Serpentia

Goldene Käfer
Sommer 1201

Dáirine, Lin Chou Yüan, Nicola Filius Selin, Carden Ex Miscellanea, Kathy of York, Sir Berengar

Mitten in der Nacht kommen einige Leute durch das Hermesportal nach Caverna in den Bund. Einer davon ist schon bekannt: Nicola, der Lehrling des Primus von Haus Criamon, der schon zu Gwyns Hochzeit in Serpentia war. Er wird von dem Magier Carden Ex Miscellania, dem Ritter Sir Berengar und der jungen Kathy of York begleitet. Die drei Engländer sind auf der Suche nach dem Jungen Martin, Sir Berengars Sohn und Cardens Lehrling. Vor drei Wochen sind merkwürdige goldene Käfer in der kleinen Burg aufgetaucht, in der Carden und Sir Berengar leben, haben sich den Jungen geschnappt und sind davongeflogen. Merkwürdigerweise haben sie sich dabei permanent für ihr schlechtes Benehmen entschuldigt. Als Carden die Spur seines Lehrlings aufnahm, stellte sich schnell heraus, daß die beiden Käfer mit ihm irgendwie nach Damaskus gelangt waren. Dort brach die Spur dann ab. Auf der Suche nach einem geeigneten Hermesportal gelangten die beiden Männer und Kathy nach Caverna, wo Nicola beschloss, sich ihnen anzuschließen – Abenteuer in Damaskus sind schließlich immer interessant!
Da sich keiner der vier sonderlich gut mit der arabischen Sprache oder einheimischen Sitten auskennt, werden Dáirine und Lin sie in die Stadt begleiten und versuchen, ihnen zu helfen.
Erst nachdem sie in Damaskus angekommen sind, fällt Dáirine ein, daß sie irgendwo schon einmal von solchen Käfern gehört hat – magische Gegenstände, die sehr höflich sind. Vor einiger Zeit hatten Paddy und Gwyn einen Zwischenfall mit einem gewissen Khaled Bey, der seinen Feind Hassan Bey auslöschen wollte, indem er einem Djinn befahl, gleich die ganze Stadt zu zerstören. Es war den beiden Lehrlingen gelungen, den Djinn zu befreien, aber Khaled Bey war ihnen entkommen. Er hatte als Wächter einige magische Gegenstände – einen Golem, ein paar Käfer -, die alle sehr höflich waren. Dáirine vermutet, daß hinter der Entführung womöglich ein neuer Versuch Khaled Beys, seinen Feind zu vernichten, steckt.
Als sich die Reisenden ein wenig in der Stadt umhören, erfahren sie, daß diese merkwürdigen Käfer auch hier gesehen worden sind: Ab und zu zieht einer von ihnen nachts in Richtung Nordviertel. Nicola und Lin, die zuerst davon hören, machen sich sofort auf den Weg dorthin.
Das Nordviertel ist ein sehr altes Quartier, das in Ruinen liegt. Niemand, der nicht wirklich muß, geht dorthin, und die wenigen Leute, die dort leben, gehören zu den Ärmsten der Armen. Die Atmosphäre, die über dem Viertel liegt, ist irgendwie merkwürdig, unangenehm. Es scheint dort aber viele Geister zu geben – Nicola, der so etwas sehen kann, bleibt zunächst stehen und führt ein angeregtes Gespräch. Leider vergißt er, Lin zu sagen, mit wem er da gerade spricht, sehr zur Verwirrung des chinesischen Gelehrten…
Später treffen dann auch Dáirine, Sir Berengar und die anderen ein. Als sie ankommen, beobachten sie ein merkwürdiges Phänomen: Die Luft scheint aufzureißen wie ein Papiervorhang, und dahinter kann man eine düstere Höhle erkennen, von bläulichen Licht erhellt. Die Erscheinung hält nur wenige Sekunden an, dann schließt sich der Riß in der Luft wieder. Dieses Phänomen taucht nicht nur einmal auf, sondern wiederholt sich in unregelmäßigen Abständen.
Lin, der die Kraftströme hier untersucht, stellt fest, daß es über dem Nordviertel wohl eine Art Regio geben muß. Irgendeine Kraft manipuliert nun an dieser Regio herum und versucht, sie zu zerstören oder etwas ähnliches – jedenfalls wird das Ganze, wenn es bis zum Ende durchgeführt wird, katastophale Auswirkungen haben, nicht nur auf das Nordviertel, sondern möglicherweise auf die ganze Stadt.
Dáirine und Nicola unterhalten sich mit ein paar armseligen Einwohnern des Viertels. Einer von ihnen, ein gewisser Ein-Bein-Ali, hat gesehen, wie sich einer der goldenen Käfer in der Nähe eingegraben hat. Nachdem er von Lin einige Äpfel geschenkt bekommen hat, ist er bereit, ihm den Ort zu zeigen.
Als Carden dort nachforscht, stellt er fest, daß da tatsächlich ein Käfer unter der Erde liegt, und Lin merkt, daß der unheilvolle Einfluß, der auf die Regio ausgeübt wird, von diesem Käfer ausgehen muß. Daher wird der Käfer ausgegraben und von seiner Position entfernt, worüber er nicht sehr erfreut ist. Schließlich ist es seine Aufgabe, hier als Ankerpunkt zu dienen. Offenbar versucht sein Meister, die Regio zunächst über diese Ankerpunkte zu fixieren und dann auf diese Welt herunterzuziehen. Daher auch die merkwürdigen Bilder – es sind Einblicke in die verborgene Regio.
Carden und Dáirine können den Käfer überzeugen, daß er seine Aufgabe hier nicht mehr erfüllen kann und daher zu seinem Meister zurückkehren muß. Der Käfer zeigt sich einsichtig und macht sich auf den Weg, verfolgt von Kathy und Berengar. Schließlich sehen die beiden, wie er in einer scheinbar leerstehenden Villa in einem der besseren Viertel verschwindet. Da sie nicht allein vorgehen wollen, kehren sie zunächst zu den anderen zurück.
Die haben im Nordviertel von Ein-Bein-Ali erfahren, daß Hassan Bey dort tatsächlich bekannt ist, aber nicht, wo man ihn treffen kann. Ein Gespräch mit Khaled Beys Feind erscheint ihnen auch nicht sonderlich wichtig. Schließlich werden sie wohl demnächst selbst mit Khaled reden können.
Am Abend besuchen Dáirine, Carden und die anderen die alte Villa. Zunächst scheint dort niemand zu sein, aber als die Gruppe das Haus betritt, taucht plötzlich der eiserne Golem auf und bittet sie, doch wieder zu gehen, sonst müßte er sie leider töten. Es kommt zum Kampf, und Sir Berengar und Carden gelingt es, den Golem lahmzulegen. Während sich die beiden Männer noch auf der Treppe zum Keller mit dem merkwürdigen Artefakt herumschlagen, schlüpft Kathy an ihm vorbei. Unten angekommen sieht sie mehrere Käfer und einen kleinen, dicklichen Mann, der hektisch dabei ist, zu packen. Es gelingt ihr, an den Käfern vorbeizukommen und den Mann – Khaled Bey – mit ihrem Dolch zu bedrohen.
Nachdem der Golem besiegt ist, kommen die anderen nach und stellen Kathys Gefangenem ein paar Fragen. Er will zwar eigentlich nicht antworten, aber ein paar Piekser mit dem Dolch reichen aus, um ihn sehr gesprächig zu machen. Er ist tatsächlich für die Entführung von Sir Berengars Sohn verantworlich. Offenbar hat Martin eine spezielle Art von Magie an sich, die Khaled Bey gut brauchen konnte. Jedenfalls hat er begonnen, den Jungen in ein übergroßes Artefakt, eine Art Golem, einzubauen. Da er den Körper bereits teilweise mit dem Metall hat verschmelzen lassen, wird es sicherlich sehr schwierig, das Kind wieder aus der Maschine herauszulösen. Khaled Bey hat auch keine Ahnung, wie man das geschickt bewerkstelligen könnte – darum ging es ihm ja nun nicht.
Wütend beschließen Sir Berengar und Carden, Khaled Bey und sein Artefakt mit nach Serpentia zu nehmen, um dort zu versuchen, den Jungen zu retten. Aber unterwegs zum Bund wird die Gruppe von einer größeren Menge fliegender goldener Käfer angegriffen, die Khaled Bey seinen Wärtern entreißen und mit ihm davonfliegen. Immerhin gelingt es Kathy, den Mann mit mehreren Wurfdolchen zu verwunden und möglicherweise zu töten. Sein wahres Schicksal bleibt aber vorerst im Dunkeln.

*

In Serpentia gelingt es Carden mit ein wenig Unterstützung von Ramitep, seinen Lehrling nach längerer, mühsamer Arbeit wieder von dem Artefakt zu befreien. Dabei wird das Gerät fast vollständig zerstört. Immerhin geht es dem Jungen danach einigermaßen gut, wenn er auch noch sehr verstört ist.
Carden, Sir Berengar, Martin und Kathy brechen kurz danach wieder in ihre Heimat auf

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Frühling 1201 - Bundleben

Anfang Frühling bricht im Bund und in den umliegenden Dörfern ein gefährliches Schwitzfieber aus. Vater Heimeran, der Dorfpriester, sein Lehrling Alexander von Byzanz und der alte Biblitothekar Aiwar as-Saharet werden davon hinweggerafft. Vor allem unter den Kinder wütet das Fieber unnachsichtig: Unter den Toten sind auch Colleens Sohn Sean, Sines Säugling Harold und Alenkas Tochter Tanya.

