Serpentia

Auf dem Pferdemarkt

Frühling 1211

Andrew, Bridged, Konrad, Joran, Juri, Colleen

Paddy hat es verschlafen, dass er eigentlich nach Charmaine-sur-le-Doux muss, um uns dort beim Frühlingsfest zu repräsentieren. Deswegen muss ich das dieses Jahr machen. Na, besser als beim Bergwerk, da kommt dann sofort einer an, ob ich nicht mal „kurz“ einen Tunnel hier hin treiben könnte oder mal „grad“ gucken könnte, ob hier oder da eine Erzader ist oder mal „nebenbei“ ein paar Steine wegtransportieren könnte… ich könnte das ganze Jahr da bleiben und würde nicht fertig werden.

Ich nehme Konrad und Bridged mit, Colleen ist auch dabei, und Joran und Juri auch. Fein, dann muss ich mir keine Sorgen machen, ob uns irgendjemand belügt oder versucht, uns übers Ohr zu hauen.

Das Fest verläuft soweit harmonisch. Dem Dorf geht es soweit gut, sie finden die Steuern nur ziemlich hoch. Die werden nach dem gloriosen Diebstahl im Herbst vermutlich auch eher steigen als gesenkt werden.

Ich bitte Juri, auf Bridged aufzupassen. Ich erinnere mich, dass sie irgendwann mal fürchterlich begeistert von jeglicher Art Feen war, und hier sind einige Feen zu Gast. Und bevor ich dann Ruairigh und Dairine ein Enkelkind mit Hasenohren erklären muss…

Wir hatten unterwegs darüber gesprochen, dass wir ja eigentlich bei dieser Gelegenheit mal den Pferdemarkt besuchen könnten. Das hatte ich Bridged schon vor längerer Zeit versprochen, und die Gelegenheit ist ja relativ günstig. Dairine hat nichts dagegen (hätte mich aber auch gewundert).

Nach einem ereignislosen Tag schlagen wir abends das Lager auf. Gerade als wir zu Abend speisen, taucht Sir Maolorain auf, der Vater von Dairine. Was will denn der? Er meint, er wäre auch auf dem Weg zum Pferdemarkt. Dort wird ein seltenes Fest gefeiert, nämlich das Fest der Herrin der Pferde. Die hat gerade ein neues Fohlen geboren, und das wird immer gefeiert.

Wir verbringen den Abend damit, Neuigkeiten auszutauschen und uns zu unterhalten. Maolorain hat seinen Knappen dabei, einen jung aussehenden Elfen namens Finn.

Gemeinsam geht es am nächsten Tag weiter. Nach ein paar weiteren ereignislosen Tagen erreichen wir den Pferdemarkt – eine große Ebene, auf der eine riesige Pferdeherde umherstreift, und ein nahes Zeltlager. Colleen hat uns zwischendurch verlassen und wird uns auf dem Pferdemarkt wiedertreffen, aber als wir dort ankommen, ist sie noch nicht da.
Da beide Herbergen voll sind, schlagen wir unser Zelt bei den anderen auf. Als wir fertig sind, kommt eine Fee, die aussieht wie ein kleiner Junge, und bietet uns an, uns herumzuführen. Zuerst bringt er uns zu der großen Herde – dort bekommt man die besten Pferde. Joran und Bridged fragen wegen dem Fohlen und dem Fest und erfahren, dass so ein Fohlen nur alle 100 Jahre geboren wird. Das Fest besteht dann daraus, mit der Herrin der Pferde zu reiten. Was auch immer das heißen mag. Jedenfalls geht es eine Nacht lang. Was auch immer das heißen mag.

Wir unterhalten uns mit einer sprechenden Stute, aber die weiß auch nicht, was da passiert, und ob dieser Ritt irgendwann endet – oder ob man ihn abbrechen kann. An einem „Segen“ irgendeiner Fee auf meiner Defiant bin ich ohnehin nicht so wahnsinnig interessiert.

