu welken beginnt, wenn es auch knapp ist. Sie kommen in einem weiten Brunnenschacht heraus und rasten zunächst in einer größeren Höhle, die seitlich von dem Schacht weggeht.
Als Sir Quintus den Schacht weiter hoch klettert, sieht er neben dem Brunnen die Leichen einiger merkwürdiger schweineähnlicher Gestalten liegen. Bevor er sich wieder zurückziehen kann, tauchen einige lebende dieser „Schweinchen“ auf und verfolgen ihn in den Schacht hinein. Dort fliehen die Gefährten vor ihren zahlreichen Verfolgern und können sich in eine abgeschlossene Höhle retten, wo sie zunächst ausruhen. Dann bohrt Andrew einen Schacht nach oben, der im Keller eines zerfallenen Hauses endet. Wieder ist es Sir Quintus, der sich an die Erforschung macht: Er stellt fest, daß sie sich auf einer Gruppe aus fliegenden Inseln befinden, die eine gewaltige Größe erreichen. Auf der Insel, auf der sie sich im Moment befinden, ist eine Stadt errichtet, die aber verlassen und verwüstet erscheint. Außer gelegentlichen Schweinchen-Patrouillen kann Sir Quintus keine anderen lebenden Wesen entdecken. Auf dem höchsten Punkt dieser Insel steht ein großes Schloß. In einem der Fenster brennt noch Licht.
Nachdem Sir Quintus den anderen berichtet hat, beschließen sie, sich zunächst zu dem Schloß zu begeben, um zu sehen, ob auch dort die Schweinchen hausen oder ob vielleicht noch einige Menschen dort leben. Als sie sich jedoch dem Eingangstor nähern, spürt Andrew, daß er eine Aegis durchschreitet, und prompt können Hinz und Kunz den anderen auch nicht folgen. Die beiden Knappen werden an der Treppe warten, während die anderen – Sir Quintus, Andrew und Aella – das Schloß erforschen. Vor dem großen Tor in der Außenmauer stehen zwei merkwürdige Gestalten Wache: Sie sind vage menschenähnlich, sehen jedoch aus wie weiße Scherenschnitte und scheinen tatsächlich aus Papier zu bestehen. Auf ihren Stirnen ist eine Tulcrus-Rune, wie auch Lin Chou Yüan sie benutzt, geschrieben, und in den Händen tragen sie Hellebarden. Sie versperren den drei Serpentianern jedoch nicht die Tür – im Gegenteil: Das Tor öffnet sich vor ihnen, und eine weitere Papiergestalt mit einer anderen Rune auf der Stirn führt sie ins Innere des Schlosses.
Dort bringt er (es?) sie in einen gemütlich eingerichteten Raum, in dem ein kleines Feuer brennt. Vor dem Kamin sitzt eine schöne junge Frau, die melancholisch in die Flammen starrt, außerdem sind auch Ruairigh und Lugrio der Narr anwesend. Vor allem Ruairigh ist ein wenig überrascht, Andrew, Quintus und Aella hier zu sehen, wenn auch nicht sehr begeistert. Nach seinem Aufbruch von Serpentia haben er und Sir Maolorain zunächst den Schneemarkt besucht, wo Ruairighs Schwiegervater dann eines Nachts plötzlich verschwand. Wohin er ging, konnte niemand sagen, aber die Wirtin der Herberge, in der sie übernachtet hatten, gab Ruairigh eine Haselnuß und wies ihn an, sorgfältig darauf aufzupassen. Vorher schon war Lugrio aufgetaucht und hatte Ruairigh die Scheide seines Schwertes übergeben, das er in Morgenrot verloren hatte. Er behauptete, auch die Klinge zu haben, die er Ruairigh geben würde, wenn dieser eine Queste für ihn erledigen würde. An dem Morgen, als Sir Maolorain verschwand, verlor auch Lugrio etwas: Nämlich seine Stimme. Immerhin konnte er Ruairigh mit Gesten klarmachen, daß er nicht zurück in die Menschenlande könne, solange er die Queste nicht erfüllt hätte. Daraufhin betrank sich der Ire zunächst einmal. Sir Quidad, den er in der Schenke traf, versprach, ihm zu helfen und brachte ihn nach Buchenhain. Von dort aus brachen Ruairigh und Lugrio wieder auf und kamen in das Reich der Klingenden Silberwiesen. Dort trafen sie eine Mondfee namens Lura, die ihnen von einem Riesen erzählte, der Maiden mit schönen Stimmen mit sich nehmen würde. Auf diesen Riesen wartete sie, und er tauchte auch prompt auf. Ruairigh und Lugrio folgten ihm die Bohnenranke empor, verloren ihn dann aber zunächst aus den Augen. Im Schloß angekommen, wurden sie von der Mutter der jungen Frau, die jetzt am Feuer sitzt, empfangen, die ihnen folgende Geschichte erzählte: In diesem Reich geht die Herrschaftsfolge von Vater auf Sohn über, sollte es keinen Sohn geben, so ist der Ehemann der Tochter der nächste rechtmäßige Herrscher. Vor einiger Zeit nun war Herod Hochfels in hohem Alter verstorben und hinterließ nur eine Tochter, Prinzessin Airi. Diese sollte nun, um das Reich zu retten, den Riesen Prinz Njelfe heiraten, aber einige Tage vor der Hochzeit verlor sie ihre Stimme. Jetzt entführt der Riese aus Kummer andere Maiden mit schönen Stimmen, in der Hoffnung, Airis Stimme unter ihren zu finden. Bisher konnte Airis Mutter ihn noch nicht davon abhalten. Die Schweinchen gehören zu dem Riesenprinzen und haben die Stadt besiedelt, nachdem alle anderen Bewohner nach dem Tod des Königs das Windsteinland verlassen haben. Darunter waren auch die Bediensteten des Schlosses, deren Platz nun von den Papierdingern eingenommen wurde.