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Rhys verfaßt ein Tractatus über seinen Spruch „Whirling Mists of Intoxication“. Leider hat er keinen passenden Titel dafür, sodaß es zunächst keinen erhält.

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Andrew öffnet Padraig und Gwyn die Kunst Mentem, damit die beiden in der Lage sind, Botschaften geistig hin und her zu schicken.

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Imogen schreibt einige ihrer Sprüche auf und erledigt damit ihre Bundseason.

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Drachenblut
Frühling 1201

Sir Quintus, Lady Colleen, Pierre, Jochen, Ramitep, Yudur, Dáirine, Aella

Mitten in der Nacht schrickt Sophia Maxima plötzlich hoch: Sie hat das Gefühl, daß ihrer Schwester Margaret etwas schreckliches zugestoßen ist. Nachdem ihr Vater die Magier alarmiert hat, stellt Ramitep fest, daß die junge Frau recht gehabt hat: Marga ist tot.
Zum Zeitpunkt ihres Todes hatte sie sich zusammen mit ihren beiden Kindern Salvus und Maura Ilana in Damaskus aufgehalten. Die beiden Kinder sind, soweit Ramitep feststellen kann, noch am Leben und befinden sich irgendwo in der Salihiya, der Vorstadt von Damaskus.
Sir Quintus will sofort aufbrechen, um nach seinen Enkeln zu suchen und herauszufinden, was mit seiner Tochter geschehen ist. Seine Frau Joanna begleitet ihn, genau wie Colleen, Ramitep, Jochen, Yudur und Aella.
In der Stadt angekommen, suchen die Serpentianer sofort das Haus auf, in dem Salvus und Maura Ilana gefangen gehalten werden. Dort finden sie eine größere Ansammlung Stadtwachen vor: Offenbar hat es in der zerfallenen Hütte einen heftigen Kampf gegeben. Dabei sind einige Leute getötet worden, darunter auch der kleine Salvus Maximus, der von einem verirrten Bolzen getroffen wurde.
Bei den Toten gibt es einige Auffälligkeiten: Einer der Entführer, die hier angegriffen worden sind, hat eine Spinne auf seine Wange tätowiert. Ein anderer ist ein alter Bekannter von Quintus, Hakennasen-Omar, ein Straßenschläger, der zu Nenehs Organisation gehört. Einer der Angreifer kommt hingegen Ramitep bekannt vor: Es könnte sich bei ihm um einen Wachmann handeln, der bisher für die Ibn Usama gearbeitet hat.
Da sich hier keine weiteren Spuren finden lassen, bringen die Serpentianer die Leiche des kleinen Salvus zum Stadthaus. Dort trennt sich Quintus von den anderen, um mit seiner alten Bekannten Neneh zu sprechen, die engen Kontakt mit Marga hatte.
Von Neneh erfährt er, daß einige merkwürdige Ägypter sich nach „dem Drachenblut“ erkundigt haben. Marga hätte in dieser Hinsicht ein paar Andeutungen gemacht und wäre schließlich verschwunden und später tot von Nenehs Leuten aufgefunden worden. Daß die Ägypter ein paar Straßenschläger angeheuert haben, ist ihr neu, aber sie verspricht Quintus, daß sie sich umhören wird. Auch sie ist interessiert daran, sich an Margas Mördern zu rächen. Ihr Berater Meno, der über magische Kräfte verfügt, warnt Quintus davor, daß bei großem Zorn der Drache in ihm erwachen könne. Der Ritter hält das nicht unbedingt für einen Nachteil.
In der Zwischenzeit melden sich Ramitep und Dáirine bei Gilad, um irgendwelche Mißverständnisse zu vermeiden. Bei dem Gespräch kommt unter anderem die Frage auf, wer denn am besten als neuer Herr von Abbas´ alter Bergfestung geeignet sei. Gilad ist nicht abgeneigt, Gwyn die Feste zu überlassen, aber Dashan wirkt nicht besonders begeistert. Immerhin ist Gwyn ja mit einer Tochter aus der rivalisierenden Familie der al-Azaeds verheiratet. Aber wenn der junge Mann einverstanden wäre, vielleicht seine Nichte Fayeda zur Frau zu nehmen….
Außer diesen politischen Verwicklungen erfahren die beiden Magier noch, daß zwei entfernte Bekannte der Familie ibn Usama aus Ägypten vor ein paar Tagen in Damaskus angekommen sind. Auch diese haben sich nach „Drachenblut“ erkundigt. Gilad hat sie zunächst – mit einigen seiner Wachen als Unterstützung – wieder weggeschickt, aber wie es scheint, hat sich Ramiteps Schwiegervater Malakei noch länger mit ihnen unterhalten.
Aber der kann auch nicht viel mehr erzählen. Immerhin waren diese Ägypter nicht tätowiert oder verschleiert, wie die anderen. Möglicherweise handelt es sich um feindliche Gruppen.
In der Nacht hat Sir Quintus ein paar sehr merkwürdige Träume, in denen er fliegen und Feuer speien kann. Am nächsten Morgen sieht er noch drachenhafter aus als sonst: Die Schuppenstruktur seiner Haut hat sich verstärkt, und die roten Augen glühen.
Ein Bote von Neneh berichtet, daß Zathera, einer von Margas Freunden und der Vater von Salvus, tot im Barada gefunden wurde. Auch der junge Mann wollte sich wegen der seltsamen Ägypter umhören. Aber die nächste Nachricht ist noch viel schlimmer: Quintus´ und Joannas Sohn Justus, der in Damaskus bei einem Baumeister in die Lehre geht, ist entführt worden. Sein Lehrmeister ist tot.
Nur wenige Stunden nach dieser Nachricht melden sich die Entführer: Sie wollen Justus gegen Quintus´ jüngste Tochter Bianca und Gwyn austauschen. Als Treffpunkt wird ein Ort in der Nähe des Friedhofs außerhalb der Stadt genannt, Zeit der Übergabe soll Mitternacht des übernächsten Tages sein.
Ramitep schickt eine Nachricht mit dieser Forderung an den Bund. Dort beschließt Dáirine, zusammen mit Pierre und Yudur nach Damaskus aufzubrechen. Sie wollen weder Bianca noch Gwyn mitnehmen und in Gefahr bringen, statt dessen wird Pierre als Gwyn getarnt und eine Puppe als Bianca. Farina al-Azaed erklärt sich bereit, beide in die Stadt zu fliegen, damit sie rechtzeitig dort eintreffen.
In den nächsten zwei Tagen schreitet Quintus´ Veränderung weiterhin fort: In der ersten Nacht entzündet er sogar im Traum sein Bett, und er und Joanna können den Flammen nur knapp entkommen. Es wird für Ramitep immer schwieriger, ihn mit Illusionen zu tarnen, zumal Sir Quintus ein Stück gewachsen ist und auch Muskelmasse zugelegt hat.
Ansonsten bleibt den besorgten Serpentianern nur das Warten: Sie finden keine neuen Spuren von der einen oder der anderen Gruppe der Ägypter. Am Abend vor der Übergabe bricht schließlich die ganze Gruppe zum vereinbarten Ort auf. Es handelt sich um ein karges kleines Tal zwischen zwei Schutthügeln. Am Endpunkt des Tals wächst ein toter Baum, an den Sir Quintus seine Tochter und Gwyn bringen sollte.
Er geht allein mit Pierre und der Illusion von Bianca dorthin. Dáirine und Yudur, Ramitep und Jochen, Colleen und Aella wollen die Umgebung beobachten und sich langsam auf die Hügelseiten vorarbeiten, um die Entführer und Mörder nach der Übergabe verfolgen zu können. Mateen ist unsichtbar und hält sich hinter der Hügelkuppe auf.
Als Quintus und Pierre an dem toten Baum ankommen, erscheint die durchscheinende Form eines kleinen Mädchens, das sie anweist, näher zu kommen. Unglücklicherweise ist der Geist des Kindes offenbar in der Lage, Illusionen zu durchschauen, denn als die beiden Männer an sie herantreten, ruft sie „Verrat!“. Daraufhin steht auf dem Hügel oberhalb des Baums eine Gestalt auf und erklärt Quintus, das Leben seines Sohns sei verwirkt. Es ertönt ein kurzer, abgehackter Schrei. Der Mann auf dem Hügel wirft mit nachlässiger Geste eine leblose Figur hinunter – es ist Justus. Seine Kehle ist durchtrennt, er ist tot.
In diesem Augenblick übermannt die Wut Quintus, und er beginnt, den Hügel hinaufzurennen, dicht gefolgt von Pierre. Mit dem Ritter geht eine rasend schnelle Verwandlung vor: Seine Gestalt wird größer, ein harter schwarzer Schuppenpanzer bedeckt seine Haut, und ihm wachsen ledrige schwarze Flügel. Innerhalb weniger Augenblicke hat sich Quintus in einen mächtigen schwarzen Drachen verwandelt, der sich in die Lüfte schwingt, um die Verfolger der Mörder aufzunehmen.
Auf der Kuppe des Hügels findet er den ersten und zerreißt ihn in kleine Fetzen. Colleen und Aella folgen ihm und Pierre, während Ramitep und Dáirine feststellen, daß sie nicht die einzigen Beobachter waren – noch zwei andere Gruppen haben sich auf den zerklüfteten Seiten des Tales versteckt und bewegen sich jetzt in Richtung Drache.
Danach überstürzen sich die Ereignisse: Mateen wird von Geistern angegriffen und schwer verletzt, Ramitep gerät bei dem Versuch, ihn zu heilen, ins Zwielicht, und Dáirine nimmt Kontakt mit den anderen Beobachtern auf. Offenbar handelt es sich bei ihnen um die Ägypter, die bei den Ibn Usamas vorgesprochen haben – zwei Magier, Neny und Khufu, und ihre Wachen. Sie verfolgen die Friedhofshexer schon seit längerer Zeit. Vor allem Khufu scheint ein sehr effektiver Kampfmagier zu sein.
Quintus, immer noch als Drache, erwischt den letzten Friedhofshexer und reißt ihn ebenfalls auseinander. Darüber ist Khufu nicht besonders glücklich, im Gegenteil. Offenbar genügt es nicht, den Körper eines Friedhofshexers zu zerstören, wenn man ihn völlig vernichten will.
Da Quintus sich nicht beruhigt, sondern in seiner Drachengestalt weiter herumtobt, tritt Colleen auf ihn zu und fordert ihn barsch auf, sich zu beherrschen. Einen Moment lang sieht es fast so aus, als wollte der schwarze Drache sich auf die unerschrockene Ritterin stürzen, aber dann kommt er zur Besinnung. Beide verlassen den Kampfplatz, und langsam wird Quintus wieder zu einem Menschen. Als sie bei der Leiche seines Sohnes ankommen, sinkt der Ritter auf die Knie und läßt seiner Trauer freien Lauf.
Als Ramitep aus dem Zwielicht zurückkehrt, unterhält er sich noch kurz mit Neny und Khufu, die seinen Lehrmeister zu kennen scheinen. Dennoch halten die beiden Ägypter sich mit Auskünften über ihre Herkunft und ihre Absichten sehr zurück – offenbar trauen sie den Serpentianern nicht so ganz. Sie geben allerdings zu, daß sie die Friedhofshexer in der Vorstadt angegriffen haben. Dabei ist ihnen auch Maura Ilana in die Hände gefallen, und sie sind bereit, das kleine Mädchen zurückzuschicken. Sie verabschieden sich mit dem Kommentar, man würde sich wahrscheinlich wiedersehen.
Schließlich kehren Quintus, Dáirine, Ramitep und die anderen nach Damaskus zurück. Dort gibt es noch kurze Verhandlungen mit Gilad, der sich in die Idee verliebt hat, Gwyn mit Dashans Nichte zu verheiraten und ihm dafür die Bergfeste zu schenken. Nach einem kurzen Gespräch setzt sich Gilad durch, und die Hochzeit der beiden soll schon im Sommer stattfinden. Quintus und Colleen sind an diesen Verhandlungen verständlicherweise nicht sonderlich interessiert. Nachdem Maura Ilana wohlbehalten bei ihnen angekommen ist, kehren sie mit Salvus´ und Justus´ Leichen in den Bund zurück, wo die beiden begraben werden. In der Ritterhalle leistet Quintus danach den feierlichen Eid, die Friedhofshexer zu bekämpfen, wo immer er kann, und sie ein für allemal auszurotten.