Etwas später entdecke ich das Merinita-Hauszeichen auf einem der Wimpel an einer Lanze. (Ich frage mich ja, warum ausgerechnet ich das bemerkt habe. Vermutlich sind die Kinder einfach abgelenkt.) Der Reiter ist tatsächlich ein Merinita, Sir Liam aus Irland. Wir unterhalten uns eine Weile – genau kennt er sich nicht mit diesem Festritt aus, aber er empfiehlt uns, den alten Zentauren Leander zu fragen.
Nachdem ich noch erklärt habe, was damals mit dem schottischen Bund passiert ist (Mißverständnis, Mißverständnis), und ihn zu uns eingeladen habe, verabschieden wir uns von ihm.

Wir machen uns auf den Weg zu dem Zentauren, der nicht direkt auf dem Pferdemarkt lebt. Unterwegs stoßen wir auf ein weißes Pferd, das einen Dorn im Huf hat. Den zieht Bridged heraus. Vermutlich ist das irgendeine Art Prüfung.

Schließlich kommen wir an Leanders Hütte an. Er ist erstmal mißtrauisch, aber ich lade ihn zu Essem und Whisky ein, während Bridged, Juri und Konrad ein paar Hausarbeiten für ihn erledigen. Joran spielt derweil auf.
Das funktioniert auch ganz gut (vor allem der Whisky), und Leander erzählt, dass das Fest eigentlich eher für die Reiter ist als für die Pferde. Eigentlich wird da nur die ganze Nacht gefeiert, und dann reiten alle gegen Morgen zum Sonnenaufgang auf die Große Weide. Das ist ein ziemlich gemütlicher Ritt, bei dem die Sturzgefahr wohl ziemlich gering ist.

Als wir uns gerade auf den Rückweg machen, taucht plötzlich Maolorain auf und meint, er hätte sich beim Tag vertan und wir müssten jetzt sofort los. Also geben wir den Pferden die Sporen – allerdings fällt Joran dabei halb vom Pferd, weil er eigentlich gar nicht reiten kann. Ich nehme ihn dann mit auf Defiant, das ist einfacher.
Kurz darauf hören wir Musik und sehen ein paar Faune und Nymphen, die eine wilde Party feiern. Pferde sind allerdings keine da. Das ist vermutlich das falsche Fest. Wir reiten weiter, auch wenn Joran noch etwas sehnsüchtig zu den leicht bekleideten Tänzerinnen schielt. Die sind aber auch recht hübsch.

In einem kleinen Wald schließlich stoßen wir auf eine Gruppe Ritter, die auf einer Lichtung lagert. Die sind zwar sehr freundlich, aber sie haben einer holden Maid versprochen, dass sie nur Leute durchlassen, die sich mit ihnen tjosten. Zumindst gilt das für die Ritter, also Maolorain und mich. Großartig. Ich nehme mir ja immer mal wieder vor, mit der Lanze zu trainieren, aber irgendwie waren andere Sachen wichtiger.

Entsprechend geht die Tjoste aus – immerhin blamiere ich mich nicht vollkommen, treffe den Schild meines Gegners irgendwo und kippe von Pferd, als er mich trifft. Vielleicht hätte ich auch im Sattel bleiben können, aber wozu? Gewonnen hätte ich ja eh nicht, und im Gegensatz zu dem, was manche Leute glauben, bin ich nicht wahnsinnig wild darauf, verletzt zu werden.

Maoloarain hingegen gewinnt seine Tjoste glanzvoll, also dürfen wir weiter reisen. Dann allerdings kommt ein starker Nebel auf und wir werden voneinander getrennt… großartig.
Irgendwas stimmt nicht mit Defiants Huf – das Eisen ist gebrochen. Wir brauchen einen Hufschmied. Praktischerweise finden wir ziemlich schnell einen: Ein Stück den Weg hinunter sehen wir eine Zwergenschmiede, die gerade von drei Orks angegriffen wird. Ich verscheuche die Orks, ohne meinen Namen zu nennen. Der Zwerg erzählt, dass die Orks für einen bösen Zauberer arbeiten, der an die Mine der Zwerge heran will.
Leider kann ich nicht bleiben, um mit diesem Zauberer aufzuräumen. Ich muss Bridged und Juri (und Konrad) wiederfinden.