Einiges von dieser Erzählung kommt den Serpentianern merkwürdig vor, aber im Moment haben sie nicht die Möglichkeit, viel zu tun. Prinzessin Airi – das Mädchen am Feuer – ist schon zu Bett gegangen, und auch den Gefährten wurden Zimmer zugewiesen. In dieser Nacht versuchen sie, das Schloß näher zu erkunden, aber die Papierwächter vertreten ihnen öfter den Weg, und da es sehr viele davon gibt, wollen sie es nicht auf einen offenen Kampf ankommen lassen. Immerhin finden sie heraus, daß der Bergfried besonders gut bewacht wird. Möglicherweise befinden sich die entführten Maiden dort. Außerdem fällt auf, daß die beiden Mäuse, die durch die Zimmer huschen, außergewöhnlich zahm und zutraulich sind. Es gibt auch zwei Katzen: Eine kleine und eine sehr große, ein Kampfkater mit nur einem Ohr, der die Mäuse fressen will.
Andrew und Quintus haben Ruairigh die Verwandlungstränke übergeben, aber als er einen davon ausprobiert, passiert gar nichts. Möglicherweise liegt es an der Aegis, obwohl sie normalerweise magische Gegenstände nicht behindern sollte. Während Ruairigh damit herumprobiert, taucht im Gang plötzlich eine vertraute Gestalt auf: Hugo, der Barde, befindet sich plötzlich im Feenreich! Dabei sollte er eigentlich nur etwas für Gilad aus einem alten Haus in Damaskus holen… Sir Quintus ist jedenfalls nicht sonderlich begeistert über das Auftauchen seines „Hofbarden“.
Am nächsten Morgen werden die neuen Gäste von der Schloßherrin begrüßt. Sie ähnelt im Aussehen Lin Chou Yüan ein wenig – möglicherweise entstammt auch sie dem Land Ch´in. Sie stellt sich als Baronin Candia Weißfels vor und behauptet erneut, Airis Mutter und die Witwe des Königs zu sein. Auch erklärt sie, daß Airi und der Riese Njelfe sich lieben würden – was sich kurz darauf beweist, als der Riese, der seine Größe zwischen der eines großen Mannes und acht Mannslängen ändern kann, die junge Frau zu einem Spaziergang abholt und sie freudig mit ihm geht. Dies wirft einige Theorien, daß Airi ihre Stimme selbst weggeschickt hat, über den Haufen. Nach dem Gespräch mit der Baronin sind die Gefährten zunächst ein wenig ratlos: Es ist klar, daß Candia lügt, aber was geht wirklich vor?
Während sie noch überlegen, was als nächstes zu tun ist, kommt die kleinere Katze zu ihnen und fordert sie mit ausdrucksvoller Mimik und Schweifwedeln auf, ihr zu folgen. Hinter dem kleinen Tier verlassen die Gefährten das Schloß und kommen auf eine hochgelegene Wiese dahinter. Dort steht ein alter Doppelturm, in dem sich eine Eule aufhält, die Sir Quintus ein Amulett gibt, das es ihm ermöglicht, mit den Tieren zu sprechen. Die Eule stellt sich als Theodor Krausbart aus dem Haus Verditius vor, und auch die kleine Katze ist ein verzauberter Mensch: Die Köchin Walthraud. Theodor erzählt, daß vor einiger Zeit Herod Hochfels und seine Frau eine neue Köchin angeheuert hätten, die erstaunliche Gerichte zu bereiten verstand: Candia. Doch die Frau vergiftete den König, seine Frau und den Hofmagier Abrax Krausbart, Theodors Lehrmeister. Ein Teil des Hofstaates wurde in Tiere verwandelt – auch die beiden Mäuse, die in Wirklichkeit die Dienstmädchen Anna und Emma sind. General Zwillich und Haushofmeister Nötz sind ebenfalls Mäuse, und der Koch Willi ist ein Hund. Der zweite Kater gehört zu Candia und heißt Pest, zusätzlich gibt es noch eine Giftschlange, die der Hexe dient. Nachdem diese die königliche Familie vergiftet hatte, legte sie einen Zauber über Airi, damit die Prinzessin ihre Lügenmärchen glaubt. Aber der Zauber wirkt nur tagsüber: Dann sind Airis Augen hellblau. Nachts nehmen sie wieder ihre normale braune Farbe an, und die junge Frau weiß ganz genau, wer sie ist. Wie genau ihre Stimme abhanden gekommen ist, wissen die Tiere auch nicht, aber kurz danach hat der Hofnarr, der nicht verzaubert wurde, das Schloß verlassen. Jetzt stellt sich heraus, daß Lugrio, der Ruairigh hierhergebracht hat, jener Hofnarr ist. Die Prinzessin übergab ihm vor seiner Flucht eine kleine Papiermuschel, in der man tatsächlich Geräusche hören kann – allerdings nicht nur von einer Stimme, sondern von zwei! Offenbar ist Lugrios Stimme ebenfalls von der Muschel eingefangen worden. Zwar scheint es, als hätte die Hexe selbst Airis Stimme gestohlen – das Papier weist deutlich darauf hin -, aber möglicherweise gelang es der Prinzessin, die Muschel wieder an sich zu nehmen und mit Lugrio fortzuschicken.