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Winter 1200 - Bundleben

Mitte Winter wird Gwyns und Farinas erste Tochter Nicola Patrizia al-Azaed Owen Fitzpatrick geboren, ein gesundes und hübsches kleines Mädchen.

*

Rhys hat sich bereit erklärt, die Tätowierung, die Gwyn auf der Brust trägt, zu untersuchen. Bei dieser umfassenden Untersuchung stellt er folgende Fakten fest:
Gwyn hat eine sehr starke, unbeschädigte magische Gabe, die auch durch die hermetische Ausbildung nicht vollständig in Anspruch genommen wird. Die Tätowierung schützt ihn vor suchender Magie bis zur 12. Magnitude. Sie ist nicht durch Vis verankert, sondern durch die Kraft ihrer Erschafferin, zu der immer noch eine Verbindung besteht. Offenbar haben sie und Gwyn ein geistiges Band zueinander. Eine Verletzung der Haut, auch nur eine geringfügige, schadet der Magie und kann unvorhersehbare Folgen haben.
Rhys ist von den Ergebnissen fasziniert und würde am liebsten sofort aufbrechen, um die Erschafferin der Tätowierung zu suchen. Allerdings hat er schon Andrew versprochen, ihm bei der Suche nach dem Magier, der Sheila geistig kontrolliert hat, zu helfen….

*
Nach seiner Rückkehr aus England bleibt Andrew noch genügend Zeit, um endlich seinen Lieblingszauber mit seinen Lehrlingen Alocar und Seska als Formelspruch zu erforschen: Jenen Zauber, der tiefe Löcher in den Erdboden reißt.

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Die Sünden des Vaters
Winter 1200

Andrew, Sir Quintus, Lady Colleen

Nachdem Aella mit den anderen aus England zurückgekehrt ist, hat sie eine besorgniserregende Vision: Sie sieht, wie Andrew (oder, wahrscheinlicher, sein Doppelgänger) mit einem Messer zwischen den Zähnen triefend nass an Bord eines Schiffes klettert und Liber Petri, der ihn nicht bemerkt, hasserfüllt mustert.
Als sie Andrew von dieser Vision erzählt, ist der zutiefst beunruhigt: Immerhin ist es gut möglich, daß sich der Doppelgänger wirklich an Bord des Schiffes, mit dem Liber Petri London abgefahren ist, geschlichen hat. Da er die Hoffnung hat, das Schiff in King´s Lynn abfangen zu können, bricht er sofort mit einigen Pferden, Sir Quintus und Lady Colleen auf.
Tatsächlich gelingt es den drei Rittern, das Schiff zu erreichen. Liber Petri scheint von ihrer Anwesenheit nicht sonderlich begeistert zu sein. Er verspricht aber, sich die Warnung der Serpentianer zu Herzen zu nehmen.
Bevor er das Schiff jedoch verläßt, hört Quintus plötzlich Andrews Stimme hinter sich, die mit einem Matrosen spricht – obwohl er genau weiß, daß sich der Magier noch in Liber Petris Kajüte aufhält. Als er Andrew davon berichtet, findet dieser heraus, daß sich der Matrose mit dem Bierhändler Albert Huntingdon unterhalten hat. Zwar macht der Händler bei einem kurzen Gespräch einen harmlosen Eindruck, aber Andrew, Quintus und Colleen beschließen dennoch, ein Stück mit dem Schiff mitzufahren. Vielleicht ist der Doppelgänger ja doch an Bord.
Auf dem Schiff fahren sechs englische Händler mit. Schon zwei Tage nach der Abfahrt geht einer von ihnen über Bord. Es scheint sich dabei um Charles Forsythe, einen Tuchhändler, gehandelt zu haben. Aber die drei Serpentianer finden schnell heraus, daß in Wirklichkeit Albert Huntingdon ermordet wurde. „Charles Forsythe“ ist eine Tarnung des Doppelgänger, der hier auf dem Schiff in Albert Huntingsdons Ebenbild verwandelt wurde. Allerdings nicht perfekt: Statt Huntingdons grünen hat der Doppelgänger immer noch graue Augen. Das fällt auch Sir Quintus auf, und der falsche Händler soll gefangen genommen werden. Das ist aber nicht so einfach, wie angenommen: Zunächst soll Liber Petri mit seinem magischen Augenglas feststellen, wer der vermeintliche Händler wirklich ist. Als der Magier den Mann jedoch durch die Linse hindurch ansieht, schwinden Liber Petri die Sinne und er sinkt zu Boden. In diesem Moment wird der Händler von einer unsichtbaren Kraft erfaßt und über die Reling des Schiffes geschleudert. Es gelingt Quintus, ihn zu retten und in sein Zimmer zu bringen, wo er, Andrew und Colleen sich dann um ihn „kümmern“ wollen.
Es stellt sich heraus, daß der Doppelgänger Andrew unehelicher Sohn mit der Schankmaid Patty Harper ist: William Harper. Er haßt seinen Vater, da er ihn dafür verantwortlich macht, daß seine Mutter früh und in Schande verstorben ist. Sein Plan war es, seinen Vater vollkommen zu ruinieren, damit der auch einmal am eigenen Leib erfährt, wie es ist, in völliger Armut zu leben. Bei seinen diversen magischen Verkleidungen hat ihm ausgerechnet Liber Petri geholfen, der wohl auch wußte, daß es sich bei ihm nicht um den echten Andrew Owen Fitzpatrick handelt. Er hat William Harper benutzt, um an verschiedene Gegenstände zu kommen, die er für sein Ritual benötigt. In Panik löscht er dem Doppelgänger das Gedächtnis, noch während Andrew und die anderen sich mit ihm unterhalten, aber zu spät: Die Serpentianer haben bereits von seinen Spielchen erfahren. William Harper ist sehr zornig, als sie ihm eröffnen, daß Liber Petri in seiner Erinnerung herumgepfuscht hat.
Von Harper erfahren die Serpentianer, daß er sich gut auf seine Rache vorbereitet hat: Zu seinen Informationsquellen zählen unter anderem Mentalia, Hugo und Sheila. Offenbar kennt er einen Magier in Transsylvanien, der Sheila unter seiner geistigen Kontrolle hat. Außerdem stellt sich heraus, daß William ein Netz aus Händler aufgebaut hat, die sich untereinander an einer bestimmten Brosche erkennen. Durch Magie erfährt Andrew genug über dieses Händlernetz, um es bei Bedarf übernehmen zu können.
Da sie Liber Petri nicht für den Mord an dem mundanen Händler Huntingdon bestrafen können, soll auch der Doppelgänger laufen gelassen werden, nachdem er versprochen hat, Andrew fortan in Ruhe zu lassen. Noch vor York verlassen die drei Serpentianer nach einer weniger freundlichen Aussprache mit Liber Petri das Schiff. Immerhin wird der Criamon ohne den Doppelgänger wohl nicht an die Reliquie herankommen, der er braucht.
An Land angekommen, lassen die drei Ritter William Harper seiner Wege ziehen und machen sich auf den Rückweg zum Bund, den sie auch wohlbehalten erreichen.