Der Zwerg ist glücklicherweise Hufschmied und kann Defiants Huf in Ordnung bringen. Mit einem kleinen Nachteil: Wenn in der Nähe gezaubert wird, fällt der Huf wieder ab. Der Zwerg mag offenbar keine Zauberer.

Da es nur einen Weg weiter gibt, nehmen wir den. Dort treffen wir ziemlich bald einen Schwarzen Ritter. Der ist vom Zauberer Rumburak geschickt worden, um die Zwerge zu schikanieren. Das gefällt mir nicht so recht, also stelle ich mich in den Weg und erschlage ihn nach längerem Kampf. Dabei stolpere ich allerdings über eine dumme Wurzel und kriege sein Schwert in die Seite. Ist aber keine tiefe Verletzung.
Während des Kampfes hat ein kleines, hutzeliges Männchen versucht, mich von hinten anzugreifen. Das wurde aber von Joran aufgehalten (gut, dass der dabei war, so richtig schlecht war der Ritter nämlich nicht). Na gut, wir lassen ihn laufen, und ich sage ihm, er solle dem Zauberer ausrichten, dass die Zwerge unter meinem Schutz stehen und dass er das nächste Mal vielleicht einen besseren Gegner schicken sollte (ich und meine große Klappe!). Als er nach meinem Namen fragt, erklärt ihm Joran, ich wäre der Eiserne Ritter. Sehr schön.

In der Zwischenzeit hat Juri eine Maid vor einem Hutzelgnom gerettet und sich dann mit ihr verlobt (damit sie nicht den Mann heiraten muss, den ihr Vater ausgesucht hat). Sobald er ein Ritter ist, wird er gehen und die junge Frau heiraten.

Bridged hingegen rettet ein Rehkitz aus einer Falle, und als ein Hutzelgnom sich darüber beschwert und sie angreift, erschlägt sie ihn fast. Das tut ihr aber leid, also verbindet sie ihn. Das gefällt einem Einhorn, und es meint, solange Bridged unberüht und reinen Herzens sei, wird es sie beschützen.

Schließlich kommen wir alle auf dem Fest an. Rhiannon, die Herrin der Pferde, heißt uns willkommen und meint, Defiant wäre ja schon etwas erschöpft und möglicherweise nicht in der Lage, am Festritt teilzunehmen. Soll ich aber entscheiden. So wie ich Defiant kenne, wird es ziemlich schwierig, die davon abzuhalten, mitzukommen, wenn eine ganze Horde Pferde loslaufen.

In der Zwischenzeit hat Maolorain Colleen ein Gedicht vorgetragen, aber sie lässt ihn ziemlich abblitzen. Gut, was anderes hätte mich auch gewundert. Lucien hatte es ja schon ziemlich schwer mit ihr.

Ich finde allerdings niemanden, der sich um Defiant kümmern kann, und irgendwann kreuzt Rhiannon auf und will wissen, ob ich mitkomme. Als ich ihr sage, dass Defiant zu erschöpft ist, will sie irgendeinen Zauber auf das Pferd legen, aber ich kann sie überzeugen, das zu lassen. Dafür darf ich dann halt nicht mit.
Eigentlich sollte Bridged besser bei mir bleiben, und sie widerspricht auch nicht, aber ich merke schon, dass sie verdammt gern mitgehen würde. Na gut, ich bin ein Weichkeks, also frage ich Colleen, ob sie auf das Mädchen aufpassen kann. Die stimmt zu, und dann reiten Colleen, Bridged und Yuri in den Sonnenaufgang mit den anderen.

Joran ist da geblieben. Der kommt langsam auf den Trichter, dass die Pferde eigentlich gar nicht so erschöpft hätten sein dürfen. Vermutlich hat die Herrin die Pferde manipuliert, um die Reiter zu zwingen, die Entscheidung zwischen Teilnahme am Wettrennen und Schonung der Pferde zu treffen. Erscheint ihm nicht sehr vertrauenswürdig.

Der Festritt verläuft ereignislos, und wir finden uns auf dem Pferdemarkt wieder. Danach kehren wir nach Hause zurück, glücklicherweise ohne irgendwelche Feenpferde.

Comments

Marganma

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