Der Riese hat die Maiden auf das Geheiß der Hexe entführt, die in Wahrheit seine Mutter ist. Er hat ein recht einfaches Gemüt und mag Airi wirklich gern, aber er gehorcht seiner Mutter aufs Wort. So hat sie ihn angewiesen, die Prinzessin nicht zu küssen, was er bisher auch nicht getan hat. Möglicherweise, so vermuten die Serpentianer, könnte sein Kuß den Bann, der auf ihr liegt, brechen. Immerhin wissen die Tiere, daß er mittlerweile sieben Maiden entführt hat: Zusätzlich zu Aischa, Mariala, Lucy, Atraxa und der Mondfee noch zwei andere: Die Nixe Sechell und die spanische Adlige Estelle. Sie werden im Bergfried in Käfigen gefangengehalten. Aus ihren Stimmen will Candia eine neue für Airi erschaffen.
Die Aegis um das Schloß wurde von Theodors Meister gesprochen. Um in den magischen Schutzschirm eingeladen zu werden, braucht man ein bestimmtes Amulett. Lugrio besitzt eins davon, und Ruairigh ebenfalls. Da er es nicht sehr dringend benötigt, gibt er es an Andrew weiter, der jetzt seine Magie auch im Schloß wirken lassen kann. Während Ruairigh mit Sir Quintus, Hugo, Aella, einigen Tieren und dem Verständigungsamulett zum Schloß zurückkehrt, um dort weitere Nachforschungen anzustellen, bleibt Andrew mit Ludwig beim Turm zurück. Dort versucht er – allerdings vergeblich -, in die alte Bibliothek des Bundes zu kommen. Allerdings ist sie zu gut gesichert, und so muß er diesen Versuch gegen Abend aufgeben. Immerhin finden sich in dem alten Labor noch fünf Tränke, mit denen mit sich in eine Ratte verwandeln kann, die der Magier vorsorglich mitnimmt.
Die anderen lassen sich von den Mäusen und Walthraud ein wenig durchs Schloß führen. Die allgegenwärtigen Papierwächter machen ihnen tagsüber viel weniger Schwierigkeiten als nachts, und so kann Sir Quintus sogar Candias persönlichen Raum unter dem großen Gästegebäude finden. Er ist laut der Tiere immer abgeschlossen, und auch jetzt versucht Quintus nicht, heimlich einzudringen. Währenddessen erleben die anderen, wie Airi und der Riese zurückkehren. Sie können kurz mit Njelfe sprechen, erfahren aber wenig. Allerdings stellen sie fest, daß der Riese wohl eigentlich ein gutes Herz hat.
Schließlich treffen sich alle in einer versteckten Höhle im Palastgarten wieder. Hier planen sie ihr weiteres Vorgehen: Zunächst werden Hugo und Ruairigh die Verwandlungstränke von Kräuter-Mitzi nutzen und in den Bergfried fliegen, um dort nach den Maiden zu sehen. Danach werden sich Andrew und Quintus unter dem Schloß durchgraben, um Candias verschlossenen Raum einmal genauer zu untersuchen.
Erst gegen Abend geht es los: Dann trinken Hugo und Ruairigh jeweils die Hälfte eines Verwandlungstranks und werden zu Eulen. Um sicher zu gehen, daß nichts schiefgeht, bekommt Ruairigh das Übersetzungsamulett mit, und Hugo wird das Einladungsamulett überlassen. Problemlos gelangen die beiden Eulen in den Bergfried, und dort finden sie tatsächlich sieben stumme Frauen in verschiedenen Vogelkäfigen in einem riesigen Raum. Als Hugo jedoch Aischa sieht, ist er von der Schönheit dieser Magierin so betört, daß er zu ihr fliegt und sich das Amulett widerstandslos vom Bein nehmen läßt. Da sie jetzt wieder zaubern kann, verläßt sie ihren Käfig und versucht, allein zu fliehen. Ruairigh versucht sie zu überzeugen, noch eine Weile zu warten, damit alle fliehen können, aber die anderen sind Aischa egal. Also nimmt Ruairigh ihr das Amulett nach längerem Kampf wieder ab, woraufhin Aischa stürzt – glücklicherweise genau in das kleine Becken der Wassernixe Sechelle, sodaß ihr nichts passiert. Aber der Lärm hat den Riesen auf den Plan gerufen, der jetzt nach dem Rechten sieht. Nach einigem Suchen entdeckt er Aischa im Nixenbecken. Glücklicherweise wundert er sich nicht allzu sehr, wie sie dorthin gekommen ist, sondern beschränkt sich darauf, sie wieder in ihren Käfig zu setzen und trocken zu pusten. Nachdem er gegangen ist, verlassen auch Ruairigh und Hugo den Bergfried wieder.
Zurück bei den anderen erhält Andrew das Einladungsamulett zurück. Er macht sich mit Sir Quintus auf den Weg in den Garten, da er mit seinem Gang unter der Einladungshöhle beginnen will. Zunächst klappt alles nach Plan, und die beiden Männer erreichen Candias Zimmer. Dort jedoch werden sie von einem Sturm an scharfkantigen Papierzetteln attackiert, von denen die meisten allerdings an Andrews Parma oder seinem Schild hängenbleiben. Dennoch bleibt nur wenig Zeit für eine Untersuchung des Raumes: Nur ein paar verschlossene Fläschchen kann der Magier einsammeln. Sir Quintus, der nicht über eine Parma verfügt, bleibt außerhalb des Raumes.
Gerade als Andrew dabei ist, zu gehen, ertönt ein helles Ratschen, und eine Lanze aus festem Papier schießt aus der dem Gang gegenüberliegenden Wand. Zwar gelingt es Andrew, den Gang so schnell zu schließen, daß ein Teil der Lanze darin steckenbleibt, aber dennoch wird er von ihr getroffen und leicht verletzt. Gemeinsam verlassen die beiden Männer diesen Teil der Burg wieder. Andrew kehrt zu den anderen zurück, aber Sir Quintus will noch einmal in die Stadt gehen, um seine Rüstung zu holen, die er dort versteckt hat.