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Rabenmörder
Herbst 1200

Andrew, Sir Quintus, Lin Chou Yüan, Lin Chou Tian, Aella, Pierre

Nach einer ereignislosen Reise treffen Andrew, Quintus und die anderen schließlich bei dem Bauernhof ein, der zur neuen Handelsbasis von Serpentia und Solis Defectio werden soll. Direkt neben dem Gehöft liegt ein hohler Hügel – dort soll das Hermesportal liegen. Im einem achtstündigen Ritual sprechen Andrew und Philippe de Brionne den komplizierten Zauber, bis das Portal endlich steht und aktiv ist. Zur Feier des erfolgreichen Rituals erscheinen auch kurz diverse Gäste aus Serpentia bei dem Bauernhof…
Am Tag nach dem Fest bricht die ursprüngliche Gruppe auf, um in London auf den Doppelgänger zu warten. Außerdem hat Andrew noch einige Fragen an Daniel Ex Bonisagus, dem momentanen Herrn der Raben. Dabei lernt er Daniels Lehrling Roger kennen, der nach seinem Meister dieses Amt übernehmen wird. Daniel erklärt Andrew, daß er, um den Schlüssel an eine andere Person weiterzugeben, ein heidnisches Ritual vollführen muß. Allerdings möchte er das Ritual nicht einfach weitergeben – vorher möchte sich der alte Bonisagus mit dem Rat unterhalten, der für die Überwachung des Herrn der Raben und seiner Aufgabe zuständig ist. Dieser Rat besteht aus vier Personen – eine davon ist Isabeau de Girardin Ex Jerbiton…
Aber Daniel hat eigene Sorgen: Am Vortag ist ein bewaffneter Mann beim Tower aufgetaucht und hat angefangen, die Raben abzuschlachten. Nur der Einsatz von starker Magie konnte den Schwarm davon abhalten, den Tower sofort zu verlassen. Der Mann wurde von den Wachen überwältigt und getötet, scheint aber über unmenschliche Kräfte verfügt zu haben.
Da Andrew ein gewisses Interesse an diesem Rabenmörder hat, machen sich die Serpentianer auf die Suche nach Spuren – es ist eher unwahrscheinlich, daß der Mann aus eigenem Antrieb gehandelt hat. Tatsächlich finden sie heraus, daß der Tote vor einigen Tagen ein merkwürdiges Kästchen erhalten hat. Seit dieser Zeit hat sich sein Charakter völlig verändert, bis er dann schließlich versucht hat, die Raben zu töten.
Es gelingt Quintus und den anderen, die Geliebte des Rabenmörders davon abzuhalten, dasselbe zu tun wie ihr toter Liebhaber. Dabei stellen sie fest, daß die Frau tatsächlich über übermenschliche Kräfte verfügt und ohne jegliche Rücksicht auf ihren eigenen Körper kämpft. Sie überlebt den Kampf trotz aller Versuche, sie zu bändigen, nicht.
Da sie das Kästchen nicht bei sich trägt, machen sich die Serpentianer wieder auf die Suche und finden schnell heraus, daß es sich jetzt bei einem riesenhaften Söldner befindet. Es gelingt ihnen, den Söldner zu finden, bevor der Hüne den Tower und die Raben angreifen kann. Da Verhandlungen nicht bringen, kommt es zum Kampf, den die Serpentianer knapp gewinnen – der Inhalt des Kästchens, ein rotes Juwel, hat seine Macht auch schon auf den Riesen ausgedehnt, der selbst mit Magie kaum zu töten ist. Nachdem Sir Quintus den Riesen erschlagen hat, zerstört Andrew das Juwel, ohne es näher zu untersuchen. Er will das Risiko nicht eingehen, daß einer der Serpentianer seiner Macht zum Opfer fällt.
Da das Treffen mit dem Doppelgänger noch einige Wochen in der Zukunft liegt, besucht Andrew noch seine Tochter Angharad in Gloucester. Dabei erfährt er nebenher, daß Neacal O´Shea, einer seiner unehelichen Söhne, niemals bei Gwyns Hochzeit gewesen ist. Statt dessen scheint sich ein anderer in seiner Gestalt eingeschlichen zu haben. Dabei hat es sich wahrscheinlich um den Doppelgänger gehandelt, obwohl die Serpentianer bisher davon ausgegangen sind, daß er nicht über die nötige Magie verfügt, um eine solche Tarnung zu wirken.
Kurz bevor das Treffen mit dem Doppelgänger stattfinden soll, stoßen auch Dáirine und Alenka zu der Gruppe. Da Dáirine sich besonders gut mit Illusionen auskennt und der Doppelgänger bekanntermaßen über einen Unsichtbarkeitsgürtel verfügt, will sie den anderen helfen, ihn auf jeden Fall zu erkennen.
Am fraglichen Abend wird die Falle gestellt: Andrew und Pierre nehmen das Aussehen der beiden Mörder aus York an, und alle anderen postieren sich in oder um die Kneipe herum. Allerdings begegnen sie nicht dem Doppelgänger: Zuvor betritt der seltsame und angeblich so eigenbrötlerische Criamon Liber Petri die Schenke.
Mit einem seltsamen Glas, das er vor seinen Augen befestigt hat, durchschaut er die magische Tarnung und tritt sofort auf Andrew zu. Er will wissen, ob Andrew „es“ besorgt hätte. Dabei macht er einen ziemlich normalen und gesammelten Eindruck.
Andrew klärt ihn über die Geschichte mit dem Doppelgänger auf, die Liber Petri scheinbar sehr erstaunt. Wie es scheint, ist er für die Illusion verantwortlich, mit der der Doppelgänger auf Gwyns Hochzeit aufgetaucht ist. Im Gegenzug dazu wollte dieser ihm die Reliquie aus York besorgen. Offenbar benötigt Liber Petri sie, um seinen Lehrling Sarah wieder zu sich zurückzuholen. Andrew fragt zwar nach näheren Details – schließlich ist Sheila zusammen mit Sarah verschwunden. Liber Petri jedoch meint, er könne nichts erzählen, bevor er sein Ritual mit der Reliquie nicht gewirkt hätte. Damit müssen sich die Serpentianer zunächst zufrieden geben.
Außerhalb der Schenke fällt Tian, die auf Wachposten stand, plötzlich ein Schemen am Fenster auf: Offenbar beobachtet der Doppelgänger die Besprechung unsichtbar. Leider bemerkt er Tian, bevor die ihn gefangen nehmen kann, und flieht. Sie und Quintus verfolgen ihn noch ein Stück, und er wird sogar von einem Wurfdolch getroffen, aber dennoch gelingt es dem Unsichtbaren, zu entkommen. Auch die nachfolgende magische Suche mit seinem Blut als arkaner Verbindung weiß er abzuschütteln.
An diesem Abend sind die Serpentianer frustriert: Zwar suchen sie noch eine Weile London nach Spuren von dem Doppelgänger ab, aber leider erfolglos. Möglicherweise hat er sofort ein Schiff genommen und die Stadt verlassen.
Auch Liber Petri segelt davon: Er will nach York reisen und dort versuchen, an die Reliquie zu kommen. Andrew, Dáirine und die anderen wünschen ihm zwar viel Glück, haben aber eigentlich kein Interesse, ihn zu begleiten. Sie reisen zurück in den Bund, um sich dort ihren Studien zu widmen…

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Zehn Ballen Leinen
Herbst 1200

Andrew, Sir Quintus, Lin Chou Yüan, Lin Chou Tian, Aella, Pierre

Kurz nach der Schlacht läßt Tina eine Ratssitzung einberufen: Es geht um die im Augenblick eher strapazierte Finanzlage des Bundes. Um neue Quellen aufzutun, schlägt sie vor, einen alten Plan in die Tat umzusetzen – von dem schottischen Bund Solis Defectio aus soll ein Hermesportal in die Nähe von London geöffnet werden. So können levantinische Waren an einem lebendigen Markt ohne größere Transportkosten verkauft werden, was einen gewaltigen Profit verspricht.
Dafür muß allerdings das Hermesportal gesprochen werden. Andrew ist der Meinung, den Spruch 15. Ordnung mit ein wenig Vis von einer Spruchrolle ablesen zu können. Allerdings ist Vis genau das Problem – für das Hermesportal allein bräuchte Serpentia 15 Bauern Terram-Vis, dazu noch einmal drei oder vier, um Andrew die notwendige magische Energie für diesen mächtigen Zauber zu geben.
Tina hat allerdings ein wenig mit Solis Defectio hin- und hergefeilscht, und der andere Bund ist bereit, Serpentia das Vis vorzuschießen. Für die 18 geliehenen Bauern sollen sie dann im Lauf der Jahre 24 wieder zurückerhalten, und zwar 4 pro Jahr. Die Magier sind einverstanden, und so macht sich Andrew Anfang Herbst auf, um den Spruch in Solis Defectio zunächst zu kopieren.
Mitte Herbst ist er mit dieser Arbeit fertig, und nachdem er aus Tripoli zurück ist, will er sofort aufbrechen. Er plant, der Stadt Harrogate einen kurzen Besuch abzustatten, um nähere Informationen über Sir Nigel of Harrogate zu bekommen. Der Ritter war vor einem Jahr als Arthurs Gast auf Gwyns Hochzeit aufgetaucht, und Andrew vermutet, daß er eine Verbindung zu dem Doppelgänger haben könnte.
Außer Andrew kommen auf dieser Reise noch Sir Quintus, Pierre, Aella, Lin Chou Yüan und dessen Nicht Lin Chou Tian mit. Auf der Reise nach Harrogate machen die Gefährten zunächst in York Station, in der Hoffnung, dort schon etwas über Sir Nigel erfahren zu können. Tatsächlich hält sich der Ritter in der Stadt auf, aber viel Neues wissen die Yorker über ihn nicht zu berichten.
Während die Gefährten noch in einer Schenke sitzen und über die Situation beraten, öffnet sich die Tür und ein schwerverletzter Wachmann schwankt herein. Der Mann stirbt nur wenige Sekunden später. Da Andrew und die anderen wissen, daß er zusammen mit einer anderen Wache unterwegs war, machen sie sich sofort auf die Suche. Der zweite Mann ist schnell gefunden: Nur wenige Querstraßen entfernt liegt er im Straßendreck – jemand hat ihm die Kehle durchgeschnitten. Aella kann die Spuren des Mörders finden und verfolgen: Sie führen zurück zur Herberge. Dort entdecken Aella und die anderen im Zimmer des Händlers Martin einen blutigen Dolch und blutbesudelte Kleider.
Die hinzugekommene Stadtwache verhaftet den Händler trotz seiner Unschuldbeteuerungen und führt ihn unsanft hinaus. Aber die Serpentianer sind nicht überzeugt: Der angebliche Mörder wirkte nicht wie ein Mann, der zwei geschulte Wachen aus dem Hinterhalt ermorden kann. Bei seinen Unterlagen finden sie Hinweise daraus, daß er zehn Ballen damaszenisches Leinen für Sir Nigel of Harrogate in einem Warenhaus aufbewahrt. Das erscheint seltsam – Leinen aus Damaskus hat keinen besonderen Wert.
An dem Dolch des sterbenden Wachmannes klebt noch ein wenig Blut, das Andrew nun benutzt, um die Spur des wahren Mörders zu finden. Der hält sich zusammen mit einem Gefährten in einer Schenke auf. Die Serpentianer beschließen, die beiden gefangen zu nehmen: Pierre und Quintus wollen dem Mörder folgen, während Tian und Aella dem anderen Mann hinterherschleichen. Andrew und Lin gehen, um sich mit dem Kommandanten der Stadtwache zu unterhalten, bevor der den höchstwahrscheinlich unschuldigen Martin totschlägt. Leider gelingt es den beiden nicht, Zweifel zu sähen.
Währenddessen geraten Aella und Tian in Schwierigkeiten: Es gelingt ihnen zwar, ihren Mann einzufangen, aber dabei werden sie leider von der Stadtwache erwischt und eingesperrt. Da keine der beiden Frauen Englisch versteht, können sie den Wachen auch nicht klar machen, daß ihr Gefangener ein Mörder ist.
Quintus und Pierre haben weniger Probleme – sie nehmen den Mörder gefangen und schleppen ihn dann zunächst zur Herberge. Dort erfährt Andrew, der mit Lin schon wieder zurück ist, von dem Mann, daß er selbst – „Sir Andrew Owen Fitzpatrick“ – den beiden Männern den Auftrag für den Mord erteilt haben soll. Offenbar sollte der Verdacht absichtlich auf Martin gelenkt werden, um etwas aus seinem Warenhaus zu entwenden. Nach getaner Arbeit wollten sich die Mörder in sechs Wochen in der Herberge „Zum Grünen Fisch“ in London mit ihrem Auftraggeber treffen.
Nach diesem Geständnis schleifen Andrew und die anderen den Mann auf die Wache, damit er Martin entlastet. Es gelingt ihnen, den Kommandanten von der Unschuld des Händlers zu überzeugen. Dabei erfähren die Serpentianer, daß Aella und Tian verhaftet worden sind und der Spießgeselle des Mörders laufen gelassen wurde. Nach einer wütenden Strafpredigt an die unfähigen Wachen gelingt es Andrew, die beiden Frauen aus dem Gefängnis zu holen.
Danach machen sich die Gefährten auf zu dem Lagerhaus, in dem Martin seine damaszenischen Leinenballen gelagert hat. Dort erwischen sie den zweiten Mörder und können auch ihn auf die Wache bringen.
Am nächsten Morgen unterhalten sich die Serpentianer mit dem freigelassenen Martin, der einigermaßen erleichtert über seine Rettung ist. Er wird nervös, als die Sprache auf seine Leinenballen kommt, und ist nur zögernd bereit, Andrew und den anderen seine Waren zu zeigen. Dabei entdeckt Quintus, daß zwischen einem der Leinenballen noch ein anderes Stück Stoff liegt. Kurz entschlossen bringt er es an sich.
Martin bemerkt den Verlust und gerät beinahe in Panik. Offenbar handelt es sich um eine wichtige Reliquie, die er für Sir Nigel of Harrogate besorgen sollte. Die Serpentianer versprechen, sich danach umzuschauen, und verabschieden sich zunächst von dem schwitzenden Händler.
Außerhalb seiner Sichtweite untersuchen sie das entliehene Tuch, können aber nichts besonderes daran feststellen. Mit einem kleinen Trick gelingt es ihnen, Martin seine angebliche Reliquie zurückzugeben. Danach sehen sie noch kurz zu, wie die beiden Mörder ordnungsgemäß aufgehängt werden – Andrew plant, seinen Doppelgänger in ihrer Gestalt zu treffen. Da wäre es ungünstig, wenn die echten Mörder zwischenzeitlich auftauchen würden.
Nach der Hinrichtung verlassen die Serpentianer York und brechen auf in Richtung London, um ein Hermesportal zu sprechen…

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Herbst 1200 - Bundleben

Schließlich kommen alle wohlbehalten wieder im Bund an (sogar Ludwigs Bart ist mit etwas magischer Hilfe wieder fast so lang wie zuvor), und die Hochzeit zwischen Ramitep und Satima kann wie geplant stattfinden.
Bei dieser Gelegenheit erfahren Gwyn und Padraig von Gilad ibn Usama, daß auch er demnächst heiraten soll – für den jungen Adligen, der sich nicht für Frauen interessiert, eine eher störende Angelegenheit. Immerhin will ihm sein liebender Onkel Dashan eine reizende Frau suchen – wahrscheinlich entweder seine Nichte oder seine Stieftochter….

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Im Frühsommer taucht eine junge Frau im Bund auf, die auf der Suche nach ihrem Onkel ist. Aufgrund ihres fremdartigen Aussehens ist sofort klar, daß sie die Nichte von Lin Chou Yüan ist.
Offenbar sollte sie ihm einen Brief überbringen. Lin Chou Tian, so ihr Name, beschließt allerdings nach erledigter Aufgabe, noch eine Weile im Bund zu bleiben…

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Zaida bringt Ende Herbst Zwillinge auf die Welt, zwei Mädchen, die sich allerdings nicht besonders ähnlich sehen. Frederik gibt seinen Töchtern die Namen Samara und Tamara.

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Yared Jonas, der Luciens Knappe war, tritt nach dem Tod seines Ritters in Colleens Dienste ein.

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Es stellt sich heraus, daß der Barde Hugo, der in Serpentia seinen Lebensabend verbringt, angefangen hat, die neuen Rekruten gegen Andrew aufzuhetzen. Sogar das Lied über den Magier und Alenka hat er wieder in Umlauf gebracht. Nachdem Alenka ihn dafür kräftig verprügelt hat, spricht einer der Magier mit ihm und kann ihn überzeugen, derartige Hetzkampagnen in Zukunft zu unterlassen.