Aber das Glück ist ihm zunächst nicht hold: Er wird von drei Dornenelfen aufgehalten, die immer noch in der Stadt sind, da sie die Burg wegen der Aegis nicht betreten können. Sie nehmen ihn gefangen und wollen ihn zu ihrem Anführer bringen, aber unterwegs werden sie von einer Horde Schweinchen überfallen und Sir Quintus kann fliehen. Allerdings wird er von drei der Schweinchen verfolgt. Im Zweikampf tötet er ihren Anführer, woraufhin die anderen beiden Krieger nach kurzer Überlegung erklären, er müsse der neue Unterchef sein – schließlich hat er den alten getötet. Er muß sich nur noch von dem Großen Chef – dem Riesen Njelfe – bestätigen lassen. Bevor er das in Angriff nimmt, will Quintus jedoch immer noch seine Rüstung holen. Aber er muß feststellen, daß die Dornenelfen ausgerechnet in dem Haus, in dem die Gefährten ihre Sachen versteckt haben, untergekommen sind. Gruulka, eines der beiden Schweinchen – die sich selbst „Orks“ nennen -, erzählt dem Ritter, daß die Elfen zwei kleine Gefangene haben. Offenbar sind Hinz und Kunz erwischt worden und befinden sich jetzt in Marakors Gewalt.
Da Sir Quintus allein nicht viel gegen sieben Stahldornenelfen ausrichten kann, kehrt er zunächst mit Gruulka zur Burg zurück, um Njelfe um eine Bestätigung seines Titels zu bitten.
Währenddessen haben Andrew und Ruairigh beschlossen, nicht länger zu zögern, sondern Airi noch in dieser Nacht aus der Gewalt ihrer Stiefmutter zu befreien. Dazu verwandeln sie sich mit dem letzten von Mitzis Tränken in Hunde. Willi, der Koch, ebenfalls ein Hund, bekommt einen der Rattentränke umgebunden, zusammen mit einer Nachricht, die der Prinzessin den Plan erklärt. Aber als die drei Hunde ungehindert von den Papierwächtern, die Tiere normalerweise nicht beachten, in Airis Zimmer kommen, liegt die junge Frau in tiefem Schlummer und ist nicht zu wecken. Schließlich jedoch findet Willi einen mit Tulcrus-Runen beschriebenen Zettel unter ihrem Bett. Es gelingt ihm, das Blatt zu zerfetzen. Aber kaum ist Airi erwacht, als die auch in diesem Zimmer stationierten Papierwächter die drei Hunde angreifen. Es kommt zum Kampf, bei dem das Bett Feuer fängt. Da Willi unter dem brennenden Bett eingeklemmt ist, verwandelt sich Andrew zurück, hebt das Bett an und erklärt Airi schnell ihr Vorhaben.
Nachdem die Prinzessin den Trank getrunken und sich in eine Ratte verwandelt hat, verlassen sie den brennenden Raum. Aber auch im Vorzimmer stehen fünf Papierwächter, die zwar nicht auf die Tiere reagieren, wohl aber auf Andrew. Der fordert die anderen auf zu fliehen, er werde schon irgendwie nachkommen. Aber Ruairigh beschleicht auf dem Gang ein ungenehmes Gefühl: Immerhin ist der Magier schon verletzt und durch etliche Sprüche ziemlich erschöpft. Als er in das Vorzimmer zurückkommt, sieht er Andrew in einer großen Blutlache am Boden liegen, durchbohrt von einer Hellebarde. Rasch verwandelt auch er sich in einen Menschen und wirft den jetzt aufmerksam gewordenen Papierwächtern seine Haselnuß entgegen. Und tatsächlich – wie er es schon vermutet hat, steht statt der Haselnuß plötzlich Sir Maolorain im Zimmer und beginnt, aus den Wächtern Papierschnipsel zu machen. Währenddessen kümmert sich Ruairigh um Andrew, der noch am Leben ist, aber heftig aus seiner tiefen Wunde blutet und das Bewußtsein verloren hat.
In der Zwischenzeit ist es Sir Quintus gelungen, den Riesen zu wecken und sich von ihm als Unterführer der Orks bestätigen zu lassen. So treffen Ruairigh und Sir Maolorain ihn mit Gruulka im Hof bei Aella, Ludwig und Hugo. Auch Willi der Hund und Airi die Ratte sind anwesend. Während sich Aella um Andrew kümmert, sieht der Rest, daß der gesamte Turm, in dem sich Airis Zimmer befand, begonnen hat zu brennen. Schließlich bemerkt es auch Njelfe: Hastig kommt der Riese aus dem Bergfried gestürmt und versucht, seine geliebte Prinzessin zu retten. Doch als er sie nicht finden kann, nimmt er an, daß sie in den Flammen umgekommen wäre und beginnt, die Burg auseinander zu nehmen.
Ruairigh, Sir Quintus und Gruulka stürmen zu ihm, um ihn zu beruhigen, denn in seinem Wutausbruch könnte er die Windbehälter, die die Inselgruppe in der Luft halten, lostreten. Ein solcher Windbehälter war es auch, der in der Kupferstadt eingeschlagen hat: Offenbar ist es nicht das erste Mal, daß der Riese herumwütet. Doch es dauert eine Weile, bevor sie, Njelfe beruhigen können und ihn überzeugen, daß seine Geliebte noch am Leben ist – nur im Moment eine Ratte. Während der Riese auf den Sonnenaufgang wartet, überzeugt Sir Quintus ihn, die sieben Maiden aus seinem Bergfried freizugeben. Schließlich haben sie Airis Stimme mittlerweile gefunden. Nach kurzem Zögern stimmt Njelfe zu und holt die Maiden aus ihren Käfigen. Die befreite Nixe wird kurzerhand in einen Bierkrug gesteckt.