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Rhys extrahiert die letzten sieben Bauern Vim-Vis aus der Aura. Jetzt hat er endlich genug Vis beisammen, um den Langlebigkeitstrank für Tina zu bezahlen, den die Magier von Gwenderon im Sommer 1202 für sie brauen wollen

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Ramiteps Braut
Herbst 1200

Ramitep, Ludwig, Gwyn, Padraig, Aella, Pierre, Alenka

Auf Gwyns Hochzeit im vergangenen Jahr ist auch Ramitep auf Brautschau gegangen. Aus politischen Gründen hat er sich für eine junge Frau aus der Familie der ibn Usama entschieden: Satima bint Malakei. Jetzt ist es soweit: In wenigen Wochen soll die Hochzeit stattfinden. Als jedoch Ramitep nach Damaskus kommt, um ein paar letzte offene Fragen mit dem Vater seiner Verlobten zu klären, eröffnet Malakei ihm, daß seine Tochter verschleppt worden sei.
Wie es scheint, gibt es einen Djinnbeschwörer, der sich in die unschuldige Maid verliebt hat und der deshalb anfing, einigen Druck auf Malakei auszuüben – unter anderem ist das Haus des Ibn Usama bei einem Erdbeben zerstört worden. Als ein Freund von Malakei aus Tripoli in Nordafrika davon hörte, bestand er darauf, die junge Frau in Sicherheit zu bringen – der Vater befürchtet, nicht völlig ohne Hintergedanken. Er ist froh, daß Satimas rechtmäßiger Verlobter da ist, denn der will doch seine Braut sicher retten? Ramitep ist über diese Geschichte aufrichtig empört und beschließt, sofort nach Nordafrika zu reisen und Satima den Fängen ihres Entführers, eines gewissen al-Awal ar-Rutama zu entreißen. Eine kurze Suche per Zauberspruch stellt sicher, daß sich das Mädchen tatsächlich in Tripoli befindet.
Ramitep wird von seinem Leibgrog Ludwig begleitet, außerdem kommen Gwyn und Padraig, Aella, Alenka und Pierre zur Unterstützung mit.
Die ist auch nötig: Als die Gruppe in Tripoli eintrifft, stellen sie als erstes fest, daß Satimas Entführer al-Awal tot ist – vergiftet. Spekulationen darüber, wer es gewesen sein könnte, sind vielfältig: Offenbar hatte der Mann, der von den Einheimischen als „Alchemist“ bezeichnet wurde, vor kurzem einen jungen Mann aus der Herrscherfamilie blamiert. Ansonsten wird vermutet, daß irgendwelche Perser dahinterstecken könnten. Die Suche nach Satima über eine arkane Verbindung ergibt zunächst nichts, also beschließt Ramitep, sich bei dem Anwesen des Toten ein wenig umzusehen.
Zunächst aber will er Kontakt mit dem hiesigen Bund aufnehmen – nach ein paar Problemen kann er mit dem Criamon Ombra sprechen, der ihn warnt, daß Magie in der Stadt offiziell illegal ist, es aber nichtsdestotrotz eine mächtige Vereinigung einheimischer Zauberer – genannt „Alchemisten“ – gibt. Einer der Anführer, den man vorsichtig behandeln sollte, ist ein gewisser Haidar el-Hilali.
Die Serpentianer sind nicht die Einzigen, die ein gesteigertes Interesse an dem Anwesen von al-Awal haben: Mehrere andere fallen auf, darunter ein sehr gepflegter Bettler, ein freundlicher Obsthändler und eine finster herumlungernde Gestalt. Von dem Bettler erfahren die Serpentianer, daß die junge Frau, die al-Awal aus Damaskus mitgebracht hat, verschwunden sein soll.
Als ein junger Mann mit auffallenden roten Haaren, gut gekleidet, aber mit einem Sklavenhalsband, das Haus verläßt, beschließt Ramitep, ihm zu folgen. Vielleicht weiß er ja mehr über Satimas Verbleib. Sie sind nicht die einzigen, die ihm folgen – der finstere Kerl kommt auch mit. Da Ramitep bei einem Gespräch mit dem Rothaarigen nicht unbedingt belauscht werden will, geht Gwyn los, um den Finsteren abzulenken. Offenbar hat Gwyns harmlose Frage, wo es denn hier nach Karthago ginge, noch eine andere Nebenbedeutung, denn der Verfolger widmet nun seine volle Aufmerksamkeit dem Lehrling und läßt sich bereitwillig von ihm mitziehen.
Ramitep spricht daraufhin den Rothaarigen an. Er ist Yulna, ein Sklave von Haidar al-Hilali, einem sehr mächtigen Alchemisten. Da auch al-Awal ein Alchemist war, hat Haidar natürlich ein Interesse an der ganzen Angelegenheit. Ramitep bittet Yulna, ein Treffen mit Haidar zu vereinbaren. Das ist auch sofort möglich, und von dem alten Alchemisten erfahren die Serpentianer, daß außer Satima noch einige Gegenstände aus al-Awals Besitz verschwunden sind: Allesamt magische Artefakte.
Nach dem ergiebigen und freundlichen Gespräch kehren Ramitep und die anderen zur Herberge zurück, nur Padraig möchte sich noch weiter bei dem Haus des toten Alchemisten umsehen. Er kommt dort mit dem Obsthändler ins Gespräch, der ihn in eine Falle lockt und mit Hilfe eines brutalen Kerls namens Mohammed ausquetscht. Immerhin sind die beiden Schurken so freundlich, Padraig nach der „Befragung“ beim nahen Krankenhaus abzuliefern – der Lehrling hat zwei gebrochene Finger und etliche blaue Flecken davongetragen.
In der Herberge fängt Ramitep hingegen an, sich Sorgen zu machen: Weder Padraig noch Gwyn sind von ihren Alleingängen zurückgekehrt. Padraig kann er mit einem Zauber finden, aber als er dasselbe bei Gwyn versucht, kehrt sich die Magie gegen ihn und verletzt ihn, ohne daß er ein Ergebnis erhalten würde. Beunruhigt bricht der Magier mit seinen Gefährten auf, um wenigstens Padraig zurückzuholen. Bis auf eine merkwürdige Begegnung mit einem gefährlichen Mörder gelingt das auch ohne Problem – nur Gwyn ist und bleibt verschwunden.
Am nächsten Tag kehren die Serpentianer noch einmal zu al-Awals Haus zurück – immerhin haben sie Gwyn dort zum letzten Mal gesehen. Von dem Obsthändler ist nichts mehr zu sehen (nur ein Eishändler hat sich eingefunden), aber der gepflegte Bettler ist wieder da. Er kann sich erinnern, daß der finstere Kerl, mit dem Gwyn mitgegangen ist, sich häufiger auf dem Gemüsemarkt herumtreibt, kennt aber weder dessen Namen noch seinen Beruf.
Während sich Ramitep, Padraig und die anderen noch mit dem Bettler unterhalten, erschallt aus dem Haus des Toten plötzlich der Ruf „Feuer, Feuer“. Natürlich finden sich sowohl die Serpentianer als auch der Bettler, der Eisverkäufer und noch einige andere sofort bereit, in das Haus zu gehen und bei den Löscharbeiten zu „helfen“. Zunächst finden sie nichts interessantes, dann aber tauchen zwei merkwürdige Männer auf: Der eine weißhaarig und vom Feuer völlig unbekümmert, der andere mit rotgoldenen Haaren und wenig Begeisterung für Wasser – wahrscheinlich ein Feuerdjinn. Zwar können die Gefährten nicht herausfinden, was der Weißhaarige eigentlich will, aber Pierre verfolgt ihn, als er das brennende Haus verläßt und findet heraus, in welcher Herberge er sich eingemietet hat. Interessant ist auch, daß der Weißhaarige mit damaszenischem Dialekt spricht…
In al-Awals Haus machen die anderen Serpentianer die Bekanntschaft der Magd Jalila, die sich mit Satima angefreundet hat. Sie erzählt, daß die junge Frau nach dem Giftanschlag um ihr eigenes Leben fürchten mußte und deshalb aus dem Haus geflohen ist – offenbar mit den magischen Artefakten im Gepäck. Wie es scheint, hat Jalila ihr den Rat gegeben, sich bei den Juden in deren Viertel zu verstecken. Ramitep bedankt sich bei ihr und verspricht, sie mitzunehmen, wenn er mit seiner Braut zurück nach Damaskus reist.
Da sie im Augenblick nichts tun können, um Gwyn zu helfen, schickt Ramitep eine Nachricht in den Bund, um die anderen von dem Verschwinden des Lehrlings zu unterrichten. Danach begeben sich die Gefährten noch einmal zu Haidar, um ihn über die neue Entwicklung zu informieren. Der Alchemist lädt sie ein, als Gäste zu ihm zu ziehen, was die Serpentianer auch gerne annehmen.
Doch in der Nacht brechen sie noch einmal auf, um sich im jüdischen Viertel umzusehen. Ramitep befürchtet nämlich, daß es sich bei dem Weißhaarigen um den bösartigen Djinnbeschwörer handeln könnte, von dem Malakei erzählt hatte. Leider stellt sich dort heraus, daß Satima zwar da war, aber die Juden schon wieder verlassen hat. Wie es scheint, hat sie vor, mit einem Schiff wieder nach Damaskus zurück zu fahren. Ein junger Jude scheint auch noch Kontakt zu ihr zu haben, aber da er die Serpentianer für Räuber und böse Geister hält, will er ihnen nicht helfen. Es scheint, als wäre er ein wenig verliebt in Ramiteps Verlobte…
Bei ihrer Suche nach Satima im Hafenviertel fällt Padraig und Pierre der finstere Kerl, der Gwyn entführt hat, auf. Pierre schleicht ihm hinterher und findet heraus, das der Kerl wohl nur ein Handlanger ist. Er spricht mit dem Wirt einer Hafenschenke und fordert, in weitere Geheimnisse eingeweiht zu werden, nun, da er einen so wichtigen Dienst erwiesen hätte. Der Wirt sichert ihm zu, er werde schon bald ein sehr wichtiges Geheimnis erfahren, und schickt ihn wieder weg. Das nächste Mal, als die Serpentianer ihn sehen, ist er tot – er hat ein Messer in den Rücken bekommen…
Aber der Besuch im Hafen ist auch weiterhin ergiebig: Ramitep entdeckt den Weißhaarigen, wie er zielstrebig in Richtung der Schiffe geht. Dort ist auch Satima – er beginnt sofort, auf sie einzureden und will sie augenscheinlich verschleppen. Als die Serpentianer eingreifen, ruft er zwei Feuer- und zwei Luftdjinns herbei und hetzt sie auf Ramitep und die anderen. Aber die sind den Kampf gegen Djinns schon gewohnt, und so bleibt das einzige Opfer ein Teil von Ludwig sorgsam gepflegten Bart.
Ramitep kümmert sich nicht weiter um die Djinns, sondern stürmt auf seine Verlobte zu. Gleichzeitig mit Pierre langt er bei ihr und dem Weißhaarigen an, und Pierre kann den feindlichen Djinnbeschwörer erschlagen. Dankbar sinkt Satima in die Arme ihres Bräutigam – so findet diese Suche ihr glückliches Ende. Unter Tränen erzählt die junge Bint Usama, wie ihr Gastgeber vergiftet wurde, sie in Panik geflohen ist und sich zunächst bei den Juden versteckte. Aber auch da kam ihr der Djinnbeschwörer Hafiz auf die Spur, und so floh sie weiter, bis sie jetzt von Ramitep gerettet wurde.
Nachdem Ramitep seine Braut beruhigt hat, untersucht er den verstorbenen Hafiz gründlich und findet dabei zwei scheinbar magische Gegenstände: Eine goldene Brosche und die Figurine einer Giraffe. Die Artefakte, die Satima bei al-Awal mitgenommen hat, hat sie mittlerweile verkauft, um sich eine Schiffspassage leisten zu können.
Auch eine andere Suche findet ein Ende: Im Bund haben sich Andrew und Rhys berechtigte Sorgen wegen Gwyns Verschwinden gemacht. Bernward versucht noch einmal, ihn mittels eines Zaubers zu finden, wird aber vom Rückschlag der Magie hart getroffen und schwer verletzt. Auch die anderen Expeditionsteilnehmer sind nicht zu finden – später stellt sich heraus, daß das an dem magischen Schutz um Haidars Haus herum gelegen haben muß. Daraufhin brechen Andrew, Rhys, Karl und Lin Chou Yüan zusammen mit der hochschwangeren Farina auf, um die anderen zu suchen und gegebenenfalls zu retten.
In Tripoli fällt Lin zunächst auf, daß die Stadt exakt nach einem Kraftmuster aufgebaut ist, das an wenigen Knotenpunkten zusammenläuft. Die beiden Magier in seiner Begleitung sind von dieser Tatsache weniger fasziniert. Sie versuchen, die anderen zu kontaktieren, was ihnen auch gelingt.
Auch Gwyn taucht wieder auf: Er sitzt, erschöpft und verletzt, in der Herberge, in der sich die Gefährten niedergelassen hatten, bevor sie zu Haidar umgezogen sind. Er hat eine merkwürdige Geschichte zu erzählen: Offenbar ist er von ein paar wahnsinnigen Kultisten verschleppt worden, die ihn für ihren Propheten halten. Sie haben ihn zunächst unter Drogen gesetzt und mit hübschen Mädchen versorgt. Dann aber fingen sie an, ihm größere Mengen Blut abzuzapfen, und eine Frau kam zu ihm, die eine magische Tätowierung anfertigen sollte, um ihn als Sklaven an die Kultisten zu binden. Da aber ging ihr Plan schief: Die Frau verliebte sich in Gwyn und verhalf ihm zur Flucht. Da sie offenbar das Gedächtnis verloren hatte, wollte sie sich zunächst um ihr eigenes Problem kümmern und nicht bei ihm bleiben.
Viel können die Serpentianer nicht mit dieser merkwürdigen Geschichte anfangen, aber Haidar al-Hilali zeigt sich sehr interessiert und befragt Gwyn stundenlang über seine Erfahrungen. Er würde ihn wohl am liebsten gleich dabehalten, aber da schreitet Andrew ein. Zusammen mit seinem Sohn, Rhys, Farina und dem verletzten Ludwig verläßt er Tripoli auf dem fliegenden Teppich. Ramitep, seine Braut und die anderen werden ihnen mit dem Schiff folgen….