Mittlerweile macht sich Ruairigh daran, Airi und Lugrio ihre Stimmen wiederzugeben. Dazu muß er erst die eine, dann die andere mit einem passenden Lied aus der Papiermuschel hervorlocken, was ihm hervorragend gelingt. Gerade als die Sonne aufgeht, erhält Airi nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre menschliche Gestalt wieder – und der Bann beginnt, erneut zu wirken. Njelfe, der sie jetzt endlich sieht, ist über ihre Rettung so erleichtert, daß er sie in die Arme schließt und küßt. Damit jedoch bricht er den Zauber der Hexe, und Airi wendet sich von ihm ab.
In der Zwischenzeit hat Andrew das Bewußtsein wiedererlangt. Es geht ihm trotz der schweren Wunde erstaunlich gut, und er entschließt sich, Sir Quintus, Gruulka und Njelfe in die Stadt zu begleiten, wo diese die Dornenelfen vertreiben und Hinz und Kunz befreien wollen. Mit Hilfe einiger weiterer Orks gelingt das auch problemlos, allerdings können Marakor und seine Spießgesellen entkommen. Hinz und Kunz sind bis auf einige blaue Flecken unversehrt.
Mittlerweile hat Ruairigh sich um die befreiten Maiden gekümmert. Aischa allerdings hat mehr Interesse an einem anderen Retter: Dem edlen Sir Maolorain, der sie wohl ebenfalls sehr anziehend findet. Als Quintus und die anderen mit Hinz und Kunz aus der Stadt zurückkehren, kommt er allerdings mit ihnen: Noch gilt es, die Hexe Candia und die gestohlenen Stimmen der sieben Maiden zu suchen. Sie ist schnell gefunden: Sie befindet sich im Nebenraum neben dem Zimmer, in das Andrew und Quintus eingedrungen sind. Es handelt sich hier wohl um ihr Labor.
Als die Gefährten es betreten, bietet sich ihnen ein kurioser Anblick: Sieben goldene Lichtkugeln fliegen durch die Luft und schnattern und zetern, was das Zeug hält. Die bedrängte Hexe hat sich in eine Ecke zurückgezogen, hält sich verzweifelt die Ohren zu und schlägt ihren Kopf gegen die Wand. Offenbar hat das Stimmengewirr sie in den Wahnsinn getrieben. Die Gefährten unterstützen ihre Bemühungen, das Bewußtsein zu verlieren, durchaus erfolgreich und fesseln die Ohnmächtige dann. Nach einigem Wirrwarr können den Maiden dann auch die passenden Stimmen wiedergegeben werden.
Danach beruhigen sich die Gemüter wieder ein wenig. Allerdings macht Airi klar, daß sie Njelfe nicht liebt und eigentlich auch nicht heiraten will. Aber der Riese bleibt nicht lang allein: Lura, die Mondelfe, möchte ihn gerne heiraten. Zunächst zögert er noch, aber nachdem er sie singen gehört hat, stimmt er zu.
In den nächsten Tagen gelingt es Andrew, die Bibliothek des Bundes doch noch zu öffnen. Dort findet er eine Beschreibung, wie der König des Windsteinlandes bestimmt wird: Er muß aus Tremos Hochfels´ Blutlinie sein und vor dem Hauptstein unter dem Bergfried zum König gekrönt werden. Es steht nirgendwo direkt geschrieben, daß der König ein Mann sein muß, wie es die Überlieferung behauptet. So wird Airi zum König des Windsteinlandes gekrönt, das nun endlich wieder einen Herrscher hat.
Njelfe erklärt sich bereit, die Maiden wieder nach Hause zu bringen. Aischa allerdings wird von Sir Quintus, Hugo, Aella, Hinz und Kunz in die Fünf Reiche eskortiert, während Ruairigh und Sir Maolorain mit Lucy, der Mühlengnomin reisen werden. Andrew und Ludwig schließlich werden Atraxa Schmitz in ihre Heimat begleiten. So trennen sich die Wege der Gefährten: Ruairigh kehrt ohne weitere Zwischenfälle in den Goldenen Frühlingswald zurück. Andrew lernt in der Kupferstadt vor seinem Abschied noch die Oper kennen. Da Ludwig Brück in allen Ehren aus dem Dienst entlassen wird, begleitet er den Magier nach Serpentia, um sich dort als Grog anheuern zu lassen. Da Andrew aber noch auf die Suche nach Sir Quidad gehen möchte, machen sie auf ihrer Heimreise einen kleinen Umweg, bis auch sie bei Fionnuala eintreffen. Sir Quidad ist tatsächlich schon vor ihnen.
Bevor Aischa und die anderen die Windsteinstadt verlassen, hat Andrew ihr noch erklärt, daß sie Serpentia für die erfolgte Rettung einen Gefallen schuldig sei. Er würde die Sache als erledigt betrachten, wenn sie in nächster Zeit einmal mit ihrem Lehrling und dessen Bruder zum Schneemarkt reisen würde. Dies ist mit Rhys abgesprochen: Er hofft, dort mit seinen Söhnen sprechen zu können.
Quintus, Hugo und die anderen werden auf ihrem weiteren Weg von Gruulka, der Orkin, begleitet, die eine starke Zuneigung zu Hugo gefaßt hat. Auch sie will in Serpentia als Groga anheuern.