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Abbas´ letzte Schlacht
Sommer 1200

Alle

Anfang Sommer haben sich alle Kräfte in Serpentia zusammengefunden – es ist alles für den Kriegszug gegen Abbas Ibn Usama bereit.
Außer den Serpentianern werden sechs Djinnbeschwörer der al-Azaeds in die Schlacht ziehen, darunter auch Omar und Farina. Auch ein Dutzend Salomoniter sind dabei, unter der Führung von Brendan of Lydney. Vom Orden sind Honoria Ex Guernicus, Mare Dulcis Ex Tytalus, Lea Ex Criamon, Valentin Ex Criamon und Herimano Ex Flambeau gekommen, um zu helfen.
Bevor es jedoch endgültig losgeht, unterhalten sich die serpentianischen Magier noch einmal mit dem Djinn Ghirraz, dessen Ring ihnen bei Aladin in die Hände gefallen ist und der früher Abbas ibn Usama gedient hat. Er kann ihnen verraten, daß es einen direkten Eingang in die Bergfeste gibt – aus der Welt der Feuerdjinns. Immerhin besteht die Hoffnung, daß dieser Weg nicht überwacht wird. Nach kurzer Überlegung wird eine Gruppe zusammengestellt, die mit Ghirraz aufbrechen soll, um diesen Weg zu finden und innerhalb der Burg für Ablenkung zu sorgen. Zu dieser Gruppe gehören Dáirine, Manus Ardens als ihr neuer Leibgrog, Frederik, sein eigener Leibgrog Jochen, Sir Quintus und Lin Chou Yüan.
Das Heer, das in etwa zum selben Zeitpunkt aufbricht, umfaßt die al-Azaeds, die befreundeten Magier, die Salomoniter, die drei Troßeinheiten, die Lanzknechte die zweite Bogeneinheit und die Ärzte Benjamin und Hélène. Außerdem sind Lady Colleen, ihr Ehemann Sir Lucien und Alenka dabei. Der einzige Magier des Bundes, der bei der Hauptangriffsgruppe dabei ist, wird Rhys selber sein, begleitet von seinem Leibgrog Karl. Außerdem muß natürlich der Heerführer Sir Padraig dabei sein, begleitet von seinem treuen Freund Gwyn. Die beiden Lehrlinge sollen allerdings im Basislager abseits des Schlachtfelds zurückbleiben.
Ramitep, Bernward und Imogen, die über keinerlei Kampfmagie verfügen, werden zusammen mit Andrew im Bund bleiben, um diesen im Falle eines Angriffs zu beschützen. Ebenfalls dort verbleiben die beiden Reitereinheiten, die erste Bogeneinheit und die Schilde.
Der Schlachtplan, den das Hauptheer verfolgt, ist denkbar einfach: Mit Hilfe der fliegenden Teppiche, die die al-Azaeds befehligen, sollen so viele Einheiten wie möglich zu dem schlechter befestigten Balkon geflogen werden und dort versuchen, einen Einlaß in die Burg zu erzwingen – hoffentlich unterstützt von den über das Djinnreich eingeschleusten Magiern…
Dáirine und ihre Gruppe dringen also mit Ghirraz` Hilfe in das Reich der Feuerdjinns ein – ein sehr heißes, rotes Land. Dort werden sie von dem Herrscher der Feuerdjinns freundlich empfangen, und nach einigem Hin und Her wird ihnen der Weg in die Bergfeste gewiesen. Nach einem kurzen Kampf mit einigen Wächtern des Eingangs erreichen die Serpentianer das Tor und können es durchschreiten. Sie gelangen in die Bibliothek der Feste, wo sie unglücklicherweise trotz ihrer Unsichtbarkeit bemerkt werden. Es gelingt ihnen aber, sich in einem unbenutzten Verlies zu verstecken. Dort machen sie die Bekanntschaft der Sklavin Safira, einem neugierigen kleinen Mädchen, das die Geheimgänge der Bergfeste in- und auswendig kennt.
Mit ihrer Hilfe können sich die Serpentianer frei in der Feste bewegen und zunächst ein wenig Unruhe unter den Soldaten stiften – was eigentlich kaum noch nötig ist, denn die vereinigten Streitkräfte haben ihren Angriff auf den Balkon mittlerweile gestartet. Daraufhin machen sich Dáirine und Frederik auf die Suche nach Abbas Ibn Usama selbst.
Sie finden ihn im Vorraum seines Labors, wo er sie ironisch begrüßt und meint, sie hätten sich ja lange genug Zeit gelassen. Bei einem kurzen Wortgefecht stellt sich heraus, daß Abbas durchaus mit seiner Niederlage rechnet und wünscht, von den Serpentianern getötet zu werden. Sie sollen sich nur um seinen Freund Tabor, dessen Geist in dem Saphirspiegel gefangen ist, kümmern. Als Jochen, Quintus und Lin ihn angreifen, ruft er zwar noch zwei Wasserdjinns zu seiner Verteidigung herbei, aber es ist klar, daß dies nur noch eine letzte Geste ist. Nach kurzem Kampf wird Abbas, der sich persönlich nicht wehrt, von Jochen erschlagen.
>>>>oder von Quintus. Wer weiß das schon noch?<<<
In der Zwischenzeit verläuft auch der Angriff auf den Balkon erfolgreich, obwohl es hohe Verluste gibt. Darunter ist auch der Ritter Sir Lucien, der im Kampf gegen einen riesigen Feuerdjinn fällt. Allerdings fällt bei der Eroberung auf, daß die Gegner nur Djinns oder normale Soldaten sind. Die Dämonen sind nicht zu sehen.
Das liegt daran, daß sie zusammen mit einer großen Abordnung dunkler Templer gegen den Bund selber gezogen sind. Zwar ist das Dorf St.Blasius schon in den Hof und die Eingangshalle von Serpentia evakuiert worden, aber einige der Tierdämonen machen sich einen Spaß daraus, die Ernte auf den Felder zu zerstören.
Andere gehen direkt gegen den Bund vor: Fliegende Monstrositäten beginnen, die Verteidiger mit kopfgroßen Steinbrocken zu bombardieren. Es sind sehr viele, und selbst Andrew und Ramitep gelingt es nicht, die Stein vollständig von der Menschenmenge im Hof abzuhalten. Beide Magier werden bei dem Versuch verletzt, aber glücklicherweise nur leicht.
Während des Angriffs der Flugdämonen ziehen die dunklen Templer vor die Tore des Bundes und stimmen einen unheiligen Gesang an. Es gelingt Bernward jedoch, ihren Anführer mit Weihwasser zu tränken, sodaß sie sich zunächst zurückziehen. Allerdings haben sie noch genug Kraft, das scheußliche Ritual zu wiederholen, und die Aegis des Bundes fällt. Jetzt beginnen die anderen Tierdämonen, die Mauer mit Leitern zu erstürmen, und schon nach kurzem, verzweifeltem Kampf gelingt ihnen der Durchdruch. Die Streitkräfte Serpentias ziehen sich ins Bundinnere zurück, erleiden dabei aber große Verluste – so wird fast die gesamte Erste Reitereinheit ausgelöscht. Unter den Toten sind auch Amin, der Hauptmann der Grogs, und Harold, der kräftige englische Schmied.
Im Bund evakuieren Ruairigh, Tina und Imogen die Nicht-Kämpfer durch das Hermesportal nach Schottland. Aber sie können nicht verhindern, daß eine Panik ausbricht, die ebenfalls mehrere Tote zur Folge hat, darunter auch die alte Obermagd Ariella.
Der Rückzug in den Bund ist erfolgreich, und die Tore können geschlossen werden. Aber da kommt schon eine neue Meldung: Es ist den Flugdämonen gelungen, ein paar Templer auf die Spitze der Pyramide zu fliegen, die Wachen dort zu überwältigen und einen Zugang zu erzwingen. Die Eindringlinge können zwar auf zwischen dem vierten und fünften Stock durch eine spontan errichtete Steinmauer aufgehalten, aber nicht vertrieben werden.
Immerhin haben die Verteidiger eine Atempause gewonnen, die auch dringend nötig ist: Die Magier sind alle erschöpft und am Ende ihrer Kräfte, die vielen Verwundeten müssen versorgt werden und die letzten Zivilisten können den Bund verlassen. Allerdings ist abzusehen, daß die dämonischen Kräfte nur auf den Sonnenuntergang warten, um einen neuen Angriff zu starten.
Als sich die Magier etwas erholt haben, treffen sie sich zum Kriegsrat. Da sie dringend Hilfe brauchen, sendet Andrew eine Nachricht an Gwyn, daß Serpentia angegriffen wird und sich in Bedrängnis befindet. Dann wird die spontane Mauer erneuert und verstärkt, und die verbliebenen Streitkräfte in strategisch günstige Positionen verteilt.
Die Nachricht vom Angriff auf den Bund erreicht Gwyn und Padraig zwar, aber zu diesem Zeitpunkt befinden sich die vereinigten Streitkräfte gerade mitten im Kampf um den Balkon der Feste. Die beiden hinterlassen eine Nachricht für die Heerführer und brechen mit Farina und ihrem Teppich auf, um nähere Informationen auszukundschaften.
Nachdem die drei die Lage des Bundes gesehen haben, wird Farina mit den Neuigkeiten zurückgeschickt. Gwyn und Padraig wollen eigentlich auf Verstärkung warten, aber der Sonnenuntergang macht ihnen einen Strich durch die Rechnung: Die dunklen Templer versammeln sich mit ihren Streitkräften vor dem Haupttor und stimmen einen scheußlichen Gesang an.
Um sie abzulenken und aufzuhalten, treiben Gwyn und Padraig die Pferde des Bundes zusammen und jagen sie mitten durch die Masse der Gegner hindurch. Die Verteidiger im Bundinneren hören den Kampflärm und nutzen diesen Moment für einen Ausfall.
Mittlerweile ist die Bergfeste von Abbas von den vereinigten Streitkräften eingenommen worden. Es gibt einige Gefangene, Verwandte von Abbas und mundane Soldaten, die aber der Familie Ibn Usama übergeben werden sollen. Fatima ar-Rashid, die zweite Frau von Aladin, ist jedoch mit drei von Abbas´ Enkeln vor den Angreifer geflohen…
Während die siegreichen Streitkräfte noch die Feste sichern, trifft Farina mit ihren Neuigkeiten ein. Daraufhin bricht ein Großteil der verbleibenden Kämpfer sofort auf, um Entsatz zu bringen. Die leicht Verwundeten bleiben zurück, um die Gefangenen zu bewachen.
Der Entsatz kommt gerade noch rechtzeitig, denn die Streitkräfte Serpentias sind deutlich in der Unterzahl. Mit der tatkräftigen Hilfe der Salomoniter jedoch gelingt es den vereinigten Streitkräften, einen Sieg zu erringen. Die dunklen Templer und ihre Dämonen werden erschlagen oder vertrieben.
Nach dieser großen und verlustreichen Schlacht ist der Sieg über Abbas Ibn Usama endgültig errungen. Einige Tage nach den Kämpfen kehren einige der Magier in die Bergfeste zurück, um sich dort noch etwas genauer umzusehen. Dabei entdeckt Rhys in einem der tiefen Keller eine Erdspalte, an der der sich Schwefelkristalle gebildet haben – Ignem-Vis! Es scheint sich tatsächlich um eine Quelle zu handeln.
Außerdem finden die Magier die Laboraufzeichnungen von Abbas Ibn Usama, in denen er auch einige private Gedanken niedergelegt hat. Wie es scheint, hat er sowohl Aladins als auch seinen eigenen Tod und die Zerschlagung der dunklen Templer akribisch geplant. Er hat sich den Dämonen nur verschworen, um die Seele seines Freundes und Mentors Tabor al-Azaed aus dem Saphirspiegel zu retten – eine Aufgabe, an der er allerdings immer wieder gescheitert ist, offenbar aufgrund der Begrenzungen, die ihm seine Art der Magie auferlegt.
Der Saphirspiegel befindet sich in seinem Labor und wird sofort von Frederik und Ramitep mit Beschlag belegt. Die anderen beiden Spiegel sind nicht hier – aus den Unterlagen geht hervor, daß Abbas den Aquamarinspiegel verkauft hat. Der Diamantspiegel ist bei seinen Forschungen zerstört worden.

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Bei dem Begräbnis von Sir Lucien fällt Sir Quintus und Andrew auf, daß sie schon seit drei Jahren nichts mehr von Sir Constans gehört haben. Ein Zauber bringt zumindest über eines Klarheit: Sir Constans ist nicht mehr am Leben. Wie oder wo er gestorben ist, bleibt jedoch ein Rätsel…

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Als die dunklen Templer in den Bund eingedrungen sind, haben sie in Dáirines Labor einige Verwüstung angerichtet, aber glücklicherweise ist nicht sonderlich wichtiges zu Bruch gegangen (nicht einmal die Fee Alastriona…).

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Zwei der dunklen Templer haben offenbar das hell erleuchtete, offene Fenster von Terminus’ Labor für eine gute Möglichkeit gehalten, in den Bund einzudringen. Jetzt hängen sie ebenso unbeweglich in dem grellweißen Licht wie die anderen…

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Als Herimano sieht, daß Andrew nach der Schlacht verletzt ist, überläßt er ihm seine einzige überlebende Groga, Yudur. Schließlich kann es ja nicht angehen, daß ein armer Jerbiton verletzt wird! Von Andrews Kampfeinsatz während der Schlacht um den Bund hat Herimano nichts mitbekommen – er hat sich schon bei der Ankunft der Entsatztruppen mit einem verfehlten Spruch selber ausgeschaltet….

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