Im Reich der Fünf Rosen wird Sir Quintus dem Rosenprinzen von Hugo eine halbe Stunde lang mit sämtlichen Taten und Ehrentiteln angekündigt, was der Feenherrscher mit beißender Ironie zur Kenntnis nimmt. Immerhin ist er offiziell sehr dankbar für Aischas Rettung, überhäuft Quintus und die anderen mit kostbaren Geschenken und lädt sie zur Hochzeit in einiger Zeit ein. Inoffiziell scheint er nicht allzu beglückt über Aischas Rückkehr zu sein…
Schließlich treffen alle Reisenden – auch Colleen und Lucien, die sich von ihren Wunden erholt haben – beinahe zeitgleich im Goldenen Frühlingswald ein. Hinz und Kunz sind im Windsteinland geblieben, wo es ihnen sehr gut gefallen hat. Bevor sie sich endgültig auf den Heimweg machen, erfährt Andrew noch von Sir Quidads Fluch: Der Ritter kann keine Queste zum Ende bringen. Daher hat er auch keinen besonders guten Ruf. Auf Dauer wird man ihm wohl helfen müssen…
Anfang Winter kehren sie endlich heim, begleitet von Ludwig Brück und Gruulka und im Besitz von vier neuen Büchern, die ihnen Theodor Krausbart geschenkt hat. Auch das Sprachenamulett wurde ihnen überlassen. Eine recht gute Ausbeute für eine Expedition…

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Eine Falle in Jerusalem
Herbst 1198

Andrew, Alen, Rhys, Karl, Hélène, Patrick, Alenka, Pierre

Andrew will erneut versuchen, mit seinem Neffen Vater Andreas, dem Assistenten Gerberts, ein klärendes Gespräch zu führen. Dazu macht er sich einen Plan zu Nutze, den Rhys ursprünglich für ein Treffen mit Stephen und Adrien vorgesehen hatte: Er will Andreas Gerüchte zukommen lassen, daß er sich in einer moslemischen Stadt aufhält, um diesen an einen Ort zu locken, an dem er seine üblichen Beschützer, die Templer nicht mitnehmen kann. Als Stadt wird Jerusalem ausgewählt. Dort soll Rhys Andrew „entdecken“ und zu Andreas eilen, um davon zu berichten. Andrew wird von Alen begleitet, Rhys reist mit Karl, und Hélène, Patrick, Alenka und Pierre werden sich als „unabhängige“ Gruppe in Jerusalem in der selben Herberge einmieten wie Andrew, um im Notfall eingreifen zu können.
Zunächst läuft alles nach Plan: Andrew und Alen treffen als erste in Jerusalem ein, wo sie eine Herberge mieten und sich merkwürdig und sinister geben. Alenka und die anderen kommen kurz darauf an, getarnt als Pilgergruppe, und werden von Andrew eingeladen, doch die Herberge zu teilen. Schließlich kommt Rhys in der Stadt an. Über einige Sprüche verständigen sich die beiden Magier, sodaß Rhys Andrew schließlich am Marktplatz „entdeckt“. Daraufhin verläßt er Jerusalem und reist nach Tripolis. Dort kontaktiert er Andreas, der den Köder ohne Probleme schluckt: In Begleitung eines Salomoniters bricht er zusammen mit Rhys und Karl sofort auf. Als weitere Begleitung nimmt er eine Söldnertruppe unter der Führung eines gewissen Gunther mit, die er offenbar von früheren Kämpfen gegen Dämonisten kennt.
In Jerusalem angekommen, schlüpfen Andreas, Rhys und die anderen in einem Pfarrhaus unter. Den Tag verbringen sie mit der ergebnislosen Suche nach Andrew, und als sie sich am Abend zur Ruhe begeben, verhilft Rhys ihrem Schlaf mit seinem Whiskynebel zu der nötigen Tiefe. Dann dringen Andrew und Alen ins Haus ein und entführen Andreas in den magisch erschaffenen Keller einer zerfallenen Armenhütte, den sie schon für diesen Zweck vorbereitet haben. Alenka, Pierre, Hélène und Patrick sind bei ihnen.
Nachdem Andreas aufgeweckt worden ist, erklärt er sich notgedrungen bereit, Andrews Seite der Geschichte anzuhören. Danach ist er noch skeptisch, denn er hält alle Menschen mit übernatürlichen Kräften für Dämonisten. Als Andrew ihn fragt, wo denn seine eigenen Kräfte herkämen, antwortet er, seine Kräfte kämen natürlich von Gott. Aber auf die Frage, warum nur seine und nicht die anderer Menschen, weiß er keine Antwort und wird nachdenklich.
In diesem Moment wird das Gespräch unterbrochen, denn Patrick, der oben Wache halten sollte, stürzt durch die Falltür in den Raum. Ihm folgen Gunther und zwei seiner Männer. Dann überstürzen sich die Ereignisse: Neben Andreas taucht plötzlich eine dämonische Gestalt auf, die ihn „Meister“ nennt und fragt, ob sie ihm irgendwie helfen kann. Gunther schreit daraufhin „Verräter“ und stürzt sich mit dem Schwert auf Andreas, während Andrew und Pierre den Dämon angreifen. Es gelingt den beiden, die teuflische Gestalt mit ihren Waffen zu durchbohren, ohne selbst Schaden zu leiden. Die Kreatur löst sich daraufhin auf und verschwindet. Alen hat sich Gunther in den Weg gestellt, der wie ein Berserker direkt in das Schwert des Grogs läuft und tot zu Boden fällt. Aber auch Alen ist verletzt: Die Spitze von Gunthers Schwert hat sich durch seinen Arm gebohrt und seinen Bauch geritzt, bevor sie von der Klinge abbrach. Während Hélène sich um den Verwundeten kümmert, fordert Andrew den ziemlich verwirrten Andreas auf, den durch den Dämon möglicherweise verseuchten Boden mittels eines Gebets zu reinigen.
Danach begleiten Andrew und seine Gefährten Andreas und Gunthers Männer zurück zum Pfarrhaus. Dort herrscht einiges Chaos: Das Haus ist mitten in der Nacht von dunklen Gestalten überfallen worden. Glücklicherweise ist Rhys und Karl nichts passiert, aber die restlichen drei von Gunthers Mannen sind tot und der Pfarrer verletzt. Niemand kann sich erklären, wer die dunklen Gestalten waren, oder wie Gunther in der Lage war, Andreas so schnell zu finden – er ist nach Aussage seiner Männer direkt zu der Armenhütte gelaufen.
Eine genauere Untersuchung bleibt jedoch aus, da sich Andrew und Andreas wieder trennen. Der jüngere Mann sagt, er wolle über die Worte seines Onkels nachdenken und Gerbert von Köln einige Fragen stellen. Schon am nächsten Tag verläßt er die Stadt, „zufällig“ auf dem selben Schiff wie Andrew und seine Gefährten. Der Jerbiton hat nämlich den Eindruck, daß immer noch Gefahr bestehen könnte, und daher will er seinen Neffen noch nicht aus den Augen lassen.
An Bord des Schiffes stellt Hélène fest, daß mit Alens Wunde etwas nicht stimmt: Das Fleisch ist entzündet und an den Wundrändern schwärzlich verfärbt. Dies ist keine normale Entzündung, wie der hinzugeholte Salomoniter bestätigt, sondern eine Art dämonisches Gift ist hierfür zuständig. Er selbst kann nicht helfen, aber möglicherweise kennt Joscelin d´Acre, der Meister der Salomoniter, ein Heilmittel. So machen sich Andrew und seine Gefährten, kaum in Tripolis angekommen, auf einen Gewaltritt nach St. George, dem Mutterkloster der Salomoniter, das in einer göttlichen Regio auf einer Insel in einem Wasserfall gelegen ist. Aber für Alen kommt jede Hilfe zu spät: Als sie in St. George angelangt sind, hat sich sein gesamter Körper verfärbt, und es ist offensichtlich, daß er gräßliche Schmerzen leidet. Tückischerweise wird ihn die Krankheit nicht töten, sondern nur weiter und weiter leiden lassen, wie Joscelin erklärt. Andrew erweist seinem Freund daraufhin den letzten Gnadendienst. Die Leiche wird in Tücher eingenäht und mit nach Serpentia genommen, wo Alen seine letzte Ruhe finden soll.
Vorher jedoch machen sich die Gefährten erneut auf den Weg nach Tripolis, wo Rhys und Karl zurückgeblieben sind, um noch einmal nach Andreas zu sehen. Dort stellen sie fest, daß Gerbert auf die unangenehmen Fragen seines Assistenten weniger begeistert reagiert hat: Der junge Mann ist von seinen Pflichten befreit und wird in ein abgelegenes Kloster geschickt, wo er genug Zeit hat, über alles nachzudenken.
Mit ihrer traurigen Last und einer Lösung des Rätsels nicht viel näher kehren die Reisenden nach Serpentia zurück. Dort wird Alen begraben. Seine Frau Daphne zieht sich bei der Nachricht von seinem Tod völlig in sich selbst zurück und spricht seither kein Wort mehr…

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Zu Gast bei den Tierhändlern
Herbst 1198

Padraig, Gwyn, Aella

Um genauere Informationen über das Verhältnis der Tierhändler vom Großen Salzsee und Aladin zu bekommen, brechen Gwyn, Padraig und Aella zunächst nach Aleppo auf. Dort treten sie scheinbar in die Dienste des Pferdehändlers Suleiman, um in seinem Auftrag nach Anatolien zu reisen und Verhandlungen über Zuchtprogramme aufzunehmen. Padraig und Gwyn haben sich zu diesem Zweck als Araber getarnt, und Aella wird als Gwyns griechische Ehefrau ausgegeben.
Nach längerer Reise treffen die drei jungen Leute im Lager der Tierhändler ein. Außer ihnen sind noch drei andere Parteien anwesend: Damaszenische Adlige aus der Familie der at-Tafiri, ein fränkischer Spielmann namens Hugo und seine Leibwache, und ein kleinerer Händlertroß, der aus Anatolien stammt. Die Magd dieser Händler, Nita, ist durchaus nicht schüchtern und beginnt sofort, ihr Interesse an Padraig deutlich zu zeigen, was dazu führt, daß er die erste Nacht in ihrer Umarmung verbringt.
Die drei verbringen einige Zeit mit verschiedenen der Tierhändler, vor allem Aella freundet sich schnell mit der jungen Katalin an. Nach einiger Zeit erfährt sie von ihr, daß die Tierhändlerin, die sich nicht nur sehr gut mit Vögeln versteht, sondern sich auch in einem verwandeln kann, vor einiger Zeit eine sehr enge Freundschaft mit Aladin pflegte. Als er jedoch mehr von ihr wollte, als sie zu geben bereit war, nahm er sich ihre Unschuld mit Gewalt.
Es wird ziemlich schnell klar, daß die drei bestimmenden Figuren in dem Lager die mütterliche Kha-en-Hathor, der gerissene Ranjit Sakuntala und die Werpantherin Persis sind. Nach einiger Zeit fällt Kha-en-Hathor sogar auf, daß an allen drei ihrer Gäste Magie anhaftet, was zunächst zu einigem Mißtrauen führt. Aber Padraig und Gwyn können sich herausreden, und da viele der Tierhändler ebenfalls magisch begabt sind, werden sie danach eher freundlicher behandelt. Kha-en-Hathor erzählt ihnen sogar von einem großen Orden von Magiern, die alle hassen und vernichten wollen, die nicht zu ihnen gehören. Aladin war früher Mitglied dieses Ordens, hat sich jetzt aber losgesagt. Statt dessen hat er sich Magiern zugewandt, die Fähigkeiten ähnlich seinen eigenen haben und ihnen auch einige Kleinigkeiten beigebracht – darunter auch, wie man einen magischen Schutzschirm erstellt…
In der zweiten Nacht, die sie im Lager verbringen, haben sowohl Gwyn als auch Padraig einen Alptraum, der ihnen die Partnerin der letzten Nacht als Sukkubus zeigt: Bei Padraig also Nita, und bei Gwyn Aella. Da Nita auch ansonsten wohl mit allem schläft, was Beine hat, vermutet Padraig, sie könne wohl tatsächlich eine Dämonin sein. Von Persis hat Gwyn in der Zwischenzeit herausgefunden, daß die Händler – Vater, Sohn, Tochter, Wache und Magd – sich offenbar alle geradewegs durch das Tierhändlerlager durchschlafen. Möglicherweise liegt hier eine Verbindung mit Charnas vor.
Padraig beschäftigt sich ein wenig mit dem Barden Hugo, der augenscheinlich in die Tochter der Händler verliebt ist, aber sich nicht traut, sie anzusprechen. Offenbar hat er mit Frauen ebensowenig Glück wie sein Namensvetter aus Serpentia.
In der zweiten Nacht nach ihrer Ankunft im Lager taucht eine weitere Gruppe auf: Etliche erzürnte türkische Bauern, deren Vieh immer wieder von wilden Tieren oder Tierdämonen angefallen wird. In ihrer Begleitung befinden sich zwei bekannte Gestalten: Freder und Georg. Sie sind kurz vor dem letzten Besuch der Serpentianer in dem Lager hier gewesen und haben sich von Jeno, Katalins Bruder, zu Aladins Stadt führen lassen. Dort jedoch, so behauptet Freder, hat Jeno sie verraten, unter Drogen gesetzt und an Aladin ausgeliefert. Nur durch einen glücklichen Zufall gelang ihnen die Flucht. Jetzt sind sie hier, um Jeno für seinen Verrat zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tierhändler jedoch weigern sich, einen von ihnen auszuliefern und erklären, sie würden die Angelegenheit selbst untersuchen. Jenos Version der Geschichte ist, daß die beiden Männer, die er führen sollte, eines Abends, kurz vor der Stadt, plötzlich verschwunden waren. Er behauptet, er sei ebenfalls betäubt, aber aus ihm unbekannten Gründen nicht mitgenommen worden.
Wie sich bei weiteren Nachforschungen herausstellt, ist nicht Aziz Saygun der Herr der Tierhändler, sondern nur ihr Verwalter und Frontmann. Der eigentliche Anführer ist ein gewisser Petru, der sich aber gerade nicht im Lager aufhält. Als Aella versucht, eine Vision über diesen Mann zu bekommen, sieht sie, wie er mit den anderen darüber berät, die Serpentianer an Aladin auszuliefern. Sie beschließen, jemanden von Aladin unbemerkt mitzuschicken, der sich bei ihm einmal umsehen soll – ihr Vertrauen in ihren „Freund“ ist durch die verschiedenen Anschuldigungen und sein Verhalten Katalin gegenüber ziemlich erschüttert. Zum Abschluß der Vision sieht Aella noch einen der Fluggürtel, der sich bei einem der bewußtlosen Serpentianer befindet – irgend etwas besonderes geht davon aus… Möglicherweise, so überlegen die drei, nachdem Aella ihre Vision erzählt hat, hat sich Petru in eben diesen Gürtel verwandelt, aber die Aegis über Aladins Stadt verhindert seine Rückverwandlung. Immerhin haben sie tatsächlich einen der Fluggürtel hier im Lager gesehen.
Noch einen Tag später gibt es wieder Neuankömmlinge: Diesmal eine Abordnung von sieben Templern, die angeblich hier sind, um Streitrösser zu kaufen. Aber da die drei Serpentianer mißtrauisch sind, verfolgen sie nachts den Anführer der Templer, Marcel deLarmaine, in den Vogelhain, wo er sich ausgerechnet mit dem Barden Hugo trifft. Der Barde – von dessen normaler etwas trotteliger Art nichts mehr zu merken ist – informiert den Templer, daß Aladin zu Beginn der Wintersonnenwende Wachen braucht, da er den magischen Schutzschild seiner Stadt erneuern muß. Etwas mürrisch sichert der Templer diese Wachen zu – offenbar gehört er tatsächlich zu den Dienern Baphomets. Bevor die beiden Männer den Hain verlassen, hat Padraig den Eindruck, als würde Hugo zu ihm herübersehen. Hat der Barde bemerkt, daß er belauscht wurde? Hat er es vielleicht sogar darauf angelegt? Die beiden Lehrlinge vermuten, daß der Zwischenfall auf Abbas zurückgehen könnte, der Aladin jetzt endgültig absägen möchte.
Jedenfalls sind diese Informationen wichtig genug, um sofort aufzubrechen und sie dem Rat zu überbringen. Padraig wird sich von den anderen beiden trennen und nach Al-Arama reiten, um dort den schnellen Weg durch das Hermesportal zu nehmen. Zusätzlich macht er sich auch Sorgen darüber, ob Nita nicht vielleicht doch ein Sukkubus war. Die anderen beiden kehren auf dem langen Weg über Aleppo zurück, da sie ja dem Händler Suleiman noch Bericht erstatten müssen. Sie haben Gesellschaft: Der Esel Wölfchen, der gesund und munter im Lager auf weitere Serpentianer gewartet hat, begleitet sie.